Irene und Robert Lehmann feierten ihre Eiserne Hochzeit zunächst im kleinen Rahmen. Beide kamen aus dem Osten über das Ruhrgebiet nach Hürth.
Hürther JubelpaarZur Hochzeit vor 65 Jahren standen Marinekameraden mit Paddeln Spalier

Ihre Eiserne Hochzeit feierten Irene und Robert Lehmann zunächst im kleinen Kreis.
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Die Briefe des Ministerpräsidenten Hendrik Wüst, von Landrat Frank Rock und Bürgermeister Dirk Breuer hat Robert Lehmann schon ordentlich weggelegt, ebenso die Chronik der Stadt Hürth, die der Bürgermeister als Geschenk mitgebracht hatte. Auf dem Tisch aber stehen noch die Blumen von Ortsvorsteher Michael Weber, der ebenfalls gekommen war, um Irene und Robert Lehmann zur Eisernen Hochzeit zu gratulieren. Seit 65 Jahren sind die beiden nun schon verheiratet.
„Wir haben den Tag nur in einem ganz kleinen Rahmen gefeiert“, erklärt der Jubilar. Eine größere Feier ist später geplant, dann wird auch die Verwandtschaft der Ehefrau aus Niedersachsen nach Hürth kommen.
Hürther Jubelpaar lernte sich beim Tanzabend in Gelsenkirchen kennen
Irene Lehmann (85), geborene Schalkowski, kam in Marienburg in Westpreußen zur Welt. Ihre Schulzeit erlebte sie nach der Flucht der Familie in Holstein, in Heide, wo sie nach der Schule eine kaufmännische Ausbildung begann. Die Familie zog bald darauf nach Gelsenkirchen, wo der Vater eine Arbeitsstelle fand.
Auch Robert Lehmann (86) kommt aus dem Osten, er wurde in Breslau geboren. Schon bald ging es in den Westen, im westfälischen Gladbeck fand seine Familie eine neue Heimat. Hier ergriff er nach der Schule den Beruf eines Versicherungskaufmanns. Seinen Wehrdienst leistete er in Kiel bei der Marine ab. „Ich hatte mich für drei Jahre verpflichtet, erlebte dabei auch zwei ganz tolle jeweils dreimonatige Auslandsreisen durch den Atlantik und das Mittelmeer.“

Das Hochzeitsbild von Irene und Robert Lehmann.
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1959 lernte er beim Tanzabend in Gelsenkirchen seine spätere Ehefrau kennen. „Wir waren regelmäßig mit unseren jeweiligen Freundesgruppen am Wochenende im Tanzlokal, da kamen wir uns dann langsam näher“, erinnert sich Irene Lehmann. Auf einem Urlaub von der Seefahrt trafen sich beide 1960 in Essen und verlobten sich spontan. „Meine Mutter machte große Augen, als sie das erfuhr“, lacht die Ehefrau.
Ein Jahr später, am 21. April 1961, wurde in Gelsenkirchen geheiratet, tags darauf folgte die kirchliche Trauung. Jetzt machte das junge Paar große Augen, denn vor dem Kirchenportal hatten sich die Marinekameraden in voller Montur und mit Paddeln in der Hand zum Spalier aufgestellt. „Die hatten extra einen Bus gemietet“, freut sich der Ehemann noch heute.
Familie zog aus beruflichen Gründen in die Region nach Köln
1963 zog die junge Familie, inzwischen war die Tochter zur Welt gekommen, aus beruflichen Gründen nach Köln-Sülz. Ihr weiterer Weg führte über Mülheim und nach sieben Jahren in Brühl 1974 nach Alt-Hürth, wo die Jubilare bis heute leben. „Wir haben uns damals selbstständig gemacht, ich habe im Versicherungsbüro meines Mannes mitgearbeitet“, erzählt Irene Lehmann.
Die Familie wurde im Laufe der Jahre größer, Enkel und auch ein Urenkel kamen hinzu. Gemeinsam gingen beide regelmäßig schwimmen oder wandern mit Kompass und Karte. Die Ehefrau liebte die Gymnastik, der Ehemann das Radfahren und die Arbeit im Garten. Heute rätseln beide gerne: Er bevorzugt Sudoku, sie macht lieber Kreuzwort- oder Zahlenrätsel.
