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Gegen ElterntaxisZum 100. Mal rollte der Bici-Bus in Frechen – Einsatz für Verkehrssicherheit

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Auf dem Bild sind Kinder auf geschmückten Rädern zu sehen.

In Frechen startete der bunt geschmückte Tross hinter dem Streifenwagen.

Immer freitags geht es mit Polizeibegleitung zur Schule in Bachem. Überregionale Resonanz beim Start in 2022. 

Eigentlich hat man sich auf der Hubert-Prott-Straße und in Bachem längst daran gewöhnt, dass immer freitags eine Horde Schulkinder unter Aufsicht der Polizei gemeinsam zur Mauritiusschule radelt. Doch gestern war es etwas anders: Bunte Fähnchen und auch Luftballons schmückten viele der Räder der Schülerinnen und Schüler sowie der Begleitungen. Überhaupt waren diesmal viele Eltern dabei.

Kein Wunder, denn es war bereits der 100. „BiciBus“, der durch Frechen rollte. Als Ende April 2022 dieser „BiciBus“ durch das südliche Frechener Stadtgebiet startete, war die positive Resonanz überregional. War dieses Projekt doch damals einzigartig in Deutschland. „So etwas gab es bislang nur in Barcelona und Madrid“, hieß es damals – und nun auch in Frechen. Inzwischen gibt es diese Einrichtung in knapp 50 Städten in Deutschland und der 6. Juni ist der offizielle „BiciBus-Tag“.

Eltern und Kinder radeln zur Schule, die Räder sind mit Luftballons geschmückt.

Langsam ging es durch die Mauritiusstraße zur Schule. Viele Eltern begleiteten die Kinder auf dem Schulweg

Zur Erläuterung: Der „Bicibus“, eine spanische Wortschöpfung für den Fahrradbus, soll eine umweltfreundliche Alternative zum berüchtigten Eltern-Taxi sein. Die Initiatoren, darunter auch die Frechener Ortsgruppe des ADFC, wollen so aufzeigen, dass es noch andere Möglichkeiten als das Kraftfahrzeug gibt, um die Schule zu erreichen.

„Und die Vorteile“, so Kathrin Kerner, die örtliche Initiatorin, „sind vielfältig: Zum einen fahren immer mehrere Kinder in Gemeinschaft zusammen zur Schule. Vielfach werden sie zur Absicherung auch von mehreren Eltern begleitet. Zur Absicherung ist aber auch stets der ADFC und die Polizei dabei. Und die Kinder dürfen in der Kolonne auf der Straße fahren, was normalerweise in dem Alter ja noch nicht erlaubt ist.“ Kerners ältestes Kind ist inzwischen auf dem Gymnasium, aber sie hat noch Zweit- und Viertklässler dabei, kann das also noch länger organisieren.

Frechen: Den Kindern macht es viel Spaß hinter einem Einsatzfahrzeug der Polizei mit Blaulicht zu fahren

Und das spornt an, denn viele Kinder, die vorher zu Fuß den Schulweg absolvierten, sind auf ihr Rad umgestiegen und haben so ihre Freude am Radfahren entdeckt. Nach den Worten von Kathrin Kernen haben manche auch ihre Eltern überzeugt, dass das Fahrrad nicht nur eine gute Möglichkeit für den Schulweg ist, sondern auch einen freudigen, aktiven Start in den Tag in einer großen Gruppe bietet.

Auf dem Bild ist ein Polizeiauto zu sehen, hinter dem Kinder und Eltern radeln.

Langsam ging es durch die Mauritiusstraße zur Schule. Viele Eltern begleiteten die Kinder auf dem Schulweg.

Und den Kindern macht es natürlich viel Spaß, wenn sie hinter einem Einsatzfahrzeug der Polizei mit Blaulicht hinterherfahren dürfen. Manchmal ist es aber auch nur ein Polizeimotorrad an der Spitze des Konvois. Seit einige Zeit wird die Begleitung vom Verkehrsdienst der Kreispolizei übernommen, am Freitag hatten die Polizeihauptkommissare Tom Held und Roman Hardt die Aufgabe, den Tross anzuführen. Gregor Berhorst von der ADFC-Ortsgruppe Frechen machte das Schlusslicht.

Die erste Gruppe versammelt sich an der Ecke Dr. Schultz-Straße/Hubert-Prott-Straße, dann geht es weiter in Richtung Bachem, wo noch zugestiegen werden kann“, erzählt Katrin Kerner. Gewöhnlich startet dort eine etwa 15- bis 20-köpfige Gruppe, die sich bis zum Schluss auf rund 50 Kinder addiert. Dabei sind auch Kita-Kinder, die dort in Bachem zur Tagesstätte gehen- „Sehr gut“ findet die neunjährige Antoni diese Begleitung. Für sie ist es das letzte Grundschuljahr. Strahlend startete Lina mit zwei bunten Ballons am Lenker in den Morgen. Sie geht in die erste Klasse und wird an diesem Tag von ihrer Oma begleitet. „Eigentlich trage ich ja ungern einen Helm“ gibt die Seniorin verschämt zu, „aber heute muss es ja wohl mal sein.“

Der „BiciBus“ läuft seit viereinhalb Jahren wie geschmiert, gibt es denn noch weitere Wünsche? Frau Kerner nicht: „Unser großer Wunsch ist es aber weiterhin, dass die Ellernbende eine Schulstraße wird, so dass zu Bring- und Hol-Zeiten keine Autos die Kinder vor der Schule gefährden. Wir erleben es noch immer, dass Elterntaxis über den Bürgersteig fahren und ihre Kinder bei laufendem Motor und direkt vor dem Schultor aus dem Auto steigen lassen. Dies birgt eine Gefahr für die anderen Kinder, die zu Fuß zur Schule gehen oder ihren Roller/Fahrrad an der Stelle abschließen. Und sie müssen die Abgase dieser Autos einatmen.“