Raubserie auf GeschäfteVier junge Männer aus Bergheim stehen in Köln vor Gericht

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Auf dem Foto ist ein Polizist von hinten zu sehen. Er trägt seine Dienstwaffe und Handschellen an seinem Gürtel.

Im November hat die Polizei in Bergheim sechs Jugendliche und Heranwachsende festgenommen. Vier von ihnen müssen sich ab 1. März vor dem Kölner Landgericht wegen schweren Raubs verantworten.

Ein Jahr lang währte die Überfallserie. Dann nahm die Polizei ein Sextett fest. Der Fluchtwagen führte die Beamten zu ihnen.

Dreieinhalb Monate nach ihrer Festnahme müssen sich vier junge Männer vor der 15. Großen Strafkammer des Landgerichts Kölns verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen 18-fachen schweren Raub vor. Sie gehören zu einer Gruppe von sechs Tatverdächtigem, die Mitte November von der Polizei festgenommen worden waren. Gegen drei von ihnen hatte ein Richter Untersuchungshaft verhängt. Die Tatorte waren Bergheim, Elsdorf und Bedburg.

Die Raubserie hatte die Polizei im Rhein-Erft-Kreis seit November 2021 beschäftigt. Die Bande ging dabei immer nach demselben Muster vor: Kurz vor Geschäftsschluss betraten die Räuber die Ladenlokale. Mit vorgehaltenen Messern und einer Schusswaffe – sie erwies sich im Zuge der Ermittlungen als unecht – sollen sie die Angestellten bedroht und so gezwungen haben, Geld herauszugeben. Komplizen sicherten währenddessen den Fluchtweg. Dabei haben sie laut Anklage „erhebliche Geldbeträge“ erbeutet.

Ab Mitte 2022 verlagerten sich die Tatorte von Bergheim nach Bedburg und Elsdorf

Ein Tiernahrungsgeschäft an der Sportparkstraße in Bergheim wurde gleich zweimal überfallen. Weitere Ziele der Bande waren unter anderem ein Imbisswagen, ein Juweliergeschäft und eine Tankstelle in Bergheim.

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Ab Jahresmitte 2022 verlagerte sich das Raubgeschehen nach Elsdorf und Bedburg – möglicherweise wurde der Bande das Pflaster in ihrer Heimatstadt Bergheim zu heiß. Dort überfielen die Männer – in unterschiedlicher Beteiligung – unter anderem einen Discounter und eine Bäckerei.

In einigen Fällen flüchteten die Tatverdächtigen ohne Beute, so zum Beispiel bei dem versuchten Raub auf den Juwelier in der Kreisstadt. Er hatte den Alarmknopf ausgelöst, was die Räuber bemerkten und flüchteten. Vermutlich in dem VW Polo, den mehrere Zeugen der Überfälle als Fluchtfahrzeug erkannt haben wollten.

Für den Prozess sind zehn Verhandlungstage in Köln angesetzt

Sie beschrieben zudem die Täter nahezu identisch. Ermittlungen führten die Kriminalbeamten schließlich auf die Spur der Tatverdächtigen. Die Beweislast war letztlich so groß, dass ein Richter auf Antrag der Staatsanwaltschaft Köln Wohnungsdurchsuchungen anordnete.

Dabei stellten sie zwei Messer sicher, die als Tatwaffen in Betracht kommen. Die Pistole, die bei den Überfällen benutzt wurde, hatte die Polizei bereits nach einem Überfall auf einen Supermarkt im Juli 2022 an der Hauptstraße in Bergheim in unmittelbarer Tatortnähe gefunden.

Der Prozess beginnt am Mittwoch, 1. März, vor der 15. Großen Strafkammer. Für die Verhandlung vor dem Kölner Landgericht sind bis in den April hinein zehn Verhandlungstage angesetzt.

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