Die kleine Ella Korp durfte sich als große Gewinnerin der Erftinale in Erftstadt feiern lassen.
Siebenminütiges WerkSiegerin des Kurzfilmfestivals in Erftstadt ist erst acht Jahre alt

Bei der Erftinale wurden am Ende alle Teilnehmenden wie Siegerinnen und Sieger gefeiert.
Copyright: Joachim Röhrig
„Und dann machen wir noch ein paar Sachen in Zeitlupe. Da kann man dann im Detail schön sehen, wie die Jule springt“, weist die Regisseurin aus dem Off ihren Kameramann an, „und wenn das nicht klappt, dann ist das eben so.“ Doch die Zeitlupen-Einstellungen mit Jule, der Katze, und auch der Rest des Films namens „Verbindung Mensch-Tier“ klappten prima. So durfte sich die kleine Ella Korp am Samstagabend als große Gewinnerin der Erftinale feiern lassen.
Das Besondere: Die pfiffige Filmemacherin und warmherzige Tierfreundin, deren Streifen beim Kurzfilmfestival der Kulturinitiative Szene 93 auf Platz eins der Publikumsgunst landete, ist erst acht Jahre alt. Zugegeben: Für Kameraführung und die technische Umsetzung zeichnet sich größtenteils Ellas Papa Miguel Igler verantwortlich. „Doch ich war nur das ausführende Organ. Die vielen kreativen Ideen, die wir gemeinsam umgesetzt haben, stammen alle von Ella“, erklärt der stolze Vater.
Alltag mit Hund und Katze in Szene gesetzt
Dass ihr knapp siebenminütiges cineastisches Gemeinschaftsprojekt, in dem Ellas Liblarer Alltag mit Hund, Katze, Meerschweinchen und Hahn zuckersüß in Szene gesetzt wird, so gut ankommen würde, hatten weder Vater noch Tochter erwartet. „Sie war unsicher, ob ihr Film überhaupt gut genug für eine öffentliche Vorführung ist. Dass Ella am Ende dann doch den Mut aufgebracht hat, ihr Werk zu präsentieren, finde ich toll.“
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Ob er es auch toll finden soll, das von der Kreissparkasse spendierte Preisgeld in Höhe von 600 Euro für ein weiteres Familientier zu sparen, weiß Miguel Igler allerdings noch nicht so recht: „Ellas großer Traum ist ein eigenes Pferd.“ Bei der Erftinale buhlten aber noch zehn weitere Kurzfilme um die Gunst der Kinofans, und sie alle hatten ihren ganz eigenen Reiz und waren prall gefüllt mit guten Ideen.
Solo-Kunstschaffende und Kollektive, Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus Erftstadt und Umgebung hatten ihrer Kreativität für die siebte Erftinale-Auflage experimentierfreudig freien Lauf gelassen. Das wie immer bewusst weitgefasste Rahmenthema „Verbindungen“ ließ aber auch viel Raum, Beziehungen von Mensch zu Mensch, von Mensch und Umwelt, von Leben und Tod oder gleich mehrfach zwischen Mensch und Künstlicher Intelligenz in Szene zu setzen.
Von Animations-, Zeichentrick- und Stop-Motion-Filmen bis hin zu aufwendigen Kurzspielfilmen reichte die Palette, die über die Leinwand im gut besuchten Anneliese-Geske-Kulturhaus lief. So trumpfte eine schon mehrfach bei der Erftinale erfolgreiche Freundesclique um Jan Philipp Hellmich diesmal mit einer urkomischen, in London gedrehten Agentenfilm-Persiflage auf und holte mit „Verbindungen zur Unterwelt“ Platz drei.
Die Zuschauer zum Staunen gebracht
Derweil erzählen die Zweitplatzierten Madita Friedrichs und Wunna Schultz-Wild in „Der gewünschte Gesprächspartner“ die ebenso beklemmende wie aufrüttelnde wahre Geschichte einer Freundin, die an einer schweren psychischen Erkrankung leidet.
Ella Korps älterer Bruder Jonathan wurde für seine experimentelle „Verkettung der Welten“ mit Platz vier belohnt, Anne Glasow landete mit ihrem heiteren Comic „Conni in Action“ auf Platz fünf. Hauptgewinner waren aber nicht zuletzt die Zuschauerinnen und Zuschauer, die darüber staunten, was in einer Maximalspielzeit von sieben Minuten so alles möglich ist.

