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Logicor bautDas sind die neuen Pläne für das ehemalige Kaufhof-Gelände in Frechen

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Auf dem Bild ist eine Visualisierung der geplanten Logistikimmobilie zu sehen.

Das Unternehmen Logicor plant den Neubau einer Logistikimmobilie an der Bonnstraße in Frechen. (Visualisierung)

Das europäische Unternehmen plant eine Logistikimmobilie mit einer Gesamtfläche von fast 65.000 Quadratmetern, die vermietet werden soll.

Das Ziel ist ehrgeizig: Schon ab 1. September des nächsten Jahres soll das Bauprojekt auf dem ehemaligen Kaufhof-Gelände an der Bonnstraße im Europapark Frechen fertig sein. Auf dem seit fast sechs Jahren brachliegenden, rund elf Hektar großen Grundstück plant das europäische Unternehmen Logicor eine große Logistikimmobilie mit einer Gesamtfläche von fast 65.000 Quadratmetern, die vermietet werden soll. Dem Vernehmen nach soll der Baustart bereits am 1. Juli erfolgen.

Die Logistikimmobilie soll – unterteilt in sechs Einheiten mit einer Höhe von je 10,5 Metern – über eine Fläche von etwas mehr als 54.000 Quadratmetern und 35 ebenerdige Tore für Ein- und Ausfahrten von Lkws verfügen. Auf rund 4300 Quadratmetern sollen Büros entstehen,  Zwischengeschosse mit einer Gesamtfläche von rund 6500 Quadratmetern sind geplant. Auf den Dächern sind Solarpanele vorgesehen, es soll E-Ladestationen geben und vor den Hallen wird ein kleiner Grünstreifen mit einem Wasserlauf und Sitzgelegenheiten visualisiert. Geplant sind zudem 268 Parkplätze für Autos und zwölf für Lkws. 

Für Frechen bietet das Projekt die Chance auf neue Arbeitsplätze und zusätzliche wirtschaftliche Impulse
Uwe Tietz, Bürgermeister von Frechen

Der Standort eigne sich besonders für Handels- und Distributionslogistik sowie wie E-Commerce-Unternehmen und Kontraktlogistiker, teilt Logicor auf der Firmen-Internetseite mit. Er biete eine hervorragende Verkehrsanbindung über das Autobahnkreuz Köln-West mit direkter Verbindung zur A4 und A1, dadurch bestünden schnelle Verbindungen in das Ruhrgebiet sowie zu internationalen Märkten in Belgien und Frankreich. Auch der Flughafen Köln/Bonn, einer der wichtigsten Cargo-Airports Deutschlands, sei nur etwa 25 Kilometer entfernt.

Bürgermeister Uwe Tietz bewertet das Projekt positiv: „Die Entwicklung des ehemaligen Kaufhof‑Areals ist ein wichtiges Projekt für Frechen. Wir begrüßen, dass Logicor die Fläche revitalisiert und damit die sehr lange ungenutzte Fläche einer neuen und wirtschaftlich tragfähigen Nutzung zuführt. Für Frechen bietet das Projekt die Chance auf neue Arbeitsplätze und zusätzliche wirtschaftliche Impulse.“ Die Technische Beigeordnete Magdalena Pötschke betont, alle Gespräche mit dem Unternehmen seien sehr konstruktiv und zielführend gewesen. 

Frechen: Amazon wollte ein Sortierzentrum errichten

Das Gelände hatte in der Vergangenheit immer wieder für Aufregung gesorgt: Nachdem das Kaufhof-Zentrallager Ende 2020 geschlossen wurde, stellte 2022 Amazon im Rathaus seine Pläne für ein Sortierzentrum mit rund 500 Arbeitsplätzen an dem Standort vor, die Pläne zerschlugen sich. Ob eine Ansiedlung in Frechen nun wieder überdacht wird, konnte der Onlinehändler auf Anfrage der Redaktion akutell nicht beantworten.

Auf dem Bild ist ein Bagger hinter Schuttbergen zu sehen.

2023 waren die Abbrucharbeiten des ehemaligen Kaufhof-Zentrallagers im vollem Gange.

2023 legten nistende Möwen  für mehrere Wochen die Abbrucharbeiten des Kaufhof-Zentrallagers lahm. Im September 2024 zog das Sanitärunternehmen Richter & Frenzel seine Ansiedlungspläne offifziell aus wirtschaftlichen Gründen zurück, mehr als 300 Arbeitsplätze waren damals geplant. Das Grundstück blieb weiter unbebaut.

Die Interessenvereinigung Frechener Unternehmen (IFU) begrüße den Schritt, das Gelände nicht weiter brach liegen zu lassen, so ihr Vorsitzender Ingo Arlinghaus: „Wie auch sicher für Logicor selber, wäre es uns lieber gewesen, diesen Schritt direkt mit einem verbindlichen, starken Mieter vorzunehmen, was jedoch bedeutet hätte, dass bis auf unbestimmte Zeit das Gelände Brachland geblieben wäre.“

Auf dem Bild ist ein Portrait von Ingo Arlinghaus zu sehen.

Ingo Arlinghaus ist Vorsitzender der Interessenvereinigung Frechener Unternehmen (IFU), in der rund 180 Unternehmen zusammengeschlossen sind. Er leitet seit 2012 die Niederlassung der Noweda-Apothekergenossenschaf in Frechen.

Mit diesem Schritt könne nun ein potentieller zukünftiger Mieter die Vorlaufzeit für eine Nutzung deutlich reduzieren. „Das erhöht nach unserer Einschätzung die Chance für Logicor, schneller einen Mieter zu finden und für die Stadt Frechen eine hoffentlich wirtschaftliche starke Neuansiedlung zu erreichen“, hofft Arlinghaus. Mit einem Mieter für ein Objekt dieser Größenordnung seien zudem neue Arbeitsplätze zu erwarten. Das passe gut zu den Plänen, die Projekte Grube Carl und Rhenania-Quartier zu erweitern, damit neue Mitarbeitende Wohnraum in Frechen direkt finden könnten.

Kevin Krukau, Projektentwickler und Geschäftsführer der Wolf Capital Group, die das Rhenania-Quartier direkt gegenüber des neuen Logistikstandorts plant, „erwartet positive Effekte“, nicht nur auf sein Bauvorhaben: „Wir begrüßen die Entwicklungen von Logicor in Frechen ausdrücklich. Die neue, flexibel nutzbare Logistikimmobilie stärkt den Gewerbestandort Frechen nachhaltig und setzt wichtige Impulse für seine zukünftige Entwicklung.“

Die Firma Logicor wollte sich auf Anfrage noch nicht zu ihrem Vorhaben äußern.


Das Unternehmen Logicor

Logicor ist ein führender Eigentümer, Verwalter und Entwickler von europäischen Logistikimmobilien. Das Portfolio des Unternehmens umfasst über 20 Millionen Quadratmeter Lagerfläche in 18 Ländern. Die Kundenzahl wird mit 2000 angegeben.

Der Vermögenswert wird in den Geschäftszahlen für 2024 mit 15,6 Milliarden Euro angegeben. Mit Hauptsitzen in London und Luxemburg werden in Europa rund 300 Mitarbeiter beschäftigt. (aj)