Hoher Sachschaden ist bei einem Brand in Troisdorf entstanden. Eine 27-jährige Frau wurde als Tatverdächtige festgenommen.
Nach Streit Bett angezündetFrau nach mutmaßlicher Brandstiftung in Troisdorf festgenommen

Feuerwehr und Polizei am Einsatzort.
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In Troisdorf musste die Feuerwehr in der Nacht zu Donnerstag (15. Januar) zweimal einen Brand in einem Werkschuppen löschen. Vorausgegangen sei dem Feuer nach Angaben der Polizei ein Streit, sie nahm eine Frau in Gewahrsam. Einige Stunden später brannte es erneut an der gleichen Stelle, offenbar waren Glutnester wieder aufgeflammt.
Die Polizei war nach eigener Aussage gegen 0.15 Uhr zu einer Auseinandersetzung gerufen worden. Ein 43-jähriger Bewohner hatte sich mit seiner 27-jährigen Partnerin gestritten. Im Verlauf des Streits versuchte die Frau, das gemeinsame Bett anzuzünden, was der Mann zunächst verhinderte. Da die Lage sich nicht beruhigte, suchte der 43-Jährige Hilfe bei einem Nachbarn, der die Polizei rief. Währenddessen zündete die 27-Jährige das Bett vermutlich erneut an, und das Feuer breitete sich im Anbau aus.
In der Nähe des Brandorts wurde eine Frau mit Handschellen festgesetzt
Als die Polizei eintraf, stieg schwarzer Rauch über dem Grundstück in der Oberlarer Moltkestraße auf. Die Polizisten ließen über Funk die Feuerwehr alarmieren. Da die Beamten nicht wussten, ob noch Menschen in dem Gebäude waren, eilten die Feuerwehrleute mit dem Stichwort „Menschenleben in Gefahr“ herbei.
Die Feuerwache liegt nicht weit entfernt, die Einsatzkräfte waren schnell vor Ort. Bei dem Gebäude handelt es sich um eine Art Werkschuppen, etwa acht mal 20 Meter groß und aus Stein gebaut. „Darin befindet sich auch eine Werkstatt. Gebrannt hat das Bett, das für eine enorme Rauchentwicklung gesorgt hat“, sagte Pressesprecher Peter Kern. „Personen waren nicht mehr in dem Anbau, auch die Bewohner des angrenzenden Mehrparteienhauses standen draußen, sodass wir niemanden retten mussten“, so Kern.

Die Polizei legte der Frau Handschellen an.
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Das Feuer sei schnell unter Kontrolle gewesen. Unweit des Brandorts hatte die Polizei die 27-Jährige festgesetzt. Sie saß mit Handschellen gefesselt in einem Polizeiwagen. Als die Polizisten sie in einen anderen Wagen setzen wollten, beschimpfte sie die Beamten und trat um sich. Ob sie das Feuer tatsächlich gelegt hat, ist unklar. Sie schweigt zu dem Vorfall. Zum Zeitpunkt des Brandes war sie stark betrunken gewesen, ein Atemalkoholtest ergab fast zwei Promille. Sie erhielt eine Anzeige wegen des Verdachts der Brandstiftung, Beleidigung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Der 43-Jährige war auf freiem Fuß geblieben, der Grund für den Streit ist unklar.
Damit war der Einsatz aber noch nicht abgeschlossen: Gegen 4.45 Uhr meldete eine Nachbarin eine erneute Rauchentwicklung aus dem Dach des Anbaus, wieder rückte die Feuerwehr aus. „Weil diesmal nicht alle Personen aus dem benachbarten Wohngebäude nach draußen gegangen waren und die Atemschutzträger zuneige gingen, hat unser Einsatzleiter die Alarmstufe erhöht“, sagte Peter Kern. „Wir haben eine Tür aufgebrochen, um nach der vermissten Person zu suchen, gefunden wurde aber niemand. Eine Frau klagte über ein Kratzen im Rachen und wurde vorsorglich ins Krankenhaus gefahren.“
Diesmal habe es im hinteren Teil des Anbaus gebrannt, offene Flammen seien den Einsatzkräfte entgegengeschlagen. „In dem Gebäude lagen sehr viele Gegenstände“, bekannte Kern. Die Feuerwehr habe das Dach eingerissen, um den Brand zu ersticken. Gegen 7.30 Uhr sei der Einsatz beendet gewesen. Warum das Feuer erneut ausbrach, konnte Kern nicht sagen. Die Polizei geht hingegen davon aus, dass Glutnester wieder aufgeflammt waren: Das Siegel am Tatort sei intakt und die mutmaßliche Brandstifterin zu diesem Zeitpunkt noch in Gewahrsam gewesen. Die Polizei erwog am Donnerstag, einen Haftbefehl zu beantragen, teilte die Pressestelle mit.

