Die Brücke soll nach den Vorstellungen des Ministers für alle Fahrzeuge geöffnet werden, also auch für schwere Lkw.
Bilger drückt aufs TempoBonner Nordbrücke soll in zwei Jahren stehen

Der Abbruch des linksrheinischen Vorlandteils der Bonner Nordbrücke schreitet schnell voran. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) drückt aufs Tempo. Foto: Steffen Plohmann
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Das ist mal eine gute Nachricht. Der neue Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) legt sich beim Neubau der Bonner Nordbrücke mit einer Terminzusage fest. Die marode Vorlandbrücke auf der linken Rheinseite, die am 3. Juni wegen irreparabler Schäden gesperrt werden musste, soll „in maximal zwei Jahren“ durch einen Neubau ersetzt sein.
„Wir werden alles dafür tun, um die Situation in Bonn zu verbessern und wollen diese wichtige Verkehrsader schnellstmöglich wiederherstellen“, sagte Bilger dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Nach Fertigstellung der Vorlandbrücke soll die komplette Rheinüberquerung direkt für alle Verkehrsmittel freigegeben werden.
Wir werden alles dafür tun, um die Situation in Bonn zu verbessern
Das kommt insofern überraschend, da eine komplette Freigabe der Strombrücke auch für schwere Lkw bisher eher unwahrscheinlich schien. Ob sich daran etwas ändern könnte und wie lange man sie noch ertüchtigen kann, war bisher unklar. Sie gilt zwar nicht als abbruchreif, aber stark sanierungsbedürftig.
Die Bonner Rheinbrücke (A 565) stammt aus dem Jahr 1967 und besteht aus zwei Vorland- und der Strombrücke mit zwei Fahrspuren und einer Abbiegespur je Richtung. Bis zur Sperrung wurde sie täglich von rund 100.000 Fahrzeugen genutzt. Die 520 Meter lange Strombrücke ist bei der letzten Hauptprüfung mit der Note mangelhaft bewertet worden. Die rechtsrheinische Vorlandbrücke war gerade noch ausreichend.
Neubau wird seit 2022 geplant
Seit Mitte 2022 wird ein kompletter Neubau geplant, der zwischen dem Autobahnkreuz Bonn-Nord und der Anschlussstelle Bonn-Beuel eine Erweiterung auf sechs Fahrstreifen vorsieht. Dieses Projekt befindet sich immer noch in der Planung. Die Bauzeit für das gesamte Projekt wird mit sechs bis acht Jahren kalkuliert.

Das Sorgenkind von Köln: Die A4-Brücke in Höhe der Anschlussstelle Eifeltor Foto: dpa
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Doch selbst wenn die Strombrücke nur noch für Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen freigegeben werden könnte, wäre das für das Rheinland eine erhebliche Entlastung.
Seit der Sperrung hat sich der Lkw-Verkehr auf dem südlichen Teil des Kölner Autobahnrings um ein Drittel erhöht. Weil auch dort eine Brücke in Höhe der Ausfahrt Eifeltor Richtung Olpe wegen schwerer Mängel abgelastet ist, sah sich die Autobahn GmbH Rheinland Mitte Juli gezwungen, hinter dem Kreuz Köln-West eine Schrankenanlage zu errichten, um schwere Lkw über 44 Tonnen an der Ausfahrt Klettenberg aus dem Verkehr zu ziehen. Der rechte Fahrstreifen ist seither für Lkw bis 44 Tonnen frei, auf den beiden anderen Fahrspuren gilt eine Gewichtsbeschränkung bis 7,5 Tonnen.
Die Ankündigung des Bundesverkehrsministers dürfte bei den Speditionen im Rheinland für ein Aufatmen sorgen. Wenn die Nordbrücke tatsächlich Mitte 2028 für den gesamten Verkehr freigegeben wird, könnte die Sanierung der Eifeltorbrücke sofort beginnen. Dazu muss die linksrheinische Bahnstrecke zwischen Köln und Bonn gesperrt werden. Das passt exakt zu den Plänen der DB InfraGo, die im Jahr 2028 die Korridorsanierung zwischen Köln, Bonn, Koblenz und Mainz vornehmen will. Als erster Abschnitt soll Köln-Remagen in Angriff genommen werden.
Eifeltorbrücke muss auch saniert werden
Wie wichtig eine schnelle Freigabe beider Bauwerke für die Wirtschaft ist, hat die IHK Köln unlängst in einer Umfrage unter 1012 Unternehmen aus dem Kammerbezirk ermittelt. Danach geben 67 Prozent an, von der Sperrung der Bonner Nordbrücke direkt betroffen zu sein. Bei der Eifeltorbrücke sind es 57 Prozent.
Die Einschränkungen greifen laut IHK-Umfrage tief in die betrieblichen Abläufe ein. Jeweils knapp die Hälfte der Unternehmen berichtet von Beeinträchtigungen bei Dienstfahrten, im Außendienst oder bei Handwerkereinsätzen. Mehr als vier von zehn Unternehmen nennen eine schlechtere Erreichbarkeit von Kunden oder Baustellen. Auch Tourenplanung, Lieferzeiten und Warentransporte sind erheblich beeinträchtigt.
Sechs von zehn Unternehmen geben zudem an, dass viele ihrer Beschäftigten unter den Einschränkungen leiden. Besonders deutlich zeigen sich die Folgen bei den Fahrzeiten: 78 Prozent der Befragten melden, dass pro Fahrt Verzögerungen von mindestens 15 Minuten, in vielen Fällen aber auch deutlich mehr, auftreten. Ebenso leidet die Verlässlichkeit, wenn Fahrzeiten stark schwanken und nicht mehr zuverlässig planbar sind. Mehr als ein Drittel der Unternehmen bewertet die Auswirkungen auf Kosten und Planungsaufwand als stark oder sehr stark, weitere rund 25 Prozent sprechen von einer mittleren Belastung.