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GeflüchtetenunterkunftBau der Lohmarer ZUE startet im Februar: Das ist seit 2023 passiert

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Luftbild Lohmar Zentrale Unterbringungseinrichtung für Flüchtlinge des Landes NRW Standort

Rund 300 Geflüchtete sollen in der ZUE des Landes in Lohmar untergebracht werden.

349 Geflüchtete sollen in der ZUE am Donrather Dreieck untergebracht werden.

Die Stadt Lohmar erläutert den Verlauf Planung der ZUE seit 2023 und zeigt, welche Vorteile der Bau für die Stadt hat.

Die Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) für Geflüchtete nahe der Autobahnauffahrt am Donrather Dreieck wird gebaut, Ende 2026 soll sie bezugsfertig sein. Das bestätigte die Landesministerin Josefine Paul Ende des vergangenen Jahres. Die Kosten trägt das Land NRW. Der Pachtvertrag mit der Stadt Lohmar für das betreffende Grundstück läuft bereits seit Januar 2025, er endet vorerst mit dem Jahr 2034.

Anfang Februar 2026 soll nach Angaben der Stadtverwaltung mit dem Bau begonnen werden. Aktuell können die Tiefbauarbeiten noch nicht starten, „weil bei diesen Witterungsverhältnissen die Böden nicht verdichtet werden können“, teilte der Beogeordnete Andreas Behncke in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Soziales und Gesundheit am 21. Januar mit. Die Container seien bereits geliefert, mit einer Inbetriebnahme der Einrichtung bis Ende des Jahres 2026 könne man weiterhin rechnen.

Mehrfach verschobener Baubeginn: Was geschah seit 2023?

Der Baubeginn war in den vergangenen Jahren mehrfach verschoben worden. In der Bürgerschaft kam immer wieder die Frage auf, ob die ZUE überhaupt noch entstehen solle. In einer Pressemitteilung hat die Lohmarer Stadtverwaltung erklärt, was genau seit Beginn der Planungen der ZUE geschehen ist und welche Schritte die Stadt Lohmar bis zum bald beginnenden Bau unternommen hat.

Der Gedanke, eine ZUE für Lohmar zu prüfen, kam 2023 auf. Ziel war laut Stadt Lohmar, die städtische Unterbringungssituation für Geflüchtete zu entlasten. Anfang 2024 beschloss der Stadtrat die Einrichtung einer ZUE auf dem Lohmarer Stadtgebiet. Ein Grundstück wurde erworben, erste gemeinsame Planungen mit der Bezirksregierung Köln wurden aufgenommen. Jene Planungen habe man im weiteren Verlauf des Jahres 2024 weiterverfolgt und konkretisiert. Erste Abstimmungen mit unter anderem dem Rhein-Sieg-Kreis, Wald und Holz NRW, Leistungsträgern und dem Kampfmittelbeseitigungsdienst erfolgten.

Weder während der Bauphase noch nach dem Bezug sind nennenswerte Beeinträchtigungen für Anwohnende zu erwarten.
Andreas Behncke

In der Verteilung der Aufgaben arbeitete man heraus, dass die Stadt Lohmar die Herrichtung des Baufeldes, die Verlegung der erforderlichen Leitungen, die Herstellung der Oberflächen, den Bau der Parkplätze sowie die Errichtung der Lärmschutzwand und der Umzäunung übernehmen werde. Außerdem wurde ein Ingenieurbüro beauftragt, den Tiefbau des Gebäudes zu planen. Im Herbst 2024 unterzeichneten die Stadt und das Land NRW den Pachtvertrag für das Baugrundstück.

Im ersten Quartal des Jahres 2025 habe die Bezirksregierung Köln die Vergabe der Hochbauleistungen organisiert. Die Planungen für den Tiefbau finalisierte die Stadt Lohmar im zweiten Quartal. Im dritten und vierten Quartal seien dann die Tiefbauleistungen ausgeschrieben und vergeben worden, teilt die Stadtverwaltung mit.

Kosteneinsparung, mehr personelle Kapazitäten: Stadt Lohmar weist auf die Vorteile einer ZUE hin

Die Stadt Lohmar macht auf die eigene Verantwortung aufmerksam, einen Beitrag zur Unterbringung geflüchteter Menschen zu leisten, und weist auf die Vorteile und Chancen hin, die die ZUE für Lohmar bringen werde. „Da sich in der unmittelbaren Umgebung keine Wohnbebauung befindet, sind weder während der Bauphase noch nach dem Bezug nennenswerte Beeinträchtigungen für Anwohnende zu erwarten“, prognostiziert Andreas Behncke.

Die Kosten des Baus und späteren Rückbaus, aber auch den Betrieb der Einrichtung inklusive sozialer Betreuung, Sicherheitsdienst, Verpflegung und medizinischer Erstversorgung trage allein das Land. Zudem weist die Stadtverwaltung darauf hin, dass die in der ZUE untergebrachten Personen gänzlich auf die verpflichtende Unterbringungsquote der Stadt angerechnet würden. Das bedeutet, dass letztendlich weniger Personen in Unterkünften untergebracht werden müssen, für die die Stadt Lohmar zahlt – und diese somit Miet- und Unterhaltungskosten einsparen werde. 

Aktuell seien 387 Geflüchtete in städtischen Unterkünften in Lohmar untergebracht, so Behncke; in der ZUE sollen 349 Menschen Platz finden. An den Plänen für den Neubau oder die Sanierung der Geflüchtetenunterkunft am Dammweg ändere sich durch die Baupläne der ZUE nichts, so Behncke. 

Sieben gemietete Liegenschaften habe die Stadt im Jahr bereits 2025 aufgeben können, berichtete Behncke im Ausschuss. Dazu gehöre das Aggertalhotel. Schon jetzt spare die Stadt damit 205.000 Euro jährlich ein. Etwa 190 in diesen Liegenschaften lebende Personen hatten Anfang 2025 Kündigungen von der Stadt Lohmar erhalten und mittlerweile zum Großteil Wohnungen gefunden. „Zwei Liegenschaften sind noch in der Anmietung, die relativ teuer sind“, sagte Behncke. Die werde die Stadt dann 2027 und 2029 nicht verlängern, das könne noch einmal etwa 450.000 Euro pro Jahr sparen.

Nach Fertigstellung: Stadt Lohmar kündigt öffentlichen Termin zur Besichtigung der ZUE an

Auch für Mitarbeitende der Stadt Lohmar würde die ZUE eine Entlastung bedeuten, da alle Aufgaben in der ZUE durch das Land NRW organisiert werden. Städtische Mitarbeitende können sich somit „stärker auf die Integration und Unterstützung der bereits in Lohmar lebenden Asylsuchenden und anerkannten Geflüchteten konzentrieren, insbesondere in den Bereichen Wohnungs- und Arbeitssuche sowie Sprachförderung“, teilt Behncke mit.

Für Schulen oder Kindertagesstätten in Lohmar werde sich keine verschärfte Auslastung ergeben, da Kinder und Jugendliche, die in der ZUE unterkämen, innerhalb der Einrichtung betreut würden, so die Stadtverwaltung. Sobald die Einrichtung fertig sei, wolle die Stadt einen Vor-Ort-Termin veranstalten, so Andreas Behncke, „sodass jeder sich diese Einrichtung auch einmal von innen anschauen und sich mit dem Betreiber über das Konzept informieren kann“.