Während Tausende Pendler unterwegs sind, sorgen sie oft unbemerkt für Sicherheit: Die Autobahnmeisterei Overath feiert am 12. Juli Jubiläum.
Hinter den KulissenSchutzengel der A4 werden 50 – Offene Tür am Sonntag

Die Männer der ersten Stunden: Die Autobahnmeisterei wurde 1976 in Betrieb genommen. Ganz rechts im Bild: der erste Leiter der Autobahnmeisterei Overath, Hans Deutz.
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Wenn morgens um sechs Uhr die ersten Pendler auf der A4 unterwegs sind, haben die Männer und Frauen der Autobahnmeisterei Overath oft schon Stunden gearbeitet. Nach einem nächtlichen Unfall müssen Trümmer beseitigt werden, bei Schneefall sind die Räum- und Streufahrzeuge längst unterwegs, im Frühling werden Schlaglöcher gesichert, Leitplanken repariert oder Schilder ausgetauscht. Meist bemerkt das kaum jemand. Und genau das ist das Ziel.

Winterdienst vor 50 Jahren: Glatteis-Schilder für den Straßenrand.
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Die meisten Autofahrer nehmen sie kaum wahr. Erst wenn ein Lastwagen verunglückt, Schnee und Eis die Fahrbahn in eine Rutschbahn verwandeln oder nach einem Sturm Äste auf der Autobahn liegen, werden die orangefarbenen Fahrzeuge der Autobahnmeisterei sichtbar. Dann zählt jede Minute.
Wir haben einen guten Job gemacht, sonst wäre sie nicht mehr da.
Seit einem halben Jahrhundert sorgt die Autobahnmeisterei Overath dafür, dass auf der A4 zwischen Köln und Olpe möglichst schnell wieder freie Fahrt herrscht. Am kommenden Sonntag, 12. Juli, feiert sie ihr 50-jähriges Bestehen mit einem Tag der offenen Tür. Besucher erhalten dabei Einblicke in einen Arbeitsalltag, der sich überwiegend hinter den Kulissen abspielt.
Dass die vergleichsweise kleine Meisterei einmal ihren 50. Geburtstag feiern würde, galt in den Anfangsjahren keineswegs als selbstverständlich. Als sie 1976 ihren Betrieb aufnahm, wurde durchaus darüber spekuliert, ob sich ein Standort mit einem so überschaubaren Zuständigkeitsbereich dauerhaft behaupten könne. Heute weiß man: Die Skepsis war unbegründet. „Wir haben einen guten Job gemacht, sonst wäre sie nicht mehr da“, sagt der dienstälteste Straßenwärter Christian Göttfert mit einem Schmunzeln.

Ein überlebensgroßer Straßenwärter aus Siloballen weist auf den Tag der offenen Tür bei der Autobahnmeisterei Overath am Sonntag, 12. Juli, hin.
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Dabei ist das Einsatzgebiet alles andere als klein. Die Autobahnmeisterei betreut 53 Kilometer der A4 zwischen Köln und Olpe. Dazu gehören elf Anschlussstellen, zehn Talbrücken, ein Tunnel (auf Kölner Stadtgebiet) sowie zahlreiche Rast- und Parkanlagen der A4, deren letztes Teilstück zwischen Köln und Olpe ebenfalls vor 50 Jahren fertiggestellt wurde. 32 Beschäftigte sorgen dafür, dass auf diesem Abschnitt möglichst jederzeit sicher gefahren werden kann.
Kommunikation, Pflichtbewusstsein und echter Zusammenhalt sind unverzichtbar.
Sie reparieren beschädigte Leitplanken und Fahrbahnen, wechseln Verkehrszeichen aus, pflegen Grünflächen, reinigen Entwässerungsanlagen und beseitigen nach Unfällen Trümmer oder ausgelaufene Betriebsstoffe. Im Winter rückt das Team oft aus, lange bevor die ersten Pendler den Motor starten. Dann heißt es streuen, räumen und die Strecke sichern – oft mitten in der Nacht und bei widrigsten Bedingungen.

Diffizile Bauwerke wie die Holzbachtalbrücke zählen zum A4-Abschnitt der Autobahnmeisterei Overath.
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Gerade das Bergische Land verlangt den Straßenwärtern einiges ab. Tiefe Täler, lange Steigungen und zehn große Talbrücken machen die Strecke anspruchsvoller als viele andere Autobahnabschnitte im Land.
„Kommunikation, Pflichtbewusstsein und echter Zusammenhalt“ seien deshalb unverzichtbar, sagt Meistereileiter Sebastian Roggenbuck. Dass mehr als die Hälfte der Belegschaft bereits seit mindestens 25 Jahren zur Meisterei gehört, wertet er als Beleg für das gute Miteinander.
Die guten Seelen der A4 zwischen Köln und Olpe sind auch sozial engagiert
Zu den außergewöhnlichsten Ereignissen der vergangenen Jahrzehnte zählt der schwere Tanklasterunfall auf der Wiehltalbrücke im Jahr 2004. Nach dem Brand musste ein rund 30 Meter langes Brückenteil herausgetrennt und komplett neu eingebaut werden – einer der spektakulärsten Brückenschäden in der Geschichte der Bundesrepublik.

Feuerwehren löschen am 26.08.2004 nach einem Unfall auf der A 4 bei Gummersbach einen brennenden Gefahrguttransporter, der von der rund hundert Meter hohen Wiehltalbrücke bei Gummersbach abgestürzt ist.
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Doch die Beschäftigten kümmern sich nicht nur um Asphalt und Leitplanken. Mit ihrer 2024 ins Leben gerufenen „Lichterfahrt“ bringen sie in der Adventszeit festlich geschmückte Einsatzfahrzeuge zu Kinderheimen und Kinderkliniken. Die Mitarbeitenden sammeln dafür Geschenke und Geldspenden und schenken den Kindern ein paar unbeschwerte Stunden. Auch das gehört inzwischen zur Geschichte der Autobahnmeisterei Overath.
Wer die orangefarbenen Fahrzeuge bislang nur aus dem Autofenster kennt, kann am Sonntag einen Blick hinter die Kulissen werfen. Von 10 bis 17 Uhr öffnet die Meisterei an der Balkener Straße ihre Tore (siehe „Tag der offenen Tür“). Dann wird sichtbar, wie viel Organisation, Technik und Teamarbeit nötig sind, damit der Verkehr auf der A4 möglichst ungehindert fließen kann – und das seit inzwischen 50 Jahren.
