Abo

Sieben EnkelkinderSofie und Jakob Ingenhaag aus Bergheim-Glessen feiern Diamantene Hochzeit

3 min
Ein Mann und eine Frau stehen vor Bäumen und lächeln.

Sofie und Jakob Ingenhaag sind seit 60 Jahren verheiratet. 

Sie lernten sich an Pfingsten 1958 in einer Jugendherberge in Bad Honnef kennen. Ihr erstes Kennenlernen mündete im Streit.

Eine „treulose Tomate“ nannte Sofie Ingenhaag ihren heutigen Ehemann Jakob in ihrem ersten Brief. Im Glauben, er habe ihr nicht geschrieben, hatte das junge Mädchen 1958 die Initiative ergriffen. Doch Jakob verteidigte sich – sein erster Brief war zu ihm zurückgesendet worden. Zum Beweis legte er ihn seiner zweiten Sendung bei. Fortan kommunizierten die jung Verliebten hauptsächlich schriftlich, sahen sich zunächst nur selten – er wohnte in Wachtendonk, sie in Euskirchen.

Heute feiert das Paar diamantene Hochzeit. Kennengelernt haben sich Sofie Waldenburg, so der Mädchenname der Jubilarin, und Jakob Ingenhaag an Pfingsten 1958 in einer Jugendherberge in Bad Honnef. Die damals 16-Jährige war dort mit drei jungen Mädchen der katholischen Jugend. Jakob, 19 Jahre jung, war mit drei Freunden aus dem Skatclub angereist.

Bergheim: Erstes Kennenlernen mündete im Streit

„Unser erstes Kennenlernen war Zank“, schmunzelt die heute 84-Jährige. Die jungen Männer hatten im Speisesaal, in dem sie wegen Überfüllung der Herberge zu nächtigen beabsichtigten, kurzerhand das Gepäck der Mädchen aus den Klappbänken entfernt und den Platz für sich beansprucht. „Das war nicht die feine Art“, gibt Jakob Ingenhaag heute zu. Nach Zurechtweisung durch Sofie einigten sich die jungen Leute – die Männer gaben die Klappbänke frei und übernahmen den Abwasch – und teilten einen Tisch.

Sofie und Jakob verstanden sich dann doch so gut, dass sie vor ihrer Abreise Adressen tauschten. Beide arbeiteten zu diesem Zeitpunkt bei der Post. Am 29. März 1966 heiratete das junge Paar in Euskirchen standesamtlich; die kirchliche Trauung folgte genau ein Jahr später in der Herz Jesu Kirche in Euskirchen.

Zu sehen ist ein Ehepaar an seinem Hochzeitstag.

Die beiden traten in Euskirchen vor den Traualtar. (Repro)

1967 zogen sie zusammen in eine Wohnung nach Köln-Ossendorf, wo 1968 der erste Sohn Frank geboren wurde. 1970 stand ein Umzug nach Pulheim an; hier kamen 1971 Sohn Mike und 1974 Tochter Heike zur Welt. 1975 zog die Familie in eine größere Postmietwohnung, die Platz für alle fünf bot.

Jakob Ingenhaag hatte nach Ausbildung zum Maschinenschlosser und nachgeholtem Abitur sowie weiterer beruflicher Stationen eine Stelle als Gruppenleiter EDV im Rechenzentrum der Deutschen Post angetreten und kümmerte sich schlussendlich bis zur Pensionierung 1998 in der Generaldirektion der Post in Bonn um die Bilanzen. Als die Kinder etwas größer waren, arbeitete auch Sofie wieder bei der Post – zunächst im Nachtdienst. „Das war eine schöne, wenn auch anstrengende Zeit“, sagt sie.

Die Familie unternahm Reisen nach Italien, Frankreich oder Spanien, auch gründete das Ehepaar 1987 einen Wanderklub. „Wir sind bis vor wenigen Jahren gewandert und treffen uns auch heute noch“, so Jakob Ingenhaag. Sieben Enkelkinder sind bei der Feier zur Diamantenen Hochzeit dabei. „Sie sind unser ganzer Stolz“, freut sich Sofie Ingenhaag.

„Es geht uns gut, wir sind gesund“, sagt das Paar, das 1999 in seine Wohnung in Glessen zog und auch sehr schwere Zeiten gemeinsam überwunden hat – 2014 mussten sie Abschied von ihrem Sohn Mike nehmen. „Man sollte, egal wie alt man ist, jeden Tag gemeinsam genießen“, finden beide.