Abo

GedenkenRösrather erinnern an die Flutkatastrophe von 2021

2 min
Zu sehen ist ein über die Ufer getretener, reißender Fluss in schlammigem Braum.

amals hatte sich die Sülz in Hoffnungsthal zu einem reißenden Strom entwickelt, war über die Ufer getreten und hatte die Erdgeschosse der Häuser überschwemmt. (Archivfoto) 

Fünf Jahre nach der Flutkatastrophe in Rösrath erinnern die Bürgerinnen und Bürger an den Juli 2021.

Als am 14. Juli 2021 um 18.45 Uhr die „Aktuelle Stunde“ des WDR berichtete, dass der Sülzpegel in Rösrath nach dauerhaftem Starkregen ungewöhnlich schnell und stark angestiegen war, kamen viele Menschen in Hoffnungsthal an das Ufer des sonst eher beschaulich dahinfließenden Flüsschens. Die Sülz war an diesem Abend nicht mehr wiederzuerkennen. Die Hoffnungsthaler sahen einen reißenden und tosenden Strom, der in den nächsten Stunden für grausame Zerstörung, viel Leid und einen schrecklichen Todesfall sorgte.

Hunderte Menschen verloren einen Großteil ihres Hab und Guts, über Jahre liebgewonnene Dinge riss die Flut in Sekundenschnelle mit sich. Die seelischen Schmerzen und die Angst vor einer erneuten ähnlichen Katastrophe sind heute noch im Ort spürbar.

Schmerz sitzt auch noch nach fünf Jahren tief

„Ich habe von verschiedenen Leuten gehört, dass sie auch nach fünf Jahren noch nicht mental darüber weggekommen sind“, berichtet Eva Richter von der Netzwerkinitiative „Engagierte Stadt Rösrath“. Gemeinsam mit der katholischen und evangelischen Kirche sowie der Stadt Rösrath hatte die Initiative am Dienstag, auf den Tag genau fünf Jahre nach der Katastrophe, zu einer Gedenkveranstaltung in die evangelische Versöhnungskirche eingeladen. Man wolle „erinnern, nachdenken, aber auch nach vorne schauen“, so der evangelische Pfarrer Thomas Rusch.

Für die Erinnerung sorgte am Dienstagabend Ingeborg Schmidt, die heute den Rösrather Stadtverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) leitet. 2021 war sie noch Vorsitzende des DRK im gesamten Kreisgebiet. Eindrucksvoll berichtete sie von den unzähligen Einsätzen am 14. Juli 2021: Von Massenevakuierungen, Notfallversorgungen, von verstörten Kindern und besorgten Angehörigen und auch von dem älteren Mann, der in Hoffnungsthal in seinem eigenen Keller ertrank.

Ein Mann und eine Frau stehen nebeneinander und sprechen in ein Mikrofon.

Pfarrer Thomas Rusch und Pastoralreferentin Monika Ueberberg sprachen darüber, was der Mensch aus solchen Katastrophen lernen kann.

Für das Nachvorneschauen dachten die Kirchenvertreter laut darüber nach, welchen Sinn man aus dieser Jahrhundertkatastrophe ziehen kann. Sie habe damals trotz der bedrohlichen Lage „Hoffnung, Zuversicht, Geduld und auch Vertrauen“ gespürt, so die katholische Pastoralreferentin Monika Ueberberg. Und Pfarrer Rusch appellierte: „Es ist ein Zeichen dafür, dass sich das Klima verändert und es ist unsere Verantwortung, etwas dagegen zu tun.“

Für den Hochwasserschutz sind in Rösrath maßgeblich Verwaltung und Politik gefragt, die bei der Gedenkveranstaltung von Bürgermeister Yannick Steinbach repräsentiert wurden. „Ich halte diese Veranstaltung für sehr wichtig. Tage wie diese erinnern einfach immer wieder an das Ereignis und mahnen auch, welche Aufgaben die Stadt weiterhin in diesem Bereich hat.“

Zurzeit arbeite die Stadt daran, Flächen anzukaufen, um Retentionsgebiete zu schaffen und den Deich an der Sülz hochwassergerecht zu verlegen. „So etwas darf sich nicht wiederholen“, so der Bürgermeister.