Leihfahrräder und -Scooter seien eine Möglichkeit, die Mängel des ÖPNV im Bezirk Chorweiler auszugleichen, argumentieren die Bezirksvertreter.
MobilitätBezirksvertretung Chorweiler schlägt Leihstationen für Kölner Norden vor

Bezirksvertreter halten feste Abstellflächen für Leihfahrräder und -scooter für geeignet, die Mobilität im Bezirk Chorweiler zu verbessern. (Symbolbild)
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In den innerstädtischen Bereichen Kölns sind Leihfahrräder und die zahllosen Leih-Scooter seit einigen Jahren ein allgegenwärtiger Anblick, auch wenn gerade letztere dort längst nicht nur Fans haben: Da die kleinen Zweiräder an beliebigen Punkten abgestellt werden können, stehen sie nicht selten mitten auf Geh- und Radwegen, behindern so Fußgänger und stellen eine Gefahrenquelle für Radfahrende dar. Dennoch möchte die CDU-Fraktion der Bezirksvertretung Chorweiler das Angebot auch in den Kölner Norden holen: In einem Prüfantrag in der jüngsten Sitzung des Gremiums regte sie die Einrichtung von Fahrrad- und Scooter-Leihstationen an neuralgischen Punkten des Bezirks Chorweiler an.
Angesichts der großen Entfernungen zwischen den Stadtteilen im 67 Quadratkilometer großen Bezirk seien die meisten Ziele nicht fußläufig zu erreichen. Gleichzeitig habe das ÖPNV-System im Kölner Norden bekanntlich große Mängel, wie eine unzureichende Stadtbahn-Anbindung, unzuverlässige S-Bahnen und eine lückenhafte Taktung der Buslinien, schrieb die Fraktion in ihrem Antrag.
Leihräder und -scooter für Kölner Norden – aber stationsgebunden
Leihfahrräder und ‑scooter könnten ein probates Mittel sein, um die zahlreichen Mängel ein Stück weit auszugleichen. Der lästigen Begleiterscheinungen des „Free Float“-Systems, wie es in der Innenstadt gehandhabt wird, ist sich die Fraktion dabei bewusst, wie Cäcilia Nesseler (CDU) ausführte: „In unseren dörflich geprägten Stadtteilen sind Straßen und Bürgersteige oft sehr eng geschnitten, außerdem haben wir viele grüne Landschaftsschutzgebiete – ein ‚wildes‘ Abstellen von Leihrädern oder -Scootern an diesen Punkten wollen wir vermeiden, darum geht es uns explizit um ein stationsgebundenes System.“ Technische Lösungen wie Geofencing, sowie eine entsprechende Beauftragung des Ordnungsdienstes, könnten gewährleisten, dass die Abstellzonen eingehalten würden.
Insgesamt nannte der Antrag 21 mögliche Standorte für Leihstationen, darunter etwa an den Badestellen des Fühlinger Sees und der Ruderinsel sowie an verschiedenen Bus- und Bahnhaltestellen und zentralen Kreuzungen.
Marc Kersten (Grüne) begrüßte den Antrag, da dieser eine Lösung biete, um den Menschen das Problem der „letzten Meile“ zwischen ÖPNV und Haustür zu erleichtern. Er gab allerdings zu bedenken, dass die KVB nach Recherchen der Grünen eine Million Euro investieren müssten, um den Bezirk flächendeckend mit Leihrädern zu versorgen. Da jedoch auch private Anbieter angesprochen würden, könne dies eine „positive Entwicklungsmöglichkeit“ sein. Die AfD-Fraktion brachte mündlich einen Änderungsantrag ein, nach dem etwa Ahndungsmöglichkeiten gegen Verstöße geschaffen werden sollten, um „wildes Abstellen“ zu verhindern. Dieses Problem sei aber mit dem ursprünglichen Antrag bereits ausreichend adressiert, sagte Nesseler. Der Antrag wurde letztlich in seiner ursprünglichen Form beschlossen.
