Der Mann soll Amphetamin im Wert von 160 Millionen Euro hergestellt haben. Es gab weitere Haftstrafen für drei Angeklagte.
Drogen für 160 Millionen Euro„Chefkoch“ der Drogenküche in Kerpen zu elf Jahren Gefängnis verurteilt

Auf einem Hof in Kerpen-Manheim-alt stellte der Zoll und die Polizei am 6. Juni 2025 ein großes Drogenlabor sicher.
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Im Juni 2025 nahmen Polizei und Zoll auf einem ehemaligen Bauernhof im Kerpener Ortsteil Manheim-alt ein großes Drogenlabor hoch, und versetzten dem grenzüberschreitenden Drogenhandel einen bedeutenden Schlag.
In einer Halle auf dem Gehöft fanden die Ermittler einen Reaktor zur Produktion von Amphetamin-Base mit einem Volumen von 2355 Litern. Insgesamt wurden dort seit November 2024 rund 1,8 Tonnen des Ausgangsstoffs für konsumfertiges Amphetamin hergestellt und anschließend vor allem in den Niederlanden und Belgien verkauft. Den „Chefkoch“ und Betreiber des Labors (46) sowie drei Männer im Alter zwischen 33 und 47 sprach das Kölner Landgericht am Montag schuldig.
Der 46-jährige Niederländer muss wegen bewaffneten Drogenhandels sowie verbotenen Besitzes einer Kriegswaffe sowie weiterer Waffen elf Jahre in Haft. In seinen Privaträumen auf dem Gehöft wurde ein Waffenarsenal sichergestellt, das aus einer als Kriegswaffe eingestuften Maschinenpistole, zwei Gewehren und einer verbotenen Schrotflinte bestand.
Ein 33 Jahre alter Angeklagter aus Polen muss wegen unerlaubten Betäubungsmittelhandels für achteinhalb Jahre ins Gefängnis. Er hatte nach Überzeugung des Gerichts die Chemikalien zur Produktion aus Polen eingeführt und später auch Lieferfahrten in die Niederlande und nach Belgien übernommen, wo die Hintermänner des Labors vermutet werden.
Vermieter durch 500 000 Euro Entsorgungskosten ruiniert
Der Vermieter (47) des Gehöfts aus Deutschland wurde wegen Beihilfe zum illegalen Drogenhandels zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt und kam – bei von der Staatsanwaltschaft geforderten vier Jahren – durchaus günstig davon. Der Mann hatte zu seiner Verteidigung vorgebracht, er habe geglaubt, der 46-Jährige hätte sogenannte Liquids für E-Zigaretten hergestellt. Erst als sein Schwager sich die Anlage auf dem Gehöft angeschaut und gemeint habe: „Das sieht ja aus wie bei ‚Breaking Bad‘“, sei dem 47-Jährigen ein Licht aufgegangen, dass dort Drogen hergestellt wurden.
„Breaking Bad“ ist eine sehr erfolgreiche TV-Serie über einen krebskranken Chemielehrer, der zur finanziellen Absicherung seiner Familie beginnt, die Droge Crystal Meth herzustellen. Trotz der Erkenntnis habe der 47-Jährige dem Niederländer dennoch weiter bei der Entsorgung von Produktionsabfällen geholfen. Der Vorsitzende Stefan Kloke machte aber deutlich, dass der Vermieter finanziell ruiniert sein dürfte. Allein für die Entsorgung von angefallenen Chemieabfällen – die teilweise auch ins Erdreich gesickert sein sollen – wird der Mann mit rund einer halben Million Euro einstehen müssen.
Der vierte Angeklagte, ein 34 Jahre alter Mann aus Moldawien, wurde ebenfalls wegen Beihilfe zum Drogenhandel zu einem Jahr und neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Der Mann hatte dem Vermieter bei Bauarbeiten auf dem Gehöft geholfen, war von diesem aber zeitweise an den 47-Jährigen für Hilfsarbeiten ausgeliehen worden. Den Straßenverkaufserlös des aus der Base gewonnenen konsumfertigen Amphetamins bezifferte das Gericht mit der gigantischen Summe von rund 160 Millionen Euro. „Das ist schon eine ganz beachtliche Menge“, stellte Kloke fest.
