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Prüfkonzept weiter in ArbeitÖPNV-Lücke – Wie es um die 60 fehlenden Bonner Stadtbahnen steht

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Auch KVB-Bahnen sind noch bis Ende August auf der Strecke der Linie 66 im Einsatz, um den Verlust von 60 Bonner Stadtbahnen aufzufangen. (Archivbild)

Auch KVB-Bahnen sind noch bis Ende August auf der Strecke der Linie 66 im Einsatz, um den Verlust von 60 Bonner Stadtbahnen aufzufangen. (Archivbild)

Noch immer fehlen in Bonn und Region 60 von 75 Stadtbahnen im ÖPNV. Wann diese wieder eingesetzt werden, bleibt weiter unklar.

Seit inzwischen gut einem Monat sind weniger Stadtbahnen auf Bonner Stadtgebiet und im Rhein-Sieg-Kreis unterwegs als es sein sollten. 60 von 75 Stadtbahnen haben die Stadtwerke Bonn Bus und Bahn (SWB) am 20. Juli aus dem Verkehr gezogen. Noch immer ist nicht klar, wann und ob die Bahnen wieder eingesetzt werden können.

Betroffen sind auch Linien, die im Rhein-Sieg-Kreis unterwegs sind, wie die Linie 66, 63 und 68. Hier gibt es Sonderfahrpläne, verkürzte Züge und Schienenersatzverkehr.

Überwachungskonzept für Stadtbahnen noch in Arbeit

Zuletzt hatten die SWB mitgeteilt, dass die Stadtbahnen erst Mitte August wieder einsatzbereit sein könnten, weil sie umfangreich geprüft werden müssten. Inzwischen scheint der Zeitplan wieder etwas anders auszusehen.

In einer Zwischenbilanz zu den Stadtbahnen erklären die SWB, dass mit Hochdruck am Prüf- und Überwachungskonzept sowie einer Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse (FMEA) gearbeitet werde, die der Technischen Aufsichtsbehörde vorgeleget werden sollen. Die Aufsichtsbehörde (TAB) hatte veranlasst, die Bahnen wegen technischer Auffälligkeiten von der Schiene zu nehmen. 

KVB-Bahnen unterstützen noch bis Ende August im ÖPNV in Bonn und Rhein-Sieg

„Die Analyse bildet die Grundlage des Überwachungskonzepts, auf dessen Basis die Aufsichtsbehörde über eine Betriebserlaubnis für die stillgelegten Bahnen entscheidet“, heißt es in einer Mitteilung der SWB. Die Anwendung dieses Prüf- und Überwachungskonzepts sei die Voraussetzung für eine Wiederinbetriebnahme der Bahnen. Wann genau die Bahnen wieder fahren, ist demnach noch nicht klar.

„Wir arbeiten strukturiert und in engem Austausch mit allen beteiligten Partnern daran, die technischen Prüfungen so zügig wie möglich abzuschließen“, erklärt SWB Bus und Bahn-Geschäftsführerin Anja Wenmakers. „Um die Mobilität unserer Fahrgäste während der laufenden Untersuchungen lückenlos zu gewährleisten, befinden wir uns im Abstimmungsprozess mit den Kölner Verkehrs-Betrieben und haben die Zusage, die Bahnen auch noch in der letzten Augustwoche nutzen zu dürfen“, so die Geschäftsführerin weiter.

SWB hatten gehofft, Bahnen schon Mitte August wieder einsetzen zu können

„Mit der Vorlage der Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse sowie des Prüf- und Überwachungskonzeptes haben wir einen wichtigen Meilenstein im Blick, um einen großen Teil der Bahnen jetzt im August mit jeweils einzelner Freigabe durch die Betriebsleitung auf die Strecke bringen zu können“, sagt Gregor Frohne, Bereichsleiter Schienenfahrzeuge SWB Bus und Bahn. Im Prüfkonzept seien zudem kurze Prüfintervalle vorgegeben, sodass die Sicherheit im ÖPNV gewährleistet werden könne, so Frohne.

Es habe ursprünglich die Hoffnung bestanden, möglicherweise schon am 17. August wieder Bonner Stadtbahnen auf die Schiene setzen zu können. So geht es aus der Mitteilung des Unternehmens hevor. Dies war jedoch laut Auskunft der SWB nicht möglich. Man habe sich aber mit der TAB am 17. August auf die weitere Verfahrensweise für die Wiederinbetriebnahme festgelegt, erklärt eine Sprecherin der SWB auf Anfrage der Redaktion.

Man setze alles daran, die ersten Bahnen einer Serie bis zum 26. August, wenn die KVB-Bahnen zurückgegeben werden müssen, wieder auf die Schiene zu bringen. Dann „wären mindestens 25 bis 29 Fahrzeuge nötig“, so die Sprecherin. Das entspreche in etwa der Anzahl der Fahrzeuge, die seit Anfang August von SWB und KVB auf die Strecke geschickt wurde. Mit der Serie K5000 seien 15 Fahrzeuge ohnehin in Betrieb, es seien demnach mindestens zehn freigegebene Fahrzeuge für das Ferienende nötig, um den Verlust der KVB-Bahne aufzufangen. 

Ab dem 2. September bräuchten die SWB für einen Regelbetrieb weitere Bahnen, da dann auch noch Baumaßnahmen enden, bei denen im Moment Busse die Bahnen ersetzen.

Fahrgastaufkommen wird nach den Ferien wieder ansteigen

Derzeit können alle Strecken der Bonner Stadtbahnen bedient werden, außer der Linie 68. Häufig fahren die Stadtbahnen jedoch nur mit einem Wagen, statt wie sonst zwei. Noch ist der Verkehr wegen der Ferienzeit relativ gut zu stemmen, das Fahrgastaufkommen dürfte sich aber ab September deutlich verstärken und auch die Einschränkungen könnten dann wieder mehr werden.

Die SWB hatten Ende Juli kurzfristig die 60 Stadtbahnen von der Schiene nehmen müssen. Es bestand der Verdacht von „frühzeitiger Materialermüdung“. Die Fahrzeuge müssen deshalb umfangreich überprüft werden. Bei Überprüfungen der Radsatzwellen, die bei Schienenfahrzeugen Räder starr miteinander verbinden, war aufgefallen, dass in Bonner Stadtbahnen aus den 1980er Jahren teilweise Radsatzwellen aus den 1970er Jahren verbaut sind. Diese Teile hatten damit ihre geplante Einsatzdauer überschritten und müssen verstärkt kontrolliert werden.

Dafür erstellten die SWB ein Untersuchungskonzept, das nachvollziehbar darlegen muss, mit welchen Maßnahmen und zusätzlichen Prüfungen ein sicherer Betrieb gewährleistet werden kann. Zunächst halfen die KVB mit 20 geliehenen Stadtbahnen aus, aktuell sind es noch 14 Bahnen, die bis Ende August den Bonner ÖPNV-Verkehr unterstützen.