Die KVB und die Agentur für Arbeit haben das Projekt „Job-Turbo“ abgeschlossen. Dabei wurden geflüchtete Menschen zu Busfahrern ausgebildet.
„Beste Entscheidung“KVB bildet geflüchtete Menschen in Köln zu Busfahrern aus

Die KVB-Busfahrer Maxamed Cismaan und Falah Hasan (re.).
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Falah Hasan ist 2015 aus dem Irak nach Deutschland gekommen. Seit er in Köln ist, so erzählt er, habe er sich um einen Job bemüht, einige befristete Verträge gehabt – und doch habe er sich 2025 arbeitssuchend melden müssen. „Dann habe ich von der Agentur für Arbeit einen Brief bekommen, dass ich bei der KVB Busfahrer werden kann. Da habe ich mich natürlich direkt beworben“, sagt der 37-Jährige, „das war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte.“
Hasan und zwölf weitere geflüchtete Menschen haben in den vergangenen knapp 13 Monaten eine Ausbildung zum Busfahrer gemacht, er selbst arbeitet jetzt im regulären Liniendienst der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB). Das Angebot war Teil des gemeinsamen Qualifizierungs- und Integrationsprojekts „Job-Turbo“ von KVB und Agentur für Arbeit.
Köln: KVB und Agentur für Arbeit bilden geflüchtete Menschen aus
„In Sprache zu investieren, ist superwichtig“, erklärt Johannes Klapper, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit in Köln, „und wir halten es für sinnvoll, den Menschen Sprache, Kultur und Co. nicht vor dem Job beizubringen und näherzubringen, sondern sie erst in den Job zu bringen, damit sie dann nebenbei lernen können.“ Das Projekt entspreche genau diesem Ansatz und sei deshalb zielführend. Elf der Teilnehmenden sind nun bei der KVB angestellt – ein großer Erfolg. „Es gibt nur Gewinner durch das Projekt“, sagt Klapper, „es gibt so viele geflüchtete Menschen wie noch nie und gleichzeitig gibt es einen Arbeitskraftmangel, der aufgrund der demografischen Entwicklungen immer größer werden wird.“
Wichtig sei, so Peter Densborn, Vorstand und Arbeitsdirektor bei der KVB, „dass wir als Arbeitgeber verstanden werden, der auch Chancengeber ist. Wir wollen Menschen mit diversen sozialen und kulturellen Hintergründen beschäftigen und eine Perspektive bieten.“ Die KVB selbst profitierte unmittelbar, weil einige der vielen freien Stellen (wir berichteten) dank des Projekts besetzt werden konnten.
Busführerschein und Deutschkurs
Die Teilnehmenden haben in ihrer Ausbildungszeit den Busführerschein erworben und ihren Personenbeförderungsschein gemacht; beim externen Bildungsträger BBG Gesellschaft für betriebliche Beratung und Betreuung einen berufsspezifischen Deutschkurs absolviert. In der KVB-Fahrschule wurden ihnen KVB-spezifische Themen wie Tarife vermittelt, sie wurden im Fahren eines E-Busses und Gelenkbusses geschult und auf das Fahren in einer Großstadt vorbereitet. „Die ersten Monate waren eine Katastrophe, weil Köln eine große Stadt ist“, erzählt Maxamed Cismaan, der ebenfalls die Ausbildung absolviert hat, „aber jetzt ist alles entspannt und es macht mir Spaß.“
Auch für Falah Hasan bedeute die Ausbildung viel, erzählt er: „Es ist ein sicherer Job für mich, es gibt ein gutes Gehalt, und das Beste ist, dass ich es mit meiner Familie verbinden kann.“ Er bekomme einen Jahresdienstplan, wodurch er zum ersten Mal weit im Voraus planen könne. „Wir sind hier, das sollen die Arbeitgeber nutzen“, sagt Hasan, „wir möchten arbeiten.“
