Alle Rösrather Grundschul-Projekte zusammen sollen 114,5 Millionen Euro kosten.
RückblickMassive Investitionen in Rösraths Schulen sorgen für Löcher im städtischen Haushalt

In Rösraths Schulen wird weiter kräftig investiert. Der Erweiterungsbau für das Gymnasium soll zum neuen Schuljahr nutzbar sein.
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Kommunalwahlkampf, Schulausbau und ökologische Diskussionen sorgten 2025 in Rösrath für Schlagzeilen.
Schulen und Kitas
Der Ausbau des Schulzentrums Freiherr vom Stein geht weiter. Mit dem Beschluss, die Gesamtschule dauerhaft fünfzügig zu gestalten, plant die Politik einen dreigeschossigen Neubau in konventioneller Bauweise und mit eigener Aula für 15,6 Millionen Euro. Für das Gymnasium wird ein Erweiterungsbau in Modulbauweise zurzeit ausgebaut, im neuen Schuljahr soll er nutzbar sein.
Auch die Pläne für die Grundschulen nehmen Fahrt auf
Anvisiert sind ein Neubau der Gemeinschaftsgrundschule (GGS) Rösrath und der Katholischen Grundschule (KGS) Rösrath sowie ein neues Multifunktionsgebäude für GGS und KGS mit Turnhalle, Mensa und Aula. Geplant ist auch ein Neubau der GGS Hoffnungsthal, der eine Vierzügigkeit ermöglicht – der Standorts für einen Neubau ist noch zu klären. Für Forsbach ist der Ausbau der GGS als dreizügige Schule geplant. Alle Grundschul-Projekte zusammen sollen 114,5 Millionen Euro kosten. Das ist weit mehr als die Stadt Rösrath in einem Haushaltsjahr ausgibt.
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Diskussionen gab es auch über eine Anhebung der Elternbeiträge für Kitas. Ein Vorschlag der Stadtverwaltung stieß auf Kritik der Politik, mehrere Fraktionen forderten eine „moderate“ Anhebung und legten eigene Vorschläge vor, doch am Ende vertagte die Politik das Thema in die neue Wahlperiode. Eine Anhebung kommt damit erst zum Beginn des neuen Kita-Jahrs im Sommer.
Hoffnungsthals Ortsmitte
Ein externer Planer soll ein Gesamtkonzept für Hoffnungsthal entwickeln. Darauf hat sich die Kommunalpolitik verständigt. Über die Stadtentwicklung in Hoffnungsthal, insbesondere die Standorte von Grundschule und Feuerwehr, wurde zuvor über Monate heftig diskutiert. Zur Debatte steht, ob die Grundschule am jetzigen Standort in der Ortsmitte bleibt oder auf ein von der Stadt neu gekauftes Grundstück an der Bergischen Landstraße zieht. Für den vierzügigen Ausbau der Schule ist der Platz auf dem jetzigen Grundstück knapp, viele Stimmen wollen aber die Grundschule in der Ortsmitte halten. Gleichzeitig benötigt die Feuerwehr-Löschgruppe Hoffnungsthal dringend einen zentraler gelegenen Feuerwehrhaus-Standort – das Grundstück an der Bergischen Landstraße wäre geeignet.
Haushalt
Mit dem Haushalt 2025 hat die Stadt die Weichen für massive Investitionen gestellt. Dies führt zu einer Kreditaufnahme von 45,3 Millionen Euro für 2025, rund 40 Millionen für 2026, 55,8 Millionen für 2027 und 17,7 Millionen für 2028. Parallel zum steilen Anstieg der Kredite werden die Rücklagen abgeschmolzen. Durch „Tricks“ ließ sich für 2025 ein formal ausgeglichener Haushalt vorlegen. Auf Dauer ist die Stadt aber in einer „Schuldenfalle“ und benötigt höhere Einnahmen.
Ökologie
Eine Nachhaltigkeitsstrategie wurde im Stadtrat diskutiert, die Mehrheit sah aber nicht überschaubare Konsequenzen, forderte eine Überarbeitung und vertagte den Beschluss in die neue Wahlperiode – dem Druck von Bürgerinitiativen zum Trotz. Auch eine von den Stadtwerken Rösrath und ihrem Partner Stawag geplante große Photovoltaikanlage mit circa 7300 Modulen am Münchenberg wurde kritisch begleitet: Der Bergische Naturschutzverein (RBN) forderte eine naturverträgliche Gestaltung. Bei Bauprojekten in Sülznähe war die Hochwasservorsorge immer wieder ein Thema. Als Vorzeigeprojekte in diesem Sinne wurden umfassende Sicherungsmaßnahmen durch das Wöllner-Stift gewürdigt, ebenso der Neubau der Kita Volberg.
Kommunalwahl
Die Positionierung der Parteien vor der Kommunalwahl fand viel Aufmerksamkeit. Die CDU rang um Schulterschluss, nachdem sich bei der Kür ihres Bürgermeisterkandidaten zwei Lager gebildet hatten. Bei den Grünen gab es nach Misstönen eine große Mehrheit für Giselher Dick (ZLR) als gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten von Grünen und ZLR. Ohne Querelen brachten SPD und Fors-Park ihren Kandidaten Yannick Steinbach (Fors-Park) an den Start.
Bei der Wahl zum Stadtrat blieben CDU und Grüne stärkste und zweitstärkste Kraft – bei merklichen Verlusten (CDU: minus 3,9 Prozent; Grüne: minus 8,2 Prozent). Leichte Verluste verbuchten SPD (minus 1,4 Prozent) und FDP (minus 0,6 Prozent). Starke Zugewinne erzielten Fors-Park (plus 5,7 Prozent, mit insgesamt 13,7 Prozent nun viertstärkste Kraft im Stadtrat), die AfD (plus 5,1 Prozent) und ZLR (plus 4,5 Prozent). Die Linke blieb stabil bei 3,9 Prozent (plus 0,1 Prozent).
Bei der Wahl des Bürgermeisters erreichten Yannick Steinbach (SPD, Fors-Park) und Giselher Dick (Grüne, ZLR) die Stichwahl. CDU-Kandidat Miguel Louzao de la Cruz wurde nur Dritter, Amtsinhaberin Bondina Schulze (unabhängig) kam nur auf knapp acht Prozent. In der Stichwahl setzte sich Yannick Steinbach mit 52,6 Prozent als neuer Bürgermeister gegen Giselher Dick durch.
Verwaltung
Ende März verließ die Technische Beigeordnete Bianca Lorenz die Stadt Rösrath, damit machten die personellen Querelen unter Bürgermeisterin Bondina Schulze noch einmal Schlagzeilen. Deutlich bessere Bedingungen hat die Verwaltung seit Oktober mit dem Umzug zweier Fachbereiche in den neuen Verwaltungsbau in Venauen.

