Die Ermittler haben erneut zugeschlagen: Zwei Männer sollen am Raub von 350 Kilogramm Marihuana in Hürth beteiligt gewesen sein.
Nach Raub in HürthPolizei nimmt zwei weitere Verdächtige im Kölner Drogenkrieg fest

Nach dem Raub von Drogen aus einer Hürther Lagerhalle erschütterte eine Reihe von Geiselnahmen und Explosionen Köln und die Region - wie hier auf der Ehrenstraße. (Archivbild)
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Die Ermittlungsgruppe (EG) „Fusion“ hat am Dienstagmorgen (21. Juli) zwei weitere Tatverdächtige im Zusammenhang mit dem Kölner Drogenkrieg festgenommen. Das berichten Polizei und Staatsanwaltschaft in einer gemeinsamen Pressemitteilung.
Die Männer im Alter von 45 und 36 Jahren stehen im Verdacht, am Raub von 350 Kilogramm Marihuana aus einer Lagerhalle in Hürth im Jahr 2024 beteiligt gewesen zu sein. Der Fall gilt als Auslöser der späteren Gewaltserie mit Geiselnahmen, Sprengstoffanschlägen und Mordversuchen in Köln und anderen Städten in NRW.
Nach Drogen-Raub in Hürth: Eine Festnahme in Köln – die andere im Auto
Den 45-Jährigen nahmen Spezialeinsatzkräfte in seiner Wohnung in Köln fest. Der 36-Jährige war zunächst nicht anzutreffen. Fahnder stoppten ihn später am Vormittag in einem Auto auf dem Weg von Köln in Richtung Bonn.
Bei der Kontrolle stellten die Beamten fest, dass der Mann ohne Führerschein unterwegs war. Außerdem fuhr er mit unbefugt angebrachten Kennzeichen in einem als gestohlen gemeldeten Auto. Im Fahrzeug fanden die Ermittler zudem einen Schlagring, der ebenso wie weitere Beweismittel sichergestellt wurde.
EG „Fusion“: Spuren von Datenträgern führten zu den Festnahmen
Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft konnten die beiden Beschuldigten unter anderem durch die Auswertung von Datenträgern identifiziert werden, die bei früheren Durchsuchungen und Festnahmen sichergestellt worden waren. Dem 45-Jährigen wird eine Beteiligung an dem Raub vorgeworfen, der 36-Jährige soll Beihilfe beim Handel mit dem geraubten Marihuana geleistet haben.
Der Überfall auf die Drogenlagerhalle in Hürth im Juni 2024 markiert nach bisherigen Erkenntnissen den Beginn des Kölner Drogenkriegs. Damals waren rund 700 Kilogramm Cannabis angeliefert worden, etwa die Hälfte der Lieferung wurde von bewaffneten Tätern geraubt.
Auf der Suche nach den verschwundenen Drogen kam es in den folgenden Monaten zu einer Serie von Geiselnahmen, Folter, Sprengstoffanschlägen und Mordversuchen. Die Ermittlungen richten sich gegen rund 40 Beschuldigte, mehrere Prozesse laufen bereits, auch gegen den mutmaßlichen Drogenboss Sermet A.; weitere Anklagen werden vorbereitet. (sbo)
