Mädchen können allesNRW-Wissenschaftsministerin motiviert in Frechen für Mint-Fächer

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NRW-Wissenschaftsministerin beim zdi-Mädchen-Camp

NRW-Wissenschaftsministerin Ina Brandes (l.) ließ sich einen Windkanal beim „Aeroreace Lab“ der FH Aachen zeigen.

Frechen – Mädchen können alles – auch Spaß an Chemie, Physik, Technik und Mathematik haben. Darum ging es am Freitag am Gymnasium in Frechen beim „zdi-Mädchen-Camp“, einer Veranstaltung, bei der die Schülerinnen Gelegenheit hatten, sich mit unterschiedlichen Mint-Themen zu befassen. Die Abkürzung Mint umfasst Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, diese Fächer sind nach wie vor eher männlich besetzt.

Stereotypen beeinflussen die Mint-Fächer

„Was sind Quanten und warum interessiert mich das?“ oder „Wo verstecken sich unscheinbare physikalische Formeln in unserem Alltag?“ lauteten die Überschriften zu zweien der zwölf Workshops, die den Schülerinnen Lust auf Mint machen sollten. Wenn die Angebote Schweißen und Löten genannt werden, komme niemand, egal ob Jungs oder Mädchen sagte Axel Tillmanns vom zdi-Zentrum Mönchengladbach bei der Podiumsdiskussion zu Beginn. „Wenn der Kursus aber »Wir basteln ein Laserschwert« heißt, sieht das schon anders aus, auch wenn dann auch Schweißen und Löten enthalten sind.“ Das würde auch Mädchen Spaß machen.

Dr. Anneke Steegh, Wissenschaftliche Mitarbeiterin des Leibniz-Instituts für Pädadgogik der Naturwissenschaften und Mathematik, hat zu dem Thema, wie Stereotypen die Mint-Fächer beeinflussen einen ermutigenden Vortrag für alle Schülerinnen gehalten: „Ihr Mädchen seid perfekt! Nicht ihr müsst euch ändern, Mint muss sich ändern.“

Jungs sind überrepräsentiert, Mädchen lediglich verliebt

Als Beispiele für Stereotype führte sie Schlafanzüge einer großen Modekette an mit dem Motto „NASA“, die Jungs zum Mond und Mädchen „Beyond the Rainbow“ (Hinter den Regenbogen) fliegen ließen. Auch ein Malbuch eines Ministeriums nannte sie, das die Mint-Fächer bewarb und in dem die Jungs nicht nur deutlich überrepräsentiert, sondern auch cool waren, die Mädchen dagegen lediglich als „verliebt“ dargestellt wurden. „Das ist problematisch“, sagte Steegh.

Die Schülerinnen hatten im Anschluss regen Diskussionsbedarf und fragten auch, warum an der Veranstaltung nur Mädchen teilnehmen durften: „Es wäre wichtig, wenn auch die Jungs das hören, schließlich müssen die sich auch ändern.“

Ina Brandes: "Ihr könnt werden und machen was ihr wollt"

Dem stimmte auch NRW-Wissenschaftsministerin Ina Brandes zu: „Kinder starten mit gleichen Interessen ins Leben, und dann geht etwas schief. Ihr müsst das ändern. Ihr könnt werden und machen was ihr wollt.“

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„Zukunft durch Innovation“ NRW (kurz zdi) ist eine Initiative zur Förderung des naturwissenschaftlich-technischen Nachwuchses in Europa, die auch die EU und das Wissenschaftsministerium NRW unterstützen. Um mehr Kinder für das Thema zu begeistern, will Brandes die Förderung ausbauen.

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