900 SoldatenEinsatzkräfte aus ganz Deutschland eilen zur Hilfe in den Westen

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Ein Einsatzfahrzeug der Bundeswehr räumt Geröll von einer Straße in Aachen.

Köln/Hamburg – Die von den schweren Unwettern betroffenen Kreise werden aus ganz Deutschland unterstützt. So hat die Bundeswehr inzwischen 850 Soldaten in die Katastrophengebiete geschickt und das Verteidigungsministerium hat den militärischen Katastrophenalarm ausgelöst. Dadurc sollten Entscheidungsinstanzen dorthin gerückt werden, wo sie gebraucht werden. In Nordrhein-Westfalen helfen derzeit 555 Soldatinnen und Soldaten den Behörden bei der Bewältigung der Hochwasser-Katastrophe.

Katastrophenhilfe jetzt oberste Priorität für Bundeswehr

Die Bundeswehr soll der Hilfe nach der Unwetterkatastrophe im Westen Deutschland nun Vorrang vor anderen Aufgaben geben. „Jetzt kommt es darauf an, geeignetes Material aus der ganzen Republik bereit zu stellen. Hierzu habe ich bereits angeordnet, dass alle anderen Aufträge, die nicht unmittelbar mit den Auslandseinsätzen verbunden sind, hintangestellt werden“, teilte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) am Freitag mit.

Die „oberste Priorität“ liege jetzt bei der Katastrophenhilfe in den betroffenen Städten und Kommunen. „Die Bilder aus den Hochwasserregionen bestürzen uns alle! Die Bundeswehr leistet mit den schnell verfügbaren Kräften vor Ort bereits tatkräftige Hilfe bei Gefahrenabwehr und Räumarbeiten“, so Kramp-Karrenbauer. „Die Amtshilfeverfahren sind durch die Pandemiebekämpfung gut eingespielt und auf sie kann verlässlich zurückgegriffen werden!“

Auch THW und Bundespolizei im Einsatz

Das Technische Hilfswerk (THW) hatte am Freitag laut Bundesinnenministerium in beiden Bundesländern insgesamt 2065 Helfer im Einsatz. Diese waren nach Angaben eines Sprechers vor allem damit beschäftigt Menschen zu retten, Gebäude zu evakuieren, Kraftstoff zu organisieren und Sandsäcke zu verteilen.

Die Bundespolizei beteiligte sich mit 250 Beamten an der Luftrettung und übernahm Schutzaufgaben, auch um mögliche Plünderungen zu verhindern.

Auch Bereitschaftskräfte der Polizei rückten an, zum Beispiel aus Hamburg: „Wir sind heute Morgen um 9 Uhr angefragt worden, um bei den großen Überschwemmungen zu unterstützen“, erklärte der Hamburger Einsatzleiter Ingo Zegenhagen am Donnerstag. „Da wird derzeit alles rekrutiert, was Boote hat. Und wir sind eben der einzige Boots-Schutzzug für Katastrophen in Deutschland“, so der Einsatzleiter weiter. Sein Team besteht aus 14 Beamten, die mit sechs Booten in den Rhein-Erft-Kreis stoßen.

Mehr als 800 ehrenamtliche Helfer der DLRG

Mehr als 800 ehrenamtliche Helfer der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) sind in den Hochwassergebieten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz im Einsatz. „Die Lage vor Ort ist wahrlich dramatisch. Für unseren Verband ist das eine der größten Herausforderungen in seiner Geschichte“, sagte DLRG-Präsident Achim Haag am Freitag. Die Helfer in den beiden betroffenen Bundesländern würden von Wasserrettungseinheiten aus Niedersachsen, Hessen und dem Saarland unterstützt.

Die DLRG-Spezialisten retten Menschen aus den - teils strömenden - Gewässern, helfen bei der Evakuierung und sichern Deiche ab. Wenn nötig, könnten weitere Wasserrettungszüge aus anderen Bundesländern angefordert werden, teilte die Organisation mit. Auch die bundesweit auf fünf Standorte verteilten Luftretter, die per Hubschrauber Personen aus überschwemmten Gebieten holen können, seien auf einen möglichen Einsatz vorbereitet.

BKK unterstützt mit Satellitenbildern

Auch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) unterstützt die betroffenen Regionen in Deutschland unter anderem mit Satellitenbildern. „Erste Satellitenbilder aus den vom Unwetter betroffenen Gebieten werden seit heute Morgen aufgenommen. Diese Bilder werden, sobald verfügbar, den Beteiligten im Krisenmanagement zur Verfügung gestellt“, sagte Vizepräsident Thomas Herzog dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Freitag). Das BBK kümmere sich zudem auch um die Koordinierung von Hilfen, beispielsweise von Helikoptern zur Rettung von Menschen oder Zapfstellen zur Abgabe von Trinkwasser.

(red/dpa) 

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