Vermutlich mehrere Personen zertrümmerten Mobiliar und Technik. Noch schlimmer sind wohl die Schäden durch aufgedrehte Wasserhähne.
Hoher SchadenUnbekannte verwüsten Grundschule in Troisdorf

Die Zerstörung und das Chaos in den Klassenzimmern sind massiv.
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Glasscherben liegen auf dem Boden, Fenster sind zertrümmert, im Keller steht das Wasser. Auf dem Flur liegen die Namensschilder von Linda, Philip und Deniz. Sie würden ihre Sternenschule, die Gemeinschaftsgrundschule in Spich, momentan wohl kaum wiedererkennen: Unbekannte haben am Wochenende die Klassenzimmer und die Turnhalle verwüstet. Der Schaden geht in die Hunderttausende. Die Stadt geht dennoch davon aus, dass der Unterricht bei Schulbeginn in drei Wochen in der Schule stattfinden kann.
Die Täterinnen oder Täter – die Polizei geht von mehreren Personen aus – warfen Tische und Regale um, feuerten Arbeitsmaterialien und persönliche Gegenstände der Kinder durch die Räume. Steckperlen, Stifte, Bücherkisten liegen ausgekippt auf dem Boden. Bilder wurden von den Wänden gerissen, liegen auf dem Boden. Auch in die Sporthalle drang die Gruppe ein. Die Unbekannten warfen Turngeräte durch die Gegend und gegen die Decke, wo sie Löcher hinterließen.
Wasser tropfte durch die Decke der Troisdorfer Schule
Mit einer Musikbox warfen sie eine Scheibe ein. Neben Hakenkreuzen und einem rassistischen Schimpfwort für schwarze Menschen hinterließ die Gruppe auch noch einen zynischen Gruß: „viel spaß beim aufräumen ihr penner“, steht auf einer Scheibe in der Turnhalle.

Auch in die Turnhalle drangen der oder die Täter ein und zerstörten die Einrichtung.
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Am schlimmsten aber seien die Wasserschäden: „Sie haben die Wasserhähne überdreht, sodass sie über den Rand der Waschbecken herausragten. Auch die Abflüsse wurden extra verstopft. So ist das Wasser vom ersten Stock durch die Decke in die unteren Stockwerke und den Keller gelaufen“, sagt Johannes Schmitz aus der Pressestelle der Stadtverwaltung. Die Täterinnen und Täter drangen über die Oberlichter auf dem Flachdach in das Schulgebäude und die Turnhalle ein. „Wir gehen deswegen davon aus, dass es Personen waren, die die Schule kennen – sie wussten, wie man hier reinkommt.“
Es macht wütend, dass es Idioten gibt, die meinen, sich an fremdem Eigentum vergehen zu können
Auch Bürgermeister Alexander Biber machte sich als Chef der Stadtverwaltung ein Bild von dem, was seine Ämter mitten in der Ferienzeit und darüber hinaus beschäftigen wird. Er ist selbst in Spich aufgewachsen und auf die Sternenschule gegangen. „Ich war in meinem alten Klassenzimmer, dort ist eine riesige Pfütze auf dem Boden. Es macht wütend, dass es Idioten gibt, die meinen, sich an fremdem Eigentum vergehen zu können“, sagte er. Der Schaden betrage wohl mehrere hunderttausend Euro, dafür kämen Versicherungen auf.
„Damit befasst sind aber auch zahlreiche Ämter in der Stadtverwaltung, vom Schulverwaltungsamt bis zum Amt für Hochbau und dem zentralen Gebäudemanagement. Wir müssen Vorkehrungen treffen für den Fall, dass hier zum Schulbeginn kein Unterricht stattfinden kann.“ Die Stadt könne schnell reagieren und etwa Container auf dem Schulgelände aufstellen, ansonsten könnten andere Gebäude im Stadtteil genutzt werden. „Derzeit gehen wir aber davon aus, die Schäden bis zum Wiederbeginn der Schulzeit beheben zu können“, betont Biber.

Einer der Beteiligten verletzte und verarztete sich - die Polizei konnte hier Blutspuren sichern.
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Was jedoch dauern werde, sei die Behebung des Schadens an der Elektrik in den Zwischendecke. „Das sind umfangreiche Arbeiten, die Mauern müssen teilweise aufgestemmt werden. Das geht nur während der Ferien, weswegen wir davon ausgehen, dass sich die Reparatur noch bis zu den nächsten Sommerferien hinziehen wird“, ergänzt Stadtsprecher Schmitz. Die Verwaltung gehe davon aus, dass die Tat am Freitagabend stattfand: „Um 22.30 Uhr sind die Server der Schule ausgefallen, das belegen die entsprechenden Protokolle. Zu dem Zeitpunkt muss also schon Wasser durch die Räume gelaufen sein“, sagte Bürgermeister Biber.
Die Polizei sicherte DNA und Fingerabdrücke in Troisdorf
Die Chancen, dass die Täterinnen und Täter gefunden werden, sind indes groß: Einer der Beteiligten hatte sich verletzt und mit dem Verbandsmaterial in der Turnhalle verarztet. Die blutigen Tücher ließ er oder sie jedoch liegen – die Kriminalpolizei hat also Blutspuren sichern können, darüber hinaus auch Fingerabdrücke und DNA-Spuren. Sie werden jetzt vom Landeskriminalamt ausgewertet.
Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung und des besonders schweren Falls des Diebstahls, auch wenn nicht klar ist, ob etwas gestohlen wurde. Wer zwischen Freitagmittag und Montagmorgen, insbesondere aber am Freitagabend, etwas Verdächtiges an der Sternenschule bemerkt hat, den bittet die Polizei, sich unter 02241/541-3221 zu melden.
