Sicherheitsbedenken betreffen offenbar Bremsen, Räder und das Fahrwerk älterer Stadtbahnen in Bonn. Hilfe kommt aus Köln.
„Kurzfristiges Problem“Bonn zieht 60 von 75 Stadtbahnen aus dem Verkehr – KVB hilft

Die KVB setzt aushilfsweise Bahnen in Bonn ein. Das hat Auswirkungen auf den Kölner Fahrplan, etwa die Linie 18.
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Neue Hiobsbotschaft für Verkehrsteilnehmer in der Region Bonn nach der Sperrung der Nordbrücke: Über Nacht ist in der Bundesstadt und im Rhein-Sieg-Kreis jetzt auch noch ein Großteil der Stadtbahnen aus dem Verkehr gezogen worden. Routinemäßige Prüfungen hätten ergeben, „dass an einigen Bauteilen der Stadtbahnwagen eine frühzeitigere Materialermüdung“ auftreten könne, teilten die Stadtwerke Bonn (SWB) mit. Um Sicherheitsrisiken auszuschließen, müssten die betroffenen Bahnen intensiver überprüft werden.
Deshalb könnten ab diesem Dienstag (21. Juli 2026) 60 der insgesamt 75 Stadtbahnen „kurzfristig vorübergehend nicht eingesetzt“ werden. Betroffen seien Stadtbahnen aus den 70er bis 90er Jahren.
Bericht: Erhebliche Mängel an Rädern und Bremsen
Nach Informationen des WDR sind die Sicherheitsbedenken erheblich. Demnach sollen Prüfer bei einigen Fahrzeugen Mängel an sicherheitsrelevanten Bauteilen festgestellt haben: Betroffen seien unter anderem Räder, Bremsen sowie weitere Komponenten des Fahrwerks.
Außerdem sollen teilweise nicht zugelassene Bauteile verbaut worden sein, Arbeiten an den Fahrzeugen seien dem Bericht zufolge nicht vollständig dokumentiert. Nach Angaben des WDR bestehe die Gefahr, dass Bremsen und Teile des Fahrwerks ausfallen könnten. Die Bezirksregierung Düsseldorf ist als Technische Aufsichtsbehörde zuständig.
KVB hilft Stadtwerken Bonn mit 20 Bahnen aus
SWB-Konzerngeschäftsführerin Anja Wenmarkers bat „im Interesse der Sicherheit aller Fahrgäste um Verständnis“. „Wir hoffen, dass die betroffenen Bahnen bereits in der kommenden Woche wieder auf der Strecke unterwegs sein können“, heißt es in der Mitteilung. Die Kölner Verkehrsbetriebe werden den gebeutelten Nachbarn demnach mit 20 Stadtbahnwagen aushelfen.
„Für uns ist es selbstverständlich, dass wir die SWB im Sinne der Fahrgäste in dieser besonderen Situation unterstützen“, betont KVB-Vorstandsvorsitzender Marcel Winter. „Wir haben intern geprüft, in welchem Umfang das betrieblich möglich ist und haben eine Lösung gefunden, die wir angesichts der sinkenden Nachfrage in den Sommerferien unseren Fahrgästen gegenüber für vertretbar halten.“
So wird ab dem morgigen Dienstag die Linie 5 mit Einzelwagen fahren. Außerdem entfallen die Verstärkerfahrten auf der Linie 18, die dort morgens und nachmittags in der Hauptverkehrszeit für einen Fünf-Minuten-Takt sorgen. „Wir bitten unsere Fahrgäste um Verständnis für diese vorübergehende Maßnahme“, so Winter.
Der Kölner Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) sagte: „In einer solchen Ausnahmesituation ist es wichtig, dass sich die Kommunen in der Region gegenseitig helfen und unterstützen, wenn es nötig wird. Ich danke deshalb den Kölner Verkehrs-Betrieben für die schnelle und konsequente Hilfe.“
Seitens der SWB hieß es: „Über eine Aufwandsentschädigung für die Unterstützung der KVB tauschen sich die Verkehrsunternehmen aktuell noch aus.“ (sbo, sku, dpa)
