Die Abwicklung des Zweckverbands La Musica kostet die Kommunen Bergheim, Elsdorf, Kerpen und Pulheim monatlich um die 40.000 Euro.
Nach Ende von La MusicaBergheims städtische Musikschule hat schon 250 Lehrlinge

Nach dem Ende von La Musica gründete Bergheim eine eigene städtische Musikschule (Symbolbild).
Copyright: Oliver Tripp
Seit dem 1. März hat Bergheim eine eigene städtische Musikschule. Rund 250 Schülerinnen und Schüler hätten sich bereits angemeldet. Davon kommen über 50 aus den Nachbarkommunen, so die Schulleitung von La Musica.
Die Gründung der städtischen Musikschule war eine Reaktion auf das Ende des Zweckverbands La Musica zum Jahresende 2025. Hier wirkten ursprünglich auch die Kommunen Bedburg, Pulheim, Kerpen und Elsdorf mit, um in allen fünf Städten Musikunterricht durchzuführen. Die Versuche der Kreisstadt, La Musica doch noch zu erhalten, fruchteten letztlich nicht, sodass die Zweckverbandversammlung am 17. Dezember das Ende der interkommunalen Musikschule beschloss.
Kommunen haben weiterhin laufende Kosten wegen La Musica
Noch existiert La Musica fort. „Es gibt recht komplexe Regelungen, wie der Zweckverband aufzulösen ist“, sagt Michael Robens, Leiter des Bürgermeisterbüros in Bergheim. Mit Ausnahme von Bedburg, das bereits ausgestiegen ist, tragen die Kommunen damit weiter laufende Kosten, etwa für Miete und die Weiterbeschäftigung des Personals. So würden rund 40.000 Euro pro Monat anfallen, so Robens, die die Kommunen anteilig tragen.
Die Stadt Pulheim etwa kommt laut eigenen Angaben zumächts für knapp 13.000 Euro monatlich auf. „Diese Zahlungen hat die Stadt stets fristgerecht geleistet“, teilt Stadtsprecherin Ruth Henn mit. Hinzu kommen Kosten für die mit der Auseinandersetzungsvereinbarung beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. „Diese belaufen sich für die Stadt Pulheim bisher auf rund 6.850 Euro und sind bereits beglichen worden.“ Die Stadt Kerpen bezahlt laut eigenen Angaben monatlich 10.453,48 Euro für die Liquidation.
Die übrigen Kommunen haben also ein Interesse daran, La Musica zügig abzuwickeln. Dafür müssen sie noch klären, wie sie das Vermögen und die Lasten von La Musica verteilen. Die Elsdorfer Pressestelle erklärte, dass die Gesamtkosten für die Abwicklung damit noch nicht feststehen, der Jahresabschluss 2025 sei etwa noch in Bearbeitung.
Bergheim baut eigene Musikschule auf
Noch beauftragt die Kreisstadt La Musica, um Musikunterricht in Bergheim anzubieten, und zahlt dafür Geld an den Zweckverband. Parallel zur Abwicklung baut Bergheim die eigene Musikschule auf. Einiges an Personal hat die Kreisstadt bereits übernommen, und will langfristig die aktuelle Schulleitung um Theresa Meumertzheim und Peter Protschka anstellen.

Theresa Meumertzheim (l.) und Peter Protschka (r.) von der Schulleitung sowie Michael Robens vom Bürgermeisterbüro berichteten zum aktuellen Stand der städtischen Musikschule.
Copyright: Rafael Greboggy
Zum Angebot der neuen Schule gehören Instrumental- und Gesangsunterricht für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, teilweise in Einzel-, teilweise in Gruppenunterricht. Es gibt Bläserklassen, Chöre im Gleis 11 und in der Astrid-Lindgren-Schule oder ein Blasorchester, das im November ein Konzert im Medio spielen wird. Der frühkindliche Bereich wurde im Vergleich zu La Musica sogar deutlich ausgeweitet. Die Ausgaben für die neue Musikschule belaufen sich auf 496.500 Euro, wobei abzüglich der Einnahmen Nettokosten von 252.000 Euro verbleiben, die die Stadt trägt, so Michael Robens.
Kooperation mit Kerpen anvisiert
Dazu habe die Bergheimer Musikschule der Stadt Kerpen angeboten, den Ensembles, die dort angesiedelt sind und früher Teil von La Musica waren, eine musikalische Heimat in Bergheim zu bieten und dafür separate Vereinbarungen treffen. Sollte Kerpen dem zustimmen, würde die Bergheimer Musikschule den Ensembles etwa Verwaltungsarbeiten abnehmen. „Es wäre natürlich schöner für alle Beteiligten und würde Synergien für beide Städte schaffen, wenn das wieder ein Musikschul-Ensemble wäre“, sagt Musikschulleiter Peter Protschka.
Als Alternative zum Musikschulangebot hat Kerpen ein Förderprogramm geschaffen, auf das sich Vereine, Schulen, Organisationen und Privatpersonen bewerben können. Mit der Förderung will die Stadtverwaltung einen Teil der Kosten der musischen Bildung übernehmen. Zum Stand 24. März waren laut Kerpener Verwaltung rund 30 Anträge von Privatpersonen und weiteren Institutionen zur musikalischen Kinder- und Jugendförderung eingegangen.
In Bedburg wird das Programm „JeKits“ an der GS Kirdorf fortgeführt. „Alles weitere soll im AK Schule und Politik erörtert und festgelegt werden“, heißt es von der dortigen Pressestelle. Der Pulheimer Stadtrat hat vergangenen Dezember die „Richtlinien zur musikalischen Kinder- und Jugendförderung in der Stadt Pulheim“ beschlossen. Im Doppelhaushalt 2026/2027 stehen Fördermittel in Höhe von jeweils 80.000 Euro bereit. Henn: „Diese Fördermöglichkeit wird grundsätzlich gut angenommen.“ Zum Stichtag 31. März seien bereits mehr als 60 Anträge auf Einzel-, Gruppen- und Partnerunterricht genehmigt worden. Hinzu kommen Projekte für Chöre oder Vereine. „Von den verfügbaren Haushaltsmitteln wurden bisher 30.454,44 Euro ausgeschöpft.“
