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ThomasbergWas die Farbe einer Flüchtlingsunterkunft in Königswinter mit dem Sonnenuntergang zu tun hat

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Mehrere Menschen vor Wohncontainern, deren Fassade orange gestrichen ist.

Am Limperichsberg in Thomasberg ließ die Stadt für rund 1,5 Millionen Euro die Wohncontainer aufstellen.

Die Stadt Königswinter informierte in Thomasberg über die neue Flüchtlingsunterkunft. Und gewährte den Bürgern Einblick.

Einige Bürgerinnen und Bürger in Thomasberg machen sich nach wie vor Sorgen um die Sicherheit in ihrer Nachbarschaft, wenn erst geflüchtete Menschen in der neuen Unterkunft Am Limperichsberg eingezogen sind. Andere haben aber auch deren Wohlbefinden im Blick.

„Das sieht aus wie ein Gefängnis“, sagte am Mittwoch eine Bürgerin mit Hinweis auf den Zaun, der das Areal mit den Wohncontainern umgibt. „Da ist kein einziger grüner Halm“, beklagte ein anderer das Fehlen von Pflanzen. „Das furchtbare Orange, das ist ja wohl der Hammer“, kritisierte eine Bürgerin die Farbwahl für einen Teil der Wohncontainer.

Schilder zum „Verhalten beim Brandfall“ ins sechs Sprachen

Zum zweiten Mal – nach dem November 2024 – hatte die Stadt Königswinter die Bürger und Gewerbetreibenden aus Thomasberg zu einer Bürgerinformation eingeladen, um über den Stand der Dinge bei der neuen Flüchtlingsunterkunft zu informieren. Und sie ließ Interessierte einen Blick in die neue Wohnanlage werfen.

Es fehlten noch ein paar Details – an den Spülen in der Gemeinschaftsküche beispielsweise gab es noch keine Wasserhähne –, insgesamt sieht die Anlage aber schon ziemlich bezugsfertig aus, auch wenn die ersten Bewohner wohl erst im August kommen. Auf zwei Etagen gibt es jeweils eine Gemeinschaftsküche und einen Waschraum, separate Duschen und Toiletten für Männer und Frauen und verschieden große Zimmer. Die Tafeln zum „Verhalten im Brandfall“ auf den Fluren gibt es in sechs Sprachen, darunter Arabisch.

Im Luxus leben die Menschen nicht. In einem der größeren Räume (rund 30 Quadratmeter) hatte die Stadt zur Anschauung schon mal vier Einzelbetten, vier Spinde, einen kleinen Esstisch und einen Kühlschranke aufgestellt. Vermutlich werde eine Familie dort untergebracht, hieß es.

Die kleineren Räume (rund 13 Quadratmeter) teilen sich künftig zwei Menschen. Insgesamt bietet die Wohnanlage Platz für 48 Geflüchtete. „Wir wissen nicht, wer kommt“, hatte Bürgermeisterin Heike Jüngling zuvor bei der Versammlung im Foyer des Verwaltungsgebäude gesagt, in das geschätzt mehr als 100 Bürgerinnen und Bürger gekommen waren.

Die Stadt Königswinter hat keinen Einfluss auf die Zuweisung von Geflüchteten

Die Stadt müsse die ihr zugewiesenen Menschen aufnehmen und unterbringen. Dass auch Familien kommen und nicht nur junge Männer, fand eine Bürgerin ein Stück weit beruhigend. Einen Einfluss auf die Zuweisungen habe die Stadt zwar nicht, sie schaue aber bei der Unterbringung auf eine gute Durchmischung, versicherten Heike Jüngling und ihre für Soziales beziehungsweise Asyl zuständigen Kolleginnen Yvonne Gozdzik (Geschäftsbereichsleiterin) und Stefanie Haase.

Eine Bürgerin zeigte sich irritiert über den Zaun, mit dem die Stadt die Wohnanlage umgeben hat. Heike Jüngling und Stefan Sieben, Geschäftsbereichsleiter Grundstücke und Gebäude bei der Stadt Königswinter, wiesen darauf hin, dass auch die meisten Privatgrundstücke umzäunt seien. Die vier Tore, das betonte Stefan Sieben, stünden aber jederzeit offen.

Ein mit Geschirr gedeckter Esstisch, im Hintergrund vier Betten.

In den größeren Zimmern wie hier kommen vermutlich Familien unter.

Während ein Bürger Spielgeräte für Kinder vermisste, übte ein anderer grundsätzliche Kritik am Standort neben der Thomasberger Turnhalle. Heike Jüngling wies – wie schon im November 2024 ihr Amtsvorgänger Lutz Wagner – darauf hin, dass die Stadt bei der Schaffung von Unterkünften für Geflüchtete unter einem „wahnsinnigen Zeitdruck“ stehe. Da das Grundstück schon erschlossen war, stand es zur Verfügung.

Es sei „nicht der beste Standort“, aber der „am schnellsten umsetzbare“. Fabiano Pinto, der Technische Beigeordnete der Stadt Königswinter, betonte, dass es sich bei den Wohncontainern um eine Übergangslösung handele. Eine Prognose, wie viele Jahre die Übergangszeit dauert, wagten Pinto und Jüngling aber nicht.

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Die Stadt arbeite parallel an Standorten, auf denen dauerhaft Wohnungen – nicht nur für Flüchtlinge – geschaffen werden sollten. Die Kosten für die Anlage in Thomasberg gab Pinto mit rund 1,5 Millionen Euro an. Zur Erinnerung: 2,3 Millionen Euro hatte der Stadtrat für das Projekt bewilligt. Heike Jüngling versicherte, dass sich Sozialarbeiter und ein Unterkunftsleiter – die jeweiligen Büros standen auch zur Besichtigung offen – sowie Ehrenamtler um die Menschen kümmern werden. Rund fünf bis sechs Stunden sei jeden Tag jemand vor Ort.

Fehlende Straßenbeleuchtung war schon im November 2024 Thema

Wie schon im November war die fehlende Straßenbeleuchtung (Stichwort Sicherheit) im oberen Teil der Straße ein Anlass zur Sorge. Heike Jüngling hatte im November 2024, da noch als Sozialdezernentin, zugesagt, die Stadt werde natürlich für eine Beleuchtung sorgen. Das Problem könne für die Stadt also „nicht überraschend“ sein, monierte eine Thomasbergerin.

Was die orangefarbenen Fassaden angeht, nahm Fabiano Pinto die Schuld auf sich. Im November 2024 hatten Bürger den Wunsch geäußert, keine schlichte graue Anlage zu installieren. Bei der Wahl habe er sich am Ende an den Farben des Sonnuntergangs über Thomasberg orientiert, sagte Pinto. Er sei inzwischen aber auch schon gefragt worden: „Leben da Holländer?“