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Autobahn mit GeschichteMitten durchs Bergische – wie die A4 die Region veränderte

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Das historische Schwarz-weiß-Foto zeigt den Bau der A4 bei Untereschbach im Jahr 1971. In der Mitte: die Autobahnbrücke, die heute so marode ist, dass sie nun abgebrochen und neu errichtet werden muss. Im Hintergrund: Neichen-Nallingen.

Bau der A4 bei Untereschbach im Jahr 1971. Damals gerade im Bau: die Autobahnbrücke, die heute so marode ist, dass sie nun abgebrochen und neu errichtet werden muss. Im Hintergrund: Neichen-Nallingen. 

Schon in den 1930er Jahren gab es Pläne für die Verbindung zwischen Köln und Olpe – fertig wurde sie aber erst vor 50 Jahren.

Das Bergische Land machte den Ingenieuren nichts leicht. Tiefe Täler, steile Hänge und große Höhenunterschiede stellten die Planer der A4 vor enorme Herausforderungen. Herausgekommen ist eine der aufwendigsten Autobahnstrecken Nordrhein-Westfalens – und bis heute eine der wichtigsten Verkehrsadern der Region.

Als Bundesverkehrsminister Kurt Gscheidle am 7. Dezember 1976 auf dem Rastplatz Morkepütz das letzte Teilstück der A4 freigab, ging eine jahrzehntelange Baugeschichte zu Ende. Mit der durchgehenden Verbindung zwischen Köln und Olpe erhielt das Bergische Land seine wichtigste Ost-West-Achse – eine Strecke, deren Planung noch vor dem Zweiten Weltkrieg begonnen hatte.

Eigentlich sollte schon in den 1930er Jahren eine Autobahn gebaut werden, erst 1976 aber wurde sie fertig

Die Geschichte der heutigen A4 reicht bis in die 1930er Jahre zurück. Schon damals planten die Ingenieure des Reichsautobahnnetzes eine Verbindung von Köln in Richtung Kassel. Vorgesehen war eine Trasse, die bei Rösrath von der heutigen A3 abzweigen und über Overath, Drabenderhöhe und Denklingen führen sollte. Der Zweite Weltkrieg machte diese Pläne jedoch zunichte.

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Erst Ende der 1950er Jahre griff das Land Nordrhein-Westfalen die Idee wieder auf. Politiker aus dem Bergischen, darunter der damalige Landrat Josef Roesch und der spätere Landesverkehrsminister Gerhard Kienbaum, setzten sich für eine leistungsfähige Verbindung ins Oberbergische ein. Sie sollte nicht nur die Bundesstraße 55 entlasten, sondern vor allem den Wirtschaftsraum um Gummersbach besser an Köln anbinden.

1965 begannen die Bauarbeiten für die A4 zwischen Köln und Olpe – Zunächst sollte die Autobahn  noch A 73 heißen

1965 begannen schließlich die Bauarbeiten. Zunächst war die Strecke noch als Autobahn 73 geplant, ehe sie 1975 die bis heute gültige Bezeichnung Bundesautobahn 4 erhielt. Das erste Teilstück zwischen Refrath und Moitzfeld wurde bereits 1968 für den Verkehr freigegeben.

Besonders anspruchsvoll war der Bau zwischen Untereschbach und Olpe. Innerhalb weniger Kilometer steigt die Strecke um rund 400 Höhenmeter an. Um die Steigungen möglichst flach zu halten, wurden gewaltige Dämme aufgeschüttet, tiefe Einschnitte in die Landschaft gegraben und insgesamt 69 Brücken errichtet – darunter zehn große Talbrücken wie die Wiehltalbrücke, die bis heute zu den markantesten Bauwerken der Strecke zählt.

Am 7. Dezember 1976 wurde das letzte Teilstück der A4 zwischen Köln und Olpe im Oberbergischen eröffnet

Am 7. Dezember 1976 wurde schließlich das letzte 22,8 Kilometer lange Teilstück zwischen Gummersbach und dem Autobahnkreuz Olpe-Süd für den Verkehr freigegeben. Kurios aus heutiger Sicht: Entlang der gesamten Strecke gab es damals noch keine öffentlichen Toiletten an den Rastplätzen. Erst vier Jahre später eröffnete die Raststätte Aggertal.

Heute zählt die A4 zu den wichtigsten Verkehrsachsen im Bergischen Land. Täglich rollen Zehntausende Fahrzeuge über die Strecke. Dass sie sicher befahrbar bleibt, dafür sorgt seit 50 Jahren die Autobahnmeisterei Overath, die ihren runden Geburtstag am Sonntag (12.7.) mit einem Tag der offenen Tür feiert.