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Eiserne HochzeitJubilare aus Pulheim haben einen Schrank voller Liebesbriefe

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Eien Frau und ein Mann sitzen auf einem Sofa. Sie legt einen Arm um seine Schuler.

Sie haben sich viel zu erzählen – Beate und Karl Ensmann feiern Eiserne Hochzeit. 

Die Jubilare reden viel miteinander. Auch über Probleme, wenn es sein muss“, so Beate Ensmann. Es lohn sich immer, um die Liebe zu kämpfen.

Es begann Rosenmontag in Köln. So fangen viele Romanzen an, doch diese wurde zu einer Karnevalsliebe fürs Leben. Als Karl Ensmann im schmucken Seemannskostüm 1959 den Saal in Köln-Bilderstöckchen betrat, fiel ihm sofort ein hübsches Hawaiimädchen in Strohröckchen auf. Die „kölsche Frohnatur“ forderte sie zum Tanz auf und was dann kam, fand die junge Beate Menzel, wie sie damals hieß, unglaublich.

„Er hatte so schöne blaue Augen und blondes Haar. Aber er war frech und hat mich gleich auf den Mund geküsst“, erinnert sie sich und lacht. „Na klar, es hat doch sofort gefunkt“, sagt der Ehemann (86). Beinahe wäre trotzdem am Aschermittwoch alles vorbei gewesen. Den Kuss vergaßen die beiden nie, jedoch verloren sie sich etwas aus den Augen. Bis das Schicksal ihnen auf die Sprünge half.

Pulheim: Trennung auf Zeit

Beate Menzel war Platzanweiserin im Kino am Friesenplatz. Als sie mit dem Bauchladen voller Eiskonfekt durch die Reihen ging, saß er zu beider Freude direkt vor ihr. Karl Ensmann kaufte ein Eis und der gemeinsame Lebensweg begann. Heute feiern Beate und Karl Ensmann eiserne Hochzeit. Doch kaum hatten sie einander gefunden, gab es auch schon eine Trennung auf Zeit.

Denn während die Jubilarin als Verkäuferin in einem Kölner Schuhhaus begann, musste Karl Ensmann zur Bundeswehr nach Diez bei Limburg. Die beiden schrieben sich fast täglich. „Schauen Sie, wir haben einen ganzen Schrank voller Liebesbriefe“, verrät die Ehefrau (85). „Sie sind schon ganz vergilbt, aber wir lesen immer noch gern darin. Die heben wir für immer auf.“

Eine Frau und ein Mann, sie trägt ein weißes Hochzeitskleid mit Schleier.

Das Paar gab sich am 1. September 1961 in der Kölner Dreifaltigkeitskirche das Jawort. (Repro)

Nach seiner Rückkehr heiratete das Paar am 1. September 1961 in der Kölner Dreifaltigkeitskirche. Ein Jahr später kam Sohn Andreas zur Welt, 1975 folgte Sohn Sascha und 1982 Tochter Nadine. Heute gehören auch acht Enkelkinder zur Familie. „Von 39 bis sechs Jahre ist bei den Enkelkindern alles dabei“, sagt Beate Ensmann. „Wir sind leidenschaftliche Großeltern und freuen uns immer, wenn sie uns besuchen.“

Mit den Kindern ging es früher in den Schwarzwald oder zum Skifahren. Karl Ensmann war selbstständiger Unternehmer für Bootstransporte und hat auf seinen Reisen ganz Europa gesehen. „Vor allem den Mittelmeerraum bis runter nach Sizilien“, sagt er. Manchmal begleitete ihn auch die Ehefrau. „Wir haben oft im LKW geschlafen, das war eine spannende Zeit“, bemerkt sie.

Irgendwann wurden die langen Reisen zu anstrengend, aber unternehmungslustig blieben die Jubilare trotzdem. Sie erfüllten einen langgehegten Traum des Ehemanns und machten sich mit einem Imbisswagen in Bornheim selbstständig. Fünfeinhalb Jahre brieten sie dort mit großem Vergnügen Bratwürste und bereiteten Schaschlik und Pommes zu. Zudem war Karl Ensmann viele Jahre „mit Herzblut“ Leiter der Jugendfußballmannschaft FC Pesch. 2010 zog die Familie nach Pulheim-Sinnersdorf, wo im Garten bei einer Reibekuchen-Party mit der ganzen Familie die eiserne Hochzeit gefeiert wird.

Ihr Geheimnis nach 65 Jahren Ehe? „Unser Geheimnis ist, dass wir viel zusammen unternehmen“, sagt die Ehefrau gerührt. „Dann sitzen wir hinterher manchmal gemeinsam am Frühstückstisch und sagen: Weißt du noch?“ Die Jubilare reden viel miteinander. „Auch über Probleme, wenn es sein muss“, verrät Beate Ensmann. „Es lohnt sich immer, um die Liebe zu kämpfen.“ Und der Ehemann ergänzt: „ Wir sind zum Glück beide nicht nachtragend. Ich freue mich wirklich sehr, dass ich so eine liebe Frau habe.“