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Sauberkeit im Veedel:Erneut Kippen-Gullys für „Porz Markt“ gefordert

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Ein Bagger steht an der Haltestelle Porz Markt, drumherum rot-weiße Absperrgitter.

Neu gestaltet wird die Haltestelle "Porz Markt" nachdem im Juli 2025 durch Hohlräume der Bahnsteig in Fahrtrichtung Zündorf abgesackt ist.

Die Porzer Politiker haben schon vor vier Jahren Kippen-Gullys für die Haltestelle Porz-Markt gefordert. Da dort gerade sowieso gebaut wird, brachten sie ihre Idee erneut vor.

Jetzt ist die passende Gelegenheit, an der Haltestelle „Porz Markt“ sogenannte Kippen-Gullys zu installieren. So hat es sich zumindest die Bezirksvertretung (BV) Porz vorgestellt. Schon vor vier Jahren hat das Gremium solche Gullys gefordert. Dabei handelt es sich um Sammelbehälter, die in den Boden eingelassen sind. Durch ein Rost können Zigarettenstummel entsorgt werden, anstatt sie einfach achtlos ins Gleisbett der Linie 7 zu schnippen. Sie von dort zu entfernen, sei schon ein „Ding der Unmöglichkeit“, sagt Anne Kafzyk von den Grünen.

Sie erinnert daran, dass seitens der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) nach dem Antrag von Grünen und CDU vor vier Jahren diese Gullys abgelehnt worden - zu teuer sei es, die zu installieren. Jetzt ist die Haltestelle „Porz Markt“ nach der Absackung der Bahnsteige durch Hohlräume darunter aber seit über einem Jahr gesperrt. Nachdem die Ursache gefunden worden war und die Haltestelle wieder aufgebaut wird, hat die Politik die Chance gesehen, die Kippen-Gullys wieder ins Spiel zu bringen. „Die Haltestelle wird neu gebaut, da kann das ohne große Zusatzkosten mit erledigt werden“, hatte Kafzyk in der jüngsten Sitzung der BV Porz gesagt.

Mit den Gullys, je einer auf jeder Haltestellenseite, will die Porzer Politik erreichen, dass das Umfeld der Haltestelle nicht nur sauberer aussieht, sondern, dass auch die Umwelt geschützt wird. Denn die Kippen sind weitaus mehr als nur ein ästhetisches Problem. Sie schädigen die Umwelt. So bestehen die Zigarettenfilter aus dem Kunststoff Celluloseacetat. Bis sich dieser Stoff zersetzt, kann es bis zu 15 Jahre dauern. Auch befinden sich in den Zigarettenstummeln jede Menge giftige Substanzen. Teer, Arsen, Blei, Chrom, Benzol und Kupfer, um nur einige zu nennen. Und natürlich Nikotin, was langfristig auch giftig für Wasserorganismen ist.

Ein Mann wirft einen Zigarettenstummel in einen Bodenaschenbecher in der Innenstadt.

In der Oldenburg City wurden Kippen-Gullys im Boden installiert.

Diese Stoffe können durch Regen oder andere Flüssigkeiten in die Umwelt gelangen. Besonders das Nervengift Nikotin ist gut wasserlöslich. Eine Studie der TU Berlin hat gezeigt, dass 50 Prozent des in Zigarettenfiltern enthaltenen Nikotins bereits in weniger als 30 Minuten herausgelöst werden können. Mit einem einzigen Zigarettenstummel können rund 40 Liter Grundwasser verseucht werden. Für Fische ist ein Stummel pro Liter Wasser schon tödlich. Das ergab eine Studie der Universität San Diego, bei der die Tiere vier Tage später verendet sind. Über die vergifteten Fische könnten die Schadstoffe zudem auch in unsere Nahrungskette gelangen, so die Wissenschaftler.

Doch so weit will die Bezirksvertretung Porz es gar nicht kommen lassen. Als Standort für die Kippen-Gullys hatte sich die Bezirksvertretung Porz bereits beim ersten Anlauf vor vier Jahren für die komplett überdachte Haltestelle „Porz Markt“ ausgesprochen. Dort seien die Gullys vor Regen geschützt, wodurch giftige Stoffe nicht ausgespült werden können. Beobachtet man die fast fertigen Arbeiten an der Haltestelle, fällt allerdings auf, dass bisher von Kippen-Gullys jede Spur fehlt.