Alte Pappeln und dünne Bäume werden entnommen, um mehr Platz und Licht im Wald zu schaffen, erklärt Revierförster Frank Mayer.
GenerationswechselDiese Arbeiten finden aktuell im Ville-Wald bei Erftstadt und Brühl statt

Auch hohe, große Bäume sind für die Maschine auf Rädern kein Problem.
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Hat die gewaltige „Kralle“ des Harvesters erst einmal ihre „Beute“ geschnappt, dann dauert es nur wenige Sekunden, und ein gut 30 Meter hoher und bis zu 70 Zentimeter dicker Baum ist gefällt und in exakt drei Meter lange Stücke portionsgerecht für den Abtransport geschnitten.
Der Harvester kann mit seinem Greifarm Bäume fällen, die bis zu zehn Meter links und rechts der Rückegasse im Wald wachsen. „Damit unterstützt er die aktuellen Waldarbeiten enorm“, berichtet Revierförster Frank Mayer. Er möchte sich gar nicht vorstellen, dass andernfalls alle Bäume, die jetzt in der Winterzeit entfernt werden, von Hand gefällt und aus dem Waldbereich gezogen werden müssten.

Revierförster und Chef im Wald Frank Mayer koordiniert die Durchforstung und hat sie geplant.
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Schließlich haben seine Waldarbeiter auch so noch ordentlich damit zu tun, die Bäume einzeln aus den Beständen zu nehmen, wo der Harvester nicht hinkommen kann. „Bis Ende Februar muss der Villewald auf insgesamt rund 120 Hektar bearbeitet werden“, erklärt Mayer. Betroffen seien Bereiche in Fischenich, Vochem und am Bleibtreusee. Der Plan sei, insgesamt etwa 3500 Kubikmeter Holz aus den Anlagen zu entnehmen.
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Mit Entnahme der alten hohen Pappeln soll mehr Licht in den Villewald gelangen
„Dabei handelt es sich vorwiegend um dünnere Bäume“, erläutert Mayer. Durch ihre Entnahme erhielten die kräftigeren Bäume mehr Platz zum Wachsen. Und dieser Platz sei auch dringend erforderlich. Damit sich die Bäume nämlich gut entwickeln und kräftige Baumkronen bilden können, müsse der Wald immer mal wieder durchforstet werden. Als Förster sei er schließlich auch dafür verantwortlich, dass der Wald auch in der Zukunft gesund und gegen den Klimawandel stark und widerstandsfähig bleibe.
Bis Februar müssten auch wieder ein Teil der alten Pappeln – etwa 20 Bäume pro Hektar –, die noch von der ersten Generation nach der Rekultivierung des Tagebaus stehen, aus den Wäldern geholt werden. Sie seien mittlerweile so alt, dass ein Generationswechsel anstünde. „In normalen Wäldern schafft das die Natur alleine“, erklärt Mayer.

Der Harvester erleichtert die Arbeiten im Wald.
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Im Villewald klappt das auch deswegen nicht, weil der Wald auf nahrhafter Erde gepflanzt wurde. Die bei der Rekultivierung gepflanzte erste Generation habe ja zunächst nur die Aufgabe gehabt, schnell groß zu werden. Viele der Bäume aus der ersten Generation seien auch längst ausgetauscht – aber eben noch nicht alle. Mit der Entnahme der alten hohen Pappeln erhofft sich Mayer auch, dass wieder mehr Licht in den Wald gelangt, so dass die nächste Generation der Bäume gut nachwachsen kann. Als Schutzschirm dieser nachwachsenden Generation haben die Pappeln aber gute Dienste geleistet.
Villewald: Revierförster appelliert an Waldbesucher, alle Sperrungen zu akzeptieren
In anderen Bereichen des Waldes haben sich unter den Pappeln allerdings auch verschiedene Schlingpflanzen ausbreiten können, die eine natürliche Verjüngung schlichtweg verhindern. Insbesondere südlich des Bleibtreusees soll so eine ganze Fläche neugestaltet werden. „Hier werden im Frühjahr Traubeneichen, Weißtannen und Heimbuchen gesetzt“, berichtet Mayer. Zudem sei geplant, auch Platanen und Tulpenbäume zu pflanzen.
Zunächst aber steht die Durchforstung im Mittelpunkt. Eindringlich appelliert der Revierförster an die Waldbesucher, sich nicht in Lebensgefahr zu begeben und alle Sperrungen zu akzeptieren. Es handele sich um Wanderbaustellen. So brauche der Wald nicht komplett gesperrt zu werden, sondern immer nur dort, wo bei den Arbeiten Bäume auf den Waldweg stürzen könnten. Umleitungen sind ausgeschildert.
Alle durch die Waldarbeiten möglicherweise in Mitleidenschaft geratenen Wege sollen im Übrigen bis spätestens Juni 2026 wieder instand gesetzt werden. Die Durchforstung ist zudem so angelegt, dass in den kommenden fünf bis sieben Jahren auf den jeweils bearbeiteten Waldflächen keine größeren Maßnahmen mehr nötig sein werden.
„Anders ist das mit den Verkehrssicherungsmaßnahmen entlang der Luxemburger Straße zwischen Hürth und der Einfahrt zum Liblarer See und dem Bahndamm dort“, erklärt Mayer. Dort hängen die Äste teils über die Straße oder über den Bahndamm. Einige Bäume sind auch so stark mit Efeu bewachsen, dass zu befürchten sei, dass sie absterben könnten. Dort müssten die Bäume regelmäßig zurückgeschnitten oder sogar ganz aus den Anlagen genommen werden.
Das geschieht mit dem Holz
Das Holz der jungen Bäume aus dem Villewald wird mit Ausnahme der Pappeln zumeist regional als Brennholz verkauft. Das Pappelholz aus dem Villewald kann vielseitig genutzt und eingesetzt werden: als Sperrholz oder Furnierholz, aber auch für den Bau von Kisten und Paletten. Begehrt sind die Pappelhölzer aber auch für die Herstellung von Holzschuhen und Saunabänken. (mkl)


