Die Reparaturarbeiten sind beendet, die Linie 66 und 67 fahren wieder zwischen den Haltestellen „Sankt Augustin Zentrum“ und „Siegburg Bahnhof“.
Wachdienst wird verlängertLinie 66 fährt ab 1. Juli wieder zwischen Siegburg und Bad Honnef

Ab dem 1. Juli fährt die Linie 66 wieder auf voller Strecke zwischen Siegburg und Bad Honnef. (Archivbild)
Copyright: Stefan Villinger
Es dürfte für viele Pendlerinnen und Pendlern zwischen dem links- und rechtsrheinischen Rhein-Sieg-Kreis eine Erleichterung sein: Nach fast drei Monaten fahren die Züge der Stadtbahnlinie 66 von Juli an wieder auf ihrer vollen Strecke zwischen Siegburg und Bad Honnef.
Seit die Nordbrücke für den Verkehr vollständig gesperrt wurde, herrscht in und um Bonn und den Rhein-Sieg-Kreis zu Hauptverkehrszeiten Verkehrschaos, Staus sind zur Regel geworden. Auch die Ersatzverkehrs-Busse für die Linie 66 mussten sich wochenlang mit duch diesen Verkehr schlängeln.
Diebstahl von Kabeln verzögerte Streckenfreigabe für Stadtbahnlinien
Zunächst war der Schienenersatzverkehr für die Linie 66 nur bis Mitte Mai geplant, die Sperrung der Bahntrasse wurde jedoch wegen Komplikationen bei den Bauarbeiten bis Mitte Juni verlängert. Anschließend konnten die Linien 66 und 67 wegen Diebstahls von Kabeln nicht, wie ursprünglich geplant, ab Mitte Juni wieder auf den Schienen fahren. Kriminelle hatten auf der während der Bauarbeiten unbefahrenen Strecke an einigen Abschnitten mehrere Stammkabel auf einer Länge von 20 oder auch 30 Metern entfernt oder unbrauchbar gemacht. Darüber hinaus war das Stellwerk in Mülldorf beschädigt, das die Stromversorgung für den Bahnbetrieb und die technischen Anlagen sicherstellt.
Nun sind alle Reparaturarbeiten erledigt, die Stadtbahnen fahren ab Mittwoch, 1. Juli, wieder auf dem bislang noch gesperrten Abschnitt zwischen den Haltestellen „Sankt Augustin Zentrum“ und „Siegburg Bahnhof“. Die Stadtwerke Bonn (SWB) teilen mit, Mitarbeitenden aus dem technischen Betrieb, der Abteilung Fahrwege, der Betriebsleitstelle sowie weiteren Fachbereichen sei es mit Bonn Netz und externen Dienstleistern gelungen, die umfangreichen Schäden an zahlreichen Kabelsträngen und der Signaltechnik schnell zu beheben.
Reparatur an Gleisen der Linien 66 und 67 in Siegburg ist nur eine Übergangslösung
Allerdings ist das lediglich eine Übergangslösung. Die Kabel wurden an den zahlreichen Beschädigungsstellen mittels Muffen instand gesetzt. Um auch langfristig einen störungsfreien Betrieb sicherzustellen, ist der Austausch der instandgesetzten Stammkabel vorgesehen, so die SWB.

Auf der Strecke der LInie 66 zwischen Sankt Augustin und Siegburg gab es große Beschädigugen durch Kabeldiebstahl. (Archivbild)
Copyright: Stefan Villinger
Geplant sei, diese Arbeiten ohne weitere Beschränkungen des Bahnverkehrs durchzuführen. Ob dies vollständig möglich ist, hängt vom weiteren Reparaturaufwand ab. Um erneute Sachbeschädigungen an der Infrastruktur zu verhindern, wird zudem weiterhin ein Sicherheitsdienst entlang des Streckenabschnitts patrouillieren. Auch steht SWB Bus und Bahn nach wie vor im Austausch mit den Ermittlungsbehörden. Bei Kabeldiebstahl handelt es sich laut Strafgesetzbuch häufig um einen besonders schweren Fall dieses Delikts. In solchen Fällen droht eine Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu zehn Jahren.
Die Stadtbahnlinie 66 war schon seit April nicht mehr auf ihrer normalen Strecke unterwegs und wurde durch Schienenersatzverkehr (SEV) mit Bussen ersetzt. Planmäßig war die Strecke in Vorbereitung der ab Juli beginnenen Generalsanierung der rechtsrheinischen Bahntrasse zwischen Troisdorf und Wiesbaden und des Ausbaus der S13 gesperrt worden.
In Bonn-Vilich musste ein neues Kreuzungsbauwerk errichtet werden, für das im Jahr 2020 eine Behelfsbrücke gebaut worden war, um die Stadtbahnen an der Baustelle vorbeizuführen. Während der Sperrung der Strecke wurde das Provisorium zurückgebaut. Die Bahnen sollen nun wieder auf ihrer ursprünglichen Trasse fahren.

