„Einfach heiraten“: 26 Paare nutzten diesmal das Angebot der evangelischen Kirche und ließen sich ohne große Anmeldung trauen oder segnen.
„Einfach heiraten“Spontanhochzeiten in Wipperfürth und Wiedenest

Ina und Michael Hempe aus Marienheide-Kotthausen nutzen das Angebot, um einander neue Eheringe anzustecken. Die alten wurden von Einbrechern gestohlen.
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Wer einmal seinen Ehering verloren hat, weiß, dass es sich erst wieder richtig anfühlt, steckt das Symbol der Liebe wieder am Ringfinger. Wurden die Ringe aber Beute eines Einbrechers, ist der Verlust doppelt so schlimm. So vor ein paar Jahren geschehen beim Ehepaar Ina und Michael Hempe aus Marienheide-Kotthausen.
Außer Frage stand, dass es neue Eheringe geben muss. „Die Ringe einfach wieder an den Finger zu stecken, empfand ich aber als nicht richtig. Ich wollte, dass das im Rahmen einer schönen Zeremonie geschieht“, sagt die 58-jährige Braut. Als im vergangenen Jahr das Format „Einfach heiraten“ in Gummersbach Premiere hatte, war es die perfekte Gelegenheit. Leider waren die neuen Ringe nicht rechtzeitig fertig. „Da haben wir uns gesagt, sollte es dieses Event im nächsten Jahr nochmals geben, dann sind wir auf jeden Fall dabei.“
Sekt steht bereit in Wipperfürth
Vor der Trauung in der evangelischen Kirche am Wipperfürther Marktplatz macht es sich das Paar im unteren Geschoss des Gemeindehauses in einem eigens für die Veranstaltung hergerichteten Raum gemütlich. Dort stehen Knabbereien und Gläser für Sekt und Selters, um nach der Trauung oder dem Segensspruch anzustoßen.
Durch die verschobene Trauung kommt es dazu, dass das Ehepaar Hempe nun seit 33 Jahren gemeinsam durchs Leben geht. Der Jahrestag ist eine Schnapszahl, die auch als „Zinnhochzeit“ gilt. Pfarrer Andre Schmidt gehört wie die Hempes zur Gemeinde Hülsenbusch-Kotthausen und ist einer der Geistlichen, die die „Pop-Up-Hochzeiten“ durchführen. Zudem die örtliche Pfarrerin Pfarrerin Dagmar Krauth-Zirk und Pfarrerin Anneke Ihlenfeldt, die das Format im vergangenen Jahr nach Oberberg holte.
Die evangelische Kirchen hat damit den Nerv der Zeit getroffen.
Wie im vergangenen Jahr hat der Kirchenkreis An der Agger wieder an zwei Tagen „Einfach Heiraten“ angeboten. Am Freitag treten in Bergneustadt-Wiedenest 19 Paare vor den Altar oder auch an den „heiligen Brunnen“ oder den Teich. Am Samstag sind es in Wipperfürth sechs weitere Liebende neben den Hempes, die sich trauen oder segnen ließen.
„Die evangelische Kirchen hat damit den Nerv der Zeit getroffen“, glaubt Nicole Hartwig von der Kirchenkreisinitiative „Segen An der Agger“. Dieses Format biete Paaren die Möglichkeit, sich in einem ganz kleinen Rahmen kirchlich trauen zu lassen, „ohne das ganze Drumherum“. Früher war der Monat Mai voll mit Hochzeitsterminen, die Paare mussten schnell sein, wenn sie im Wonnemonat heiraten wollten. „Heute ist das kein Problem mehr“, sagt Hartwig. Aufwendige Planung und Kosten schreckten viele ab. „Die Anzahl kirchlicher Trauungen geht auch deshalb kontinuierlich zurück. Da sind solche Pop-Up-Hochzeiten genau die richtige Alternative.“
Ina und Michael Hempe sind von ihrer Spontanhochzeit jedenfalls angetan. „Ich bin mir sehr sicher, wenn wir nicht schon vor 33 Jahren kirchlich geheiratet hätten, wäre dies genau das richtige Format für uns gewesen“, sagt Ina Hempe. „Schnell und unkompliziert heiraten, ohne dass man erst noch auf die Suche nach dem perfekten Hochzeitskleid gehen muss, weil die Augenpaare von hundert Menschen auf einen gerichtet sind.“
Dann greift sie nach ihrem Brautstrauß und zur Hand ihres Mannes, um sich nochmal das Ja-Wort zu geben. Auf weitere 33 Jahre!
