Am heißesten Wochenende blieben Kölns Hallenbäder zu. In Chorweiler sorgt das wegen der regelmäßigen Schließungen des Chorweilerbads für Kritik.
Hitzewelle in KölnChorweilerbad – Unmut über Schließungen an heißen Tagen

Am Höhepunkt der Hitzewelle blieben Hallenbäder wie das Chorweilerbad geschlossen – das Personal wurde in den Freibädern gebraucht.
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Während der zurückliegenden Hitzewelle bildeten sich täglich lange Schlangen vor den Kölner Freibädern, gerade auch an ihrem Höhepunkt am letzten Juni-Wochenende. Als Alternative für Schwimmer, denen der Trubel zu viel wurde, kamen jedoch nur Badeseen in Betracht, denn die Kölner Hallenbäder waren über das Wochenende geschlossen geblieben – „weil deren Personal bei dem wetterbedingten enormen Besucherandrang eben in den Freibädern benötigt werde“, begründet eine Sprecherin der Kölnbäder den Schritt.
„Wir setzen unser Personal gezielt in den Freibädern ein, um die allgemeine Sicherheit und insbesondere die Wassersicherheit jederzeit gewährleisten zu können“, sagte sie. „Wir haben Verständnis dafür, dass diese Schließungen insbesondere bei regelmäßigen Nutzerinnen und Nutzern auf Unverständnis stoßen könnten.“
Ärger über Bad-Schließungen
Unmut hatte sich etwa unter den regelmäßigen Badegästen des Chorweilerbades gezeigt, denn dort sind tageweise, auch erst kurzfristig angekündigte Schließungen schon seit mehreren Jahren ein wiederkehrendes Ärgernis. Auch in diesem Sommer war das Wochenende der Hitzewelle nicht das erste, an dem die Türen des Hallenbads im Chorweiler Zentrum geschlossen blieben. „Immer wieder heißt es, es liegt an Personalengpässen“, sagt eine passionierte Nutzerin des Bades, die ungenannt bleiben möchte. „Das heißt dann wieder für über 100.000 Einwohner in Chorweiler, dass sie keine Gelegenheit zur Abkühlung haben.“
Gerade an heißen Tagen aber zöge es die meisten Badegäste eben ohnehin in die Freibäder, die Hallenbäder seien bei dieser Witterung kaum besucht, argumentiert die Vertreterin der Kölnbäder. In Chorweiler etwa sei zu beobachten, dass Wasserfreunde an heißen Tagen lieber den Fühlinger See ansteuerten. Der sei jedoch nicht für alle Nutzergruppen eine adäquate Alternative, so die anonyme Nutzerin. „Der Fühlinger See hat keinen Nichtschwimmerbereich. Für Kinder, die noch nicht oder noch nicht richtig schwimmen können, ist der See gefährlich“, macht sie geltend, „auch die ganzen Vereine, die das Bad nutzen, schauen in die Röhre.“ Die Fahrt zu einem der Kölner Freibäder hingegen sei für viele Familien mit geringem Einkommen eine zu große Hürde, sagt sie. „Ohne eigenen Pkw kommt man da doch nicht hin.“
Um in solchen Angelegenheiten vermitteln zu können, wurde am Chorweilerbad eigens ein Bäderbeirat eingerichtet – dessen Vorsitzende Eike Danke hatte denn auch erbeten, dass der Beirat zumindest im Voraus über die Schließungen informiert wird. Dem seien die Kölnbäder bei der jüngsten Schließung auch nachgekommen. „Ansonsten wäre es aber auch schön, wenn nicht immer als Erstes unser Bad herhalten muss, wenn das Personal an anderer Stelle gebraucht wird“, sagt sie. Eine mögliche Kompromisslösung wäre auch, das Bad an kritischen Tagen zumindest für ein paar Stunden am Vormittag zu öffnen, schlägt Danke vor. „Ob sich der Betrieb dann lohnt, ist natürlich eine Frage, aber es lohnt sich, darüber nachzudenken“, meint sie.
