Nachdem die Fähre Königswinter zeitweise nicht mehr über den Rhein fuhr, können jetzt alle Fähren im Kreisgebiet wieder Gäste transportieren.
Pegel ist stabilisiertFährbetrieb im Rhein-Sieg-Kreis wieder uneingeschränkt möglich

Das Niedrigwasser im Rhein hat sich so weit beruhigt, dass alle gängigen Fähren wieder fahren können. In Mondorf gibt es nach wie vor auf beiden Seiten lange Wartezeiten, hier ist inzwischen nur noch eine Autofähre in Betrieb.
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„Wunderbar – der Rhein ist wieder da“, freuen sich die Passagiere und die Kapitäne auf den Auto- und Personenfähren zwischen Königswinter und Wesseling gleichermaßen. Nie hatten sie in der Vergangenheit Deutschlands größten Strom – den Vater Rhein - so in sich zusammengesunken gesehen wie in den zurückliegenden drei Wochen.
„Wir freuen uns richtig, dass der Fährbetrieb nun wieder uneingeschränkt möglich ist“, berichtet zum Beispiel der Betriebsleiter der Lux Werft Ingo Schneider-Lux. Trotz eines historischen Niedrigwasserstands von zuvor noch niemals dagewesenen 61 Zentimeter Bonner Pegel konnte der Fährbetrieb zwischen Mondorf und Graurheindorf auch in der Spitzenzeit des Niedrigwassers uneingeschränkt fortgesetzt werden.
Fähre in Königswinter und Bad Godesberg fährt wieder
„Wegen des Niedrigwassers musste der Fährbetrieb allerdings in Godesberg drei Wochen eingestellt werden“, erklärt Schneider-Lux. Schuld sei aber nicht das eigentliche Niedrigwasser gewesen, sondern eine Kiesbank vor der Anlegestelle in Königswinter-Niederdollendorf. „Jetzt fahren wir aber wieder – seit dem 22. August – seit vergangenem Samstag sind wir auch in Godesberg wieder unterwegs“, freut er sich berichten zu können.
Nicht im Traum hätte er es für möglich gehalten, den Fährbetrieb auf dem Rhein einmal aufgrund von Niedrigwasser einstellen zu müssen. „Das ist zuvor auch noch nie passiert“, sagt Schneider-Lux. Nur zu gut weiß der Betriebsleiter schließlich auch, wie sehr insbesondere Pendler auf diese Verbindung vom linken auf das rechte Rheinufer und umgekehrt angewiesen sind – erst recht seit der Sperrung der Nordbrücke.
Mondorfer Fähre wegen Brückensperrung nach wie vor restlos ausgelastet
Seine beiden Autofähren von Graurheindorf nach Mondorf und wieder zurück sind aufgrund der Brückensperrung sogar restlos ausgelastet. In einer nie enden wollenden Schleife setzen sie quasi im Minutentakt über. Die große Fähre, Christopherus kann pro Fahrt bis zu 24 Fahrzeuge mitnehmen – die kleinere Fähre Mondorf, schafft weitere 14 Fahrzeuge.

Auch Landwirte setzen mit ihren Gefährten auf der Fähre nach Graurheindorf über.
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Die meisten Personen- und Autofähren sind in sogenannter Flachbauweise konzipiert und gebaut – auch, um bei Niedrigwasser uneingeschränkt über den Rhein fahren zu können. Auch die Personenfähre Rheinschwan in Wesseling ist in Flachbauweise gebaut und konnte in den vergangenen drei Wochen ohne Probleme allerdings extrem vorsichtig, bei einem Wasserstand von sogar nur 46 Zentimeter Kölner Pegel noch übersetzen.
Doch auch vor der Anlegestelle in Lülsdorf/Niederkassel hat es etwa beim Niedrigwasser im August 2022 Probleme wegen einer Kiesbank gegeben. Damals hatte sich dort ein Tanker festgefahren. Beim Freidrehen hatte er dann sehr viel Kies aufgewirbelt, der sich just vor der Anlegerstelle in Lülsdorf/Niederkassel aufgetürmt hatte und so die Fahrrinne des Rheinschwans unpassierbar machte.
Fährbetreiber sprechen sich dafür aus, die Einfahrtsschneisen etwas auszubaggern
Um solchen Situationen vielleicht in Zukunft zuvorzukommen, aber auch, um den Fährbetrieb weiter zu sichern, fänden es Schneider-Lux und der Inhaber des Wesselinger Rheinschwans Reiner Weisbarth unabhängig voneinander gut und sinnvoll, wenn insbesondere der Rhein vor den Anlegern - genaugenommen in den Einfahrtsschneisen der Fähren - leicht ausgebaggert würden. „Bei Niedrigwasser wäre das generell eine große Hilfe“, merkt Weisbarth an. Es mache ja nicht nur die Überfahrt sicherer, es nehme den Steuermännern und -frauen auf den Fähren auch die Sorge mit ihrem Schiff aufzusetzen. Schneider-Lux empfiehlt zudem, die Anlegerampen wo möglich baulich noch ein bisschen länger zu ziehen.
Doch erst einmal ist auch er froh, dass die Niedrigwasserphase zunächst vorbei ist. Mit 120 Zentimeter Bonner Pegel am 25. August 2026 hat sich der Rhein schließlich seit seinem Rekordtief von 61 Zentimetern inzwischen ja schon nahezu wieder verdoppelt.
Ab sofort werden auf den Autofähren in Mondorf und Godesberg nur noch Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen mitgenommen. Außerdem machen die Inhaber darauf aufmerksam, dass bedingt durch den niedrigen Wasserstand, die Auf- und Abfahrtswinkel für Fahrzeuge etwas steiler als gewohnt sind – entsprechend sollte die Geschwindigkeit und Fahrweise werden. (mkl)
