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150. GeburtstagKapelle auf dem Waldfriedhof in Bad Honnef rechtzeitig zum Adenauer-Jahr saniert

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Eine Kapelle mit Trauerhalle.

1968 wurde die Rhöndorfer Kapelle errichtet, die in den vergangenen Monaten aufwendig saniert werden musste.

Die 1968 erbaute Kapelle auf dem Rhöndorfer Waldfriedhof ist saniert. Rechtzeitig zum Beginn des Jubiläumsjahres zum 150. Geburtstag Konrad Adenauers.

Es ist vor allem dem Bürger- und Ortsverein Rhöndorf zu verdanken, dass Ende 2024 die „neue“ Kapelle auf dem denkmalgeschützten Waldfriedhof nicht dem Erdboden gleich gemacht wurde. Vor einem „unwiederbringlichen Verlust an kultureller und historischer Substanz“ warnte Vorsitzender Patrick Pieper seinerzeit, weil Rat und Verwaltung über einen Abriss des maroden Gemäuers nachdachten. Es wurde 1968 errichtet, steht aber nicht unter Denkmalschutz.

Im November 2024 beschloss der Ausschuss für Stadtentwicklung quasi als Kompromiss eine „sparsame Instandsetzung“. Rund 182.000 Euro sollte das kosten, etwa 143.000 Euro weniger als die ursprünglich auch angedachte „weitgehende Komplettsanierung“. Ein Abriss, bei dem nur Lagerräume im Untergeschoss erhalten geblieben wären, sollte nach den ersten Angaben immerhin auch noch rund 173.000 Euro kosten.

Kranzniederlegung am Adenauer-Grab auf dem Waldfriedhof Rhöndorf

Jetzt meldet die Stadt Bad Honnef jedoch Vollzug. Die Arbeiten an den beiden Friedhofskapellen auf dem Rhöndorfer Waldfriedhof seien nahezu abgeschlossen – pünktlich zum Beginn des Adenauer-Jahres 2026. Das erlebt den offiziellen Auftakt am 5. Januar 2026 mit dem Gedenken an den 150. Geburtstag des ehemaligen Bundeskanzlers Konrad Adenauer in seinem Heimatort Rhöndorf. An Adenauers Grab auf dem Waldfriedhof findet traditionell an diesem Tag eine Kranzniederlegung statt.

Die beiden zuletzt sanierungsbedürftigen Friedhofskapellen seien inzwischen, so die Stadt, umfassend instandgesetzt und für die Nutzung im Rahmen von Trauer- und Gedenkveranstaltungen hergerichtet worden. Insbesondere für die jüngere, 1968 errichtete Friedhofskapelle sei der Aufwand groß gewesen.

„Eine fehlerhafte Entwässerung und eine mangelhafte Abdichtung waren ursächlich dafür, dass regelmäßig vom Hang abfließendes Wasser ins Erdgeschoss der Kapelle eindrang, über die Wendeltreppe ins Untergeschoss lief und dort wieder aus dem Gebäude in Richtung Löwenburgstraße austrat“, so die Zustandsbeschreibung 2024. Bereits 2017 war die Friedhofskapelle für die Nutzung gesperrt worden.

Die Arbeiten im Gebäude sind nach Angaben der Stadt abgeschlossen. Auch die seit 2017 gesperrte Toilettenanlage stehe nach einer umfassenden Sanierung nun wieder zur Verfügung. In den kommenden Tagen werden zudem die von Bürgerinnen und Bürgern gestifteten Stühle in die Kapelle kommen. Parallel dazu werden die Zuwege gereinigt und aufbereitet. Die durch die Bauarbeiten in Mitleidenschaft gezogenen Wiesen neben der Kapelle würden im Frühjahr begrünt.

Im Sommer dieses Jahres hatte es viel Aufregung gegeben, weil die Stadt im Zuge der Sanierung 42 Designerstühle aus der Kapelle entsorgt hatte. Sie galten – wie das ganze Gebäude — als Schimmel-belastet. Der Wert der 42 Sitzgelegenheiten der Modellreihe „Santos“ des schwedischen Designers Edlef Bandixen war zunächst auf 21.000 Euro beziffert worden.

Die Stadtverwaltung kam nach einer Internetrecherche auf andere Beträge: Je nach Plattform würden 42 Stühle insgesamt lediglich rund 1800, 2700 oder 2900 Euro kosten. Die Architektin Christine Lutz hat schließlich auf eigene Initiative 49 „Santos“-Stühle ersteigert und sie zur Verfügung gestellt.

Ein Schild weist auf die Grabstätte von Konrad Adenauer hin.

Auf dem Waldfriedhof in Rhöndorf befindet sich das Grab von Konrad Adenauer.

Bad Honnefs Bürgermeister Philipp Herzog zeigt sich erfreut, dass die Arbeiten an der Rhöndorfer Friedhofskapelle, einem historischen und bedeutenden Ort, noch 2025 abgeschlossen werden konnten. Anlässlich der Kranzniederlegung am Adenauer-Grab in Rhöndorf am 5. Januar um 14.30 Uhr rechnet die Stadt mit zahlreichen Gästen in Rhöndorf. Es könne an diesem Tag zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen auf der Zufahrt zum Waldfriedhof sowie rund um den Ziepchensplatz kommen.