Kosten steigen weiterSo steht es um die Schulneubauten in Odenthal

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Schulcontainer stehen in Odenthal.

Die Schulcontainer sollen einer neuen Odenthaler Grundschule weichen.

In Odenthal soll eine neue Grundschule gebaut und das Gymnasium erweitert werden.

Politik und Verwaltung drücken aufs Tempo beim Schulneubau: Die Grundschule Odenthal und der Erweiterungsbau für das Gymnasium sollen so schnell wie möglich verwirklicht werden. Das war einhelliger Tenor im Planungs- und Bauausschuss. Angestrebt ist   eine Fertigstellung im Herbst 2025.

Bedenken hatte allein die FDP wegen der ihrer Meinung nach zu üppigen Planung für das Gymnasium. Bei den Abstimmungen votierten die Liberalen aber nicht gegen die vom Planungsbüro RKW aus Düsseldorf vorgelegten Entwürfe, sondern enthielten sich lediglich, um zu dokumentieren, dass auch sie den Neubau der Grundschule unterstützen.

Odenthal: Entwürfe in Abstimmung mit Schulleitungen

Die Entwürfe seien in Abstimmung mit den Schulleitungen, der OGS und dem Unternehmen Lernen-braucht-Raum erfolgt, erklärte die Verwaltung. Besonderer Wert sei darauf gelegt worden, multifunktional zu nutzende Räume zu schaffen und die Option für eine zukünftige bauliche Erweiterung vorzusehen, falls die Grundschule nicht dauerhaft einzügig bleiben sollte.

Schneller als die Pläne verändern sich derzeit allerdings die Baukosten. Hatte die Schätzung vor zwei Jahren noch bei sechs Millionen Euro für die Grundschule gelegen, liegt sie nun einschließlich Planungskosten bei 7,3 Millionen. Weil die neue Grundschule als Flutschaden aus dem Wiederaufbauprogramm des Landes finanziert wird, könne auch der Mehrbedarf ab November über einen zweiten Wiederaufbauplan beantragt werden, erläuterte die Verwaltung.

Anders sieht die Lage bei der Erweiterung des Gymnasiums aus, die durch die Verlängerung der Schulzeit auf G9 nötig wird. Die geschätzten knapp sieben Millionen Euro für den zusätzlichen Trakt für Fachräume muss die Gemeinde selbst aufbringen.

Beide Odenthaler Schulen sollen aus Holz gebaut werden

Architekt Avi Spievak stellte im Ausschuss die Planung vor. Beide Gebäude sollen in Holzständerbauweise errichtet werden, schnell und ökologisch. Die massiven Sockel sollen einen halben Meter über dem Bodenniveau liegen, um die Bauten gegen Hochwasser zu schützen.

Die Grundschule soll zweigeschossig und barrierefrei mit Aufzug gebaut werden, vier Klassenzimmer enthalten, sowie Räume für die Verwaltung, die Offene Ganztagsbetreuung, und die Technik, Aula, Mensa und Küche sowie Kunst- und Musikraum , die aber auch für die OGS zur Verfügung stehen. Eine Dachterrasse soll als stille Reserve für eine spätere bauliche Erweiterung dienen. Das Dach soll für Photovoltaik genutzt werden.

Der Erweiterungsbau für das Schulzentrum erhält drei Geschosse: Im Erdgeschoss sollen die Fachräume für Physik, darüber die für Biologie und noch einmal eine Etage darüber die Chemieräume untergebracht werden. Beide Gebäude sollen mittels Wärmepumpe beheizt werden.

Odenthaler Politiker diskutieren über Sockel

Anschließend hakten die Ausschussmitglieder nach: Reicht ein 50-Zentimeter-Sockel bei einem künftigen Hochwasser? „Eine Höhe von einem Meter wäre mir lieber“, so Dirk Braunleder von den Grünen. Planer Pieter Fraune beruhigte:   „Wir haben uns das Niveau des Wassers angesehen, danach sind 50 Zentimeter ausreichend.“ „Wie pflegeintensiv ist Holz im feuchten Bergischen?“, wollte Nicola Cyliax-Kindling, CDU, wissen.

Entscheidend sei die Hinterlüftung, erklärten die Architekten. Man verwende „vorvergrautes Holz“, das optisch schon die ersten Witterungseinflüsse vorwegnimmt. Bisher meist Lärche, die als besonders haltbar gilt. „Allerdings stammte die bisher hauptsächlich aus Russland, daher müssen wir sehen, ob es dann auch Lärche wird“, so Fraune. 

Der Ausschuss entschied sich am Ende gegen den Einbau von Heizkörpern und wählte für beide Gebäude die insgesamt 80.000 Euro teurere Fußbodenheizung. Nicht wegen der in der Vorlage erwähnten Vandalismusgefahr („Grundschüler reißen in der Regel keine Heizungen raus“, wunderte sich Nicola Ciliax-Kindling), sondern weil sie wirtschaftlicher und „zukunftsfähiger“ sei, so der neue Fachbereichsleiter Hans-Peter Kimmel.

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