Der Overather Jugendhilfeausschuss will in erstem Schritt mehr Aufenthaltsmöglichkeiten schaffen.
PolitikJugendliche sollen Bänke zum Aufenthalt erhalten - Senioren auch

Auf dem Sommerfest können Besucher das Mustermodell für die Bänke für Jugendliche unter die Lupe nehmen. (Symbolbild)
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Seit rund vier Jahren beschäftigt sich der Overather Jugendhilfeausschuss mit Aufenthaltsmöglichkeiten für Jugendliche. Seit einer wissenschaftlichen Evaluation aus dieser Zeit weiß man in Verwaltung und Politik, dass Jugendliche nicht genügend Optionen zur Freizeitgestaltung haben. Zunächst wurde geprüft, ob eine Fun-Sport-Anlage möglich ist, was nicht der Fall war (wir berichteten). Dann ergab eine Befragung der Jugendlichen im Sülztal konkrete Wünsche, darunter ein Fußballplatz, ein Grillplatz und Sitzgelegenheiten mit Überdachung. Nun hat die CDU einen Vorschlag gemacht. So sollen in einem Pilotprojekt in Untereschbach überdachte Sitz- und Treffpunkte für Jugendliche sowie für Senioren entstehen. Der Seniorenbericht 2023/2024 des Kreises hat nämlich ergeben, dass auch Ältere nicht genügend Orte zum Ausruhen und Austauschen haben. Die Umsetzung soll mit Ehrenamtlichen, Handwerksbetrieben, Sponsoren und Jugendlichen erfolgen. Wie Hartmut Kohkemper (CDU) seinen Parteikollegen Klaus Graf zitierte, der die Erklärung schrieb, soll die gemeinschaftliche Arbeit dafür sorgen, dass die Jugendlichen die Bänke zu schätzen wüssten und Vandalismus vorgebeugt würde. Der Bauhof würde die Aufstellung und Pflege übernehmen. Untereschbach wurde gewählt, weil das Sülztal besonders wenige Aufenthaltsmöglichkeiten biete und man so das Projekt zunächst testen könne. Durch Patenschaften, Spenden und Ehrenamtliche müsse man außerdem den Haushalt nicht belasten.
Der stellvertretende Amtsleiter für Jugend, Bildung und Sport, Christopher Heine-Mattick, berichtete, dass bereits Mittel von der Bürgerstiftung akquiriert worden seien und ein Modell entworfen wurde. Auf dem Sommerfest soll es vorgestellt werden, um dann mit Jugendlichen zu entscheiden, wo man Bänke platzieren könnte.
Einwände der Ausschusskollegen
Verhaltene Begeisterung zeigten die anderen Fraktionen. Hans Schlömer (SPD) fand den Vorschlag gut. Dass zunächst im Sülztal gestartet werde, sei sinnvoll und auch, dass an die Senioren gedacht wurde. „Ich habe aber Probleme damit, wie die Verwaltung mit unserem Antrag umgegangen ist. Man hat uns gesagt, dass man ihn an Sozialanalytiker weitergibt, aber die Kostenschätzung, Suche nach Flächen und so weiter, hätte man bearbeiten können. So hätte es Erkenntnisse gegeben, wie und wo man etwas angehen kann“, nahm er Bezug auf einen Prüfantrag von 2023, in dem die SPD beantragte, dass die Verwaltung in der gesamten Stadt angemessene Aufenthaltsmöglichkeiten für Jugendliche prüft. Mit der Bitte, das Projekt später auszuweiten, schloss sich die SPD der CDU an.
„Wir finden es problematisch, das Projekt für Jugendliche und für Senioren zu kombinieren“, gab Petra Schaun-De Jong (FDP) zu bedenken. Die Gruppen hätten unterschiedliche Bedürfnisse. „Außerdem müssen wir uns fragen, welche Jugendlichen wir ansprechen wollen. Die, die wir ansprechen wollen, beteiligen sich in der Regel nicht an solchen Projekten, die bekommen wir eher über Sport. Wir sehen die Lösung nicht in ein paar Bänken und werden nicht ohne weiteres zustimmen.“
Keine endgültige Lösung
„Wenn ich ein Jugendlicher wäre und das Ergebnis der Umfrage ein paar Bänke wären, die mit Senioren geteilt werden müssen, käme ich mir verarscht vor“, fand Frank Jilly (Grüne). Seine Fraktion werde daher nur zustimmen, wenn feststehe, dass das keine endgültige Lösung sei.
„Ich gebe Ihnen recht, dass das als einzige Reaktion idiotisch wäre“, meinte Kohkemper. Es sei jedoch ein erster, vor allem kostenneutraler, Ansatz. Die Kostenneutralität stellte Schaun-De Jong in Frage. Wenn man Spender um Geld bitte, könne man beim nächsten Projekt nicht so schnell wieder fragen. Der Antrag sei aber nicht schlecht, schließlich bräuchten die Senioren Bänke.
Amtsleiter für Jugend, Bildung und Sport, Jens Volkmer versicherte, dass sich die Verwaltung ebenfalls bewusst sei, dass das nur ein erster Schritt sei. Mit dem Kompromiss, dass im Beschluss festgehalten wurde, dass die Bänke keine endgültige Lösung sind, stimmte der Ausschuss einstimmig für das Projekt.

