Mit Party-Zubehör, Ventilatoren und 100 Litern Wasser pro Tier trotzen Kühe in Overath-Kotten der Hitze. Landwirt Thomas Wester weiß, wie Abkühlung funktioniert.
Abkühlung im StallCooler als Beachparty: Kühe genießen Nebeldusche

Mit Wassernebelschläuchen und Ventilatoren macht Landwirt Thomas Wester aus Overath-Kotten seinen Kühen die aktuelle Hitze erträglicher.
Copyright: Guido Wagner
Wer bei 35 Grad ins Schwitzen gerät, träumt von einer kühlen Dusche. Auf dem Westerhof in Overath-Kotten bekommen sie gleich Dutzende davon – allerdings auf vier Beinen. Zwischen den Kühen hängt ein feiner Wassernebelschlauch, wie man ihn sonst eher von Gartenpartys oder Terrassen kennt.
„Den habe ich einfach im Internet bestellt, für 20 Euro“, sagt Landwirt Thomas Wester und blickt zufrieden in seinen Freilaufstall. Dort pusten mächtige Ventilatoren ständig frische Luft ins Gebäude. Der feine Wassernebel kühlt sie zusätzlich ab. Das Ergebnis lässt sich beobachten: Viele Kühe suchen ganz gezielt die Stellen unter den Düsen auf und bleiben dort stehen. Offenbar wissen sie genau, wo es am angenehmsten ist.

Große Ventilatoren pusten unablässig frische Luft in den Freilaufstall auf dem Westerhof.
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Gegen die Hitze: Der Wassernebel kühlt die in den Stall strömende Luft, und die Kühe genießen auch selbst die Nebeldusche sichtlich.
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Kein Wunder. Während Menschen ihre Wohlfühltemperatur im Wohnzimmer irgendwo zwischen 20 und 23 Grad sehen, ticken Kühe ganz anders. „Für Kühe liegt die Wohlfühltemperatur bei sieben bis acht Grad. Alles ab 20 Grad ist für sie Hitzestress“, erklärt Wester.
Deshalb läuft die Kühlung im Stall derzeit rund um die Uhr. Nur wenn die Luft schwül wird, schaltet Wester die Nebeldüsen ab. „Zu hohe Luftfeuchtigkeit ist für die Tiere ebenfalls unangenehm.“ Auch draußen lockt die Sonne die Kühe derzeit kaum. „Wenn ich sie rauslasse, sind sie nach fünf Minuten wieder drin.“ Im offenen Stall finden sie Ventilatoren, Wassernebel und Schatten. Das Jungvieh sucht sich draußen immerhin die kühlsten Plätze unter Bäumen oder neben dem Wagen mit der Wassertränke.

Rund 100 Liter Wasser säuft eine Milchkuh pro Tag in der aktuellen Hitze.
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Apropos Wasser: Was für Menschen die Trinkflasche ist, sind für die Kühe die frei zugänglichen Tränken im Stall. Und deren Durst hat ganz andere Dimensionen. Während Menschen an heißen Tagen zwei bis drei Liter trinken sollten, schafft eine Milchkuh locker 100 Liter am Tag.
Da fließt auf dem Westerhof einiges durch die Leitungen. Doch für Thomas Wester ist das keine Frage der Kosten, sondern des Tierwohls. Wenn draußen die Hitze flimmert, sorgt im Stall eine einfache Idee aus dem Partybedarf dafür, dass die Kühe einen kühlen Kopf bewahren. Manchmal braucht es eben keine Hightech-Lösung – sondern nur einen Wassernebelschlauch für 20 Euro.
