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Schwimmen in ErftstadtHallenbad in Lechenich wohl erst 2028 fertig, Freibad 2029

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Drei Männer stehen in einem leeren Schwimmbecken und begutachten Baumängel.

Wolfgang Hein (l.) von der auf Schwimmbadbau spezialisierten Projektentwicklungs- und Planungs- GmbH „Vision 12!“, Alexander Frank (r.) und Carsten Heller von den Bäderbetrieben der Stadt Erftstadt stellten bei der ersten Begehung erhebliche Mängel in den Becken fest.

Der aktuelle Stand zum Wiederaufbau des Lechenicher Freibads und die Leistungsausschreibung für das neue Hallenbad waren Thema im Ausschuss.

Die Erftstädter werden sich wohl noch eine Weile gedulden müssen, bis sie im Freibad in Lechenich und im neuen Schul- und Vereinsschwimmbad ins kühle Nass eintauschen können. Das wurde am Dienstagabend im Betriebsausschuss der Stadtwerke deutlich.

Wolfgang Hein von der Projektentwicklungs- und Planungs- GmbH „Vision 12!“ stellte den Sachstand der Freibadsanierung in Lechenich vor. Das Büro ist auf Schwimmbadbau spezialisiert. Er betonte, dass es sich um Projektskizzen handele und noch nicht um einen vollständigen Vorentwurf.

Die erste Variante sieht vor, ein Schwimmerbecken aus Edelstahl zu installieren, das Bestandsgebäude sowie das Nichtschwimmerbecken als Mehrzweckbecken zu modernisieren und ein neues Gebäude für Schwimmmeister und Technik, ein Kinderbecken, einen Wasserspielplatz sowie einen Lärmschutzwall zur angrenzenden Bebauung zu errichten.

Erftstadt: Inbetriebnahme des Freibads wohl nicht vor September 2029 – Unmut bei Politikern

Die Planer gehen davon aus, dass die Bauarbeiten im Juli 2028 beginnen könnten, die Inbetriebnahme terminieren sie derzeit auf September 2029. Die Kosten werden auf rund 12,7 Millionen Euro beziffert, wovon 9,5 Millionen Euro aus der Fluthilfe gezahlt werden könnten. Das nimmt das Büro jedenfalls an, da die Bezirksregierung die genaue Höhe der Fluthilfe vermutlich erst nach Erstellung einer Planung festlege.

Bei einer Variante mit einem 25-Meter-Schwimmerbecken schätzen sie die Kosten auf 11,9 Millionen. Der Vorteil: Die jährlichen Kosten für Betriebsmittel, Wasser, Wärme und Strom könnten um etwa 40 bis 45 Prozent reduziert werden. Der Nachteil: „Aus sportlicher Sicht wäre ein 50-Meter-Becken angebracht bei einer Stadtgröße wie Erftstadt“, so Hein.

Das ist sehr ernüchternd, was wir hier vorliegen haben
Michael Schmalen (CDU)

Besonders der Zeitplan sorgte für Unmut bei manchem Ausschussmitglied. Michael Schmalen (CDU) fand deutliche Worte: „Das ist sehr ernüchternd, was wir hier vorliegen haben.“ Wenn man erst 2029 eröffne, spreche man von über neun Jahren nach dem Flutereignis, so Schmalen.

Es sei nicht leicht, in den Terminplan mehr Tempo hineinzubringen, sagte Hein. In Anbetracht der Fördermittel für den Wiederaufbau könne man nicht bis 2030 warten, sagte der Technische Beigeordnete Dirk Schulz. „Wir müssen vorher, deutlich vorher fertig werden.“

Hallenbad: Inbetriebnahme voraussichtlich im Oktober 2028

Jens-Wilhelm Brand von der Ingenieur-Gesellschaft „Constrata“ stellte die Vorbereitungen für das Vergabeverfahren der Totalunternehmerleistungen zum Neubau des Hallenbads vor. Das Raumprogramm umfasst etwa ein Sportschwimmbecken, ein Kurs- und Lehrschwimmbecken, sechs Sammelumkleiden, sechs Umkleiden für Trainer, Duschen sowie einen Schulungsraum als Multifunktionsraum. Die Gesamtkosten veranschlagte Constrata auf 18,4 Millionen Euro netto.

Der Terminplan des Ingenieurbüros sieht vor, dass im April 2027 mit dem Bau begonnen wird und die Inbetriebnahme im Oktober 2028 erfolgt. „Wir sind ein bisschen entsetzt“, urteilte Sylke Hindrichs vom Vorstand des Stadtsportverbands Erftstadt (SSV). Bisher habe man immer die Information gehabt, dass das Bad 2027 fertiggestellt werde. „Ich würde sagen, schneller geht es nicht“, so Brand.

Derzeit ist das Hallen- beziehungsweise Variobad unter der Aula im Lechenicher Schulzentrum laut Hindrichs Heimat von acht Vereinen. Doch das Bad ist nach wie vor in desolatem Zustand. Schulz betonte, man werde versuchen, das Hallenbad unter der Aula so lange wie möglich in Betrieb zu halten.

Das neue Hallenbad, so Schulz, solle „ein Standardbad werden ohne großen Luxus, das aber die Qualität hat, dass es die nächsten 30 Jahre hält“. Der Ausschuss stimmte der Ausschreibung des Projektes einstimmig zu.