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Fury in the SlaughterhouseBand beschimpft bei KunstRasen in Bonn klagefreudigen Anwohner

3 min
Fury in the Slaughterhouse-Gitarrist Christof Stein-Schneider in Bonn

Fury in the Slaughterhouse-Gitarrist Christof Stein-Schneider in Bonn

Fury in the Slaughterhouse haben bekannte Hits und neue Songs auf dem Bonner KunstRasen präsentiert. Die Musiker besch dabei über einen Anwohner.

Im kommenden Jahr feiern Fury in the Slaughterhouse tatsächlich schon „40 Jahre Betriebszugehörigkeit“, wie sie selbst sagen. Eigentlich unglaublich, dass die Rockgruppe aus Hannover schon so viele Jahre auf dem Buckel hat. Gefühlt haben viele doch noch in jüngster Vergangenheit in einer Kellerbar zu den Hits „Time to Wonder“ und „Won’t Forget These Days“ gefeiert.

Aber zur Wahrheit gehört auch die 13-jährige Pause, die die Jungs um Sänger Kai Wingenfelder (66) eingelegt hatten. Seit 2021 ist eine der beliebtesten deutschen Rockgruppen wieder unterwegs. Dabei agieren die sechs Musiker immer noch voller Spielfreude und übertragen ihre gute Chemie untereinander auf das Publikum.

Fury in the Slaughterhouse sollten eigentlich in Köln auftreten

Zum Konzert-Finale auf dem Bonner KunstRasen sind jedoch am Mittwoch (26. August 2026) nur 3000 Menschen gekommen. Im Vorjahr war es beim Auftritt der Furys deutlich voller. Geplant war die Show ursprünglich ohnehin in Köln. Die Band sollte im Rahmen der Gamescom auf dem Roncalliplatz spielen. Weil die Stadt die Genehmigung verweigerte, buchte Veranstalter Ernst-Ludwig Hartz sie kurzerhand wieder in die Rheinaue.

Für das zweistündige Konzert hatte die Band die Triple-8-Devise ausgegeben. Acht neue Songs vom Album „Changes“, acht unverzichtbare Klassiker und acht Titel, die die Band unbedingt spielen will. Diese Mischung passte. Die jüngeren Songs gliederten sich gut zwischen Lieblinge wie „Radio Orchid“, „Every Generation Got Its Own Disease“ oder „Trapped Today, Trapped Tomorrow“.

Fury-in-the-Slaughterhouse-Sänger Kai Wingenfelder in Bonn

Fury-in-the-Slaughterhouse-Sänger Kai Wingenfelder in Bonn

Auch die neuen Lieder boten zwischen den Hits den typischen, ehrlichen Fury-Sound. Live ist die Band immer noch eine echte Wucht. Und das Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen ihr und den Fans ist extrem eng. Schon bei „Milk and Honey“ spazierte Frontmann Wingenfelder über den kompletten KunstRasen-Platz, um allen Gästen einmal ganz nah zu sein.

Dass der Song „Goodbye So Long“ zum Finale „völlig verkackt“ wurde, wie Christof Stein-Schneider zugab, macht die Gruppe nur noch sympathischer. Natürlich gab es auch wieder ein paar klare Botschaften. „Hackfresse“ Trump bekam sein Fett vor „Viva La Revolution“ weg. Vor „Kick It Out“ warnte der Gitarrist vor den „Hausmeistern, Honks und Hooligans“, die das Kommando im Land übernehmen wollen.

Vor allem redete sich Stein-Schneider so richtig über den Anwohner in Beuel in Rage, der seit Jahren gegen den Lärmpegel der Konzertreihe klagt und das pünktliche Show-Ende von 22 Uhr überwacht. „Geht diesen Idioten auf der anderen Rheinseite besuchen, diesen Spacken“, schimpfte der 64‑Jährige.

„Dem wollte man einen Mallorca-Urlaub spendieren, weil ihn der Lärm nervt. Was macht der? Er sieht das als Bestechung an. Der hat doch als Kind nicht genug hinter die Ohren bekommen. Solche Menschen drohen uns als Regierung in diesem Land. Also lasst uns aufpassen.“ Frontmann Wingenfelder ergänzte, dass es in Hannover einen ähnlichen Fall eines Bewohners am Maschsee gebe.

Lanxess-Arena-Chef Löcher feiert nach OP beim Fury-Konzert mit

In Beuel wohnt auch Lanxess-Arena-Geschäftsführer Stefan Löcher. Der feierte lieber auf dem Open-Air-Gelände mit. Dabei ist dessen Beweglichkeit durch einen Schultergurt nun schwer eingeschränkt. Ein Sehnenriss im linken Oberarm zwang ihn zur Operation.

Zwei Festivals folgen noch am Wochenende. Konzert-Veranstalter Hartz zog zum Abschluss seiner Konzertserie aber bereits ein glückliches Fazit, weil die 2026er-Saison erneut ohne Zwischenfälle und Wetterkapriolen abgelaufen ist. „Wir hatten über 120.000 Gäste, vier ausverkaufte Shows, etliche herausragende Konzerte“, sagte er der Redaktion. Vom 3. Juli bis 29. August 2027 wird es auf dem KunstRasen weitergehen.

Die Live-Entertainment-Branche bleibt jedoch herausfordernd. „Das Angebot ist riesig, wir haben so viele Spielstätten. Die Leute halten sich beim Kauf von Konzertkarten zurück.“ Hartz wird im September die ersten Künstler verkünden. „Die Bonner können sich auf ein Wiedersehen mit einigen Künstlern freuen, die schon mal hier waren. Ich verspreche ein paar echte Knaller für nächstes Jahr.“