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SaftpressenApfelernte fällt in Rhein-Sieg geringer aus

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Michael Schmitz, Rudolf Decker und Winfried Eberhardt (v.l.) von der Biologischen Station. Sie haben nicht ganz so viele Äpfel entgegen genommen wie im vergangenen Jahr.

Michael Schmitz, Rudolf Decker und Winfried Eberhardt (v.l.) von der Biologischen Station. Sie haben nicht ganz so viele Äpfel entgegen genommen wie im vergangenen Jahr.

In Hennef, Eitorf und Königswinter wurden am Wochenende Äpfel zum Pressen gesammelt. Schon jetzt zeichnet sich ab: Mitte Oktober wird es vorbei sein mit dem Saftpressen.

Wer im Spätsommer ein paar hundert Kilo Äpfel gesammelt hat, kann diese im Rhein-Sieg-Kreis zu Saft pressen lassen. Am vergangenen Wochenende tauschte die Biologische Station Eitorf in Hennef, Eitorf und Königswinter wieder Früchte gegen fertigen Saft ein, in Hennef können sie sogar direkt zu Saft gepresst werden. Die Ernte fällt aufgrund der Trockenheit jedoch geringer aus als im Vorjahr.

Am mittlerweile vierten Wochenende, an dem sie Äpfel pressen, haben Anika und Detlev Müller aus Zumhof mittlerweile den Dreh raus: Sie haben die mobile Saftpresse, die auf einen Anhänger montiert ist, in diesem Jahr von den „Obstfreunden Siegtal“ übernommen und treten nun als „Der Saftladen“ auf. „Wir haben ja schon letztes Jahr mitgearbeitet und die Bedienung der Maschine gelernt“, sagt Detlev Müller. „Die Saison lief zwar nicht so gut, aber die Resonanz bei uns ist gut, die Leute sind zufrieden und froh, dass unser Standort nur drei Kilometer entfernt ist.“

Die Früchte sind zu klein und geben weniger Saft

Die mobile Saftpresse kann Äpfel, aber auch Birnen und Quitten, binnen kürzester Zeit in fertigen Saft verwandeln. Pro Stunde schafft sie 600 Kilo. Dieser wird erhitzt und in sterile Beutel gefüllt. So können die Anliefernden tatsächlich den Saft ihrer eigenen Früchte trinken, eine Vermischung mit anderen Früchten ist ausgeschlossen. Was übrig bleibt, landet in einem Anhänger und wird an Schafe und Rinder verfüttert.

„Wir hätten schon Ende August anfangen können, weil viele Äpfel bereits am Boden lagen. Das haben die Bäume gemacht, um sich zu schützen. Durch den Hitzesommer haben sie weniger Wasser bekommen, die Früchte sind zu klein und geben weniger Saft. Es zeichnet sich auch ab, dass schon Mitte statt Ende Oktober Schluss ist mit dem Pressen“, sagt Anika Müller.

Der heiße Saft wird direkt von der Presse in Tüten gefüllt.

Der heiße Saft wird direkt von der Presse in Tüten gefüllt.

Jedes Wochenende stehen sie derzeit in Zumhof, die Kundinnen und Kunden haben Zeiten auf ihrer Webseite reserviert. So entsteht bei der Anlieferung kein Chaos. „Nur die Reinigung der Presse ist aufwendig, das dauert zwei Stunden. Da muss man mit dem Hochdruckreiniger ran, sonst werden die Apfelreste pappig und bleiben kleben. Die Tanks müssen wir mit Lebensmittelchemie reinigen, Hygiene ist sehr wichtig“, sagt Detlev Müller.

Mit einem Kombi kommen Dirk Terveer und Vincent Valentin vom Heimatverein Allner angefahren. Im Kofferraum haben sie schätzungsweise 200 Kilo Äpfel dabei, sie sie kistenweise in die Schüttung kippen. Schon nach der dritten Kiste reicht Detlev Müller ihnen eine Kostprobe. Sie ist sehr säuerlich, den Herren schmeckt es trotzdem. „Es hat schon einen Reiz, seinen eigenen Saft zu bekommen – mehr aus der Region geht nicht“, sagt Terveer. „Wir als Heimatverein haben eine eigene Streuobstwiese, die wir schneiden und pflegen. Zur Presse gebracht haben wir die Ernte zum ersten Mal, zuvor sind die Äpfel auf der Wiese verfault – jetzt ändern wir den Aggregatzustand der Äpfel“, sagt er.

Dirk Terveer und Vincent Valentin (r.) vom Heimatverein Allner kippen die Ernte in die Saftpresse.

Dirk Terveer und Vincent Valentin (r.) vom Heimatverein Allner kippen die Ernte in die Saftpresse.

Am Campus Wiesengut der Uni Bonn in der Siegaue nimmt die Biologische Station Eitorf ebenfalls Äpfel entgegen. Hier können sie nur gegen Apfelsaft in Flaschen eingetauscht werden. Bislang sind noch viele Kästen da, denn der Container ist erst halb voll. „Es wird auch der einzige bleiben“, sagt Mitarbeiter Michael Schmitz. „Bislang sind 1,46 Tonnen drin. Das ist sogar mehr als an der Annahmestelle in Oberpleis und da war sonst immer am meisten. Voriges Jahr hat ein Container nicht ausgereicht“, sagt er. Auch die Naturfreunde hätten eine geringere Ernte aufgrund der Trockenheit wahrgenommen.

„Die größte Menge waren 500 Kilo, das war schon echt viel“, sagt Schmitz. „Bei einem sahen die Äpfel sogar aus wie im Supermarkt, wahrscheinlich hat der die Bäume gewässert. Vielleicht kommen manche Leute nicht, weil sich die Anfahrt wegen der kleinen Menge nicht lohnt“, mutmaßt Schmitz' ehrenamtlicher Kollege Rudolf Decker. Ob die Ernte im kommenden Jahr wieder besser werde, komme auf den Niederschlag in Herbst und Winter an. „Es ist ja immer noch viel zu trocken“, sagt Michael Schmitz.