Köln – Die Bundesanwaltschaft hat am Flughafen Düsseldorf eine 46 Jahre alte Frau wegen Mitgliedschaft in der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) festnehmen lassen. In der am Mittwoch von der Bundesanwaltschaft herausgegebenen Pressemitteilung hieß es zunächst, die Frau sei am Flughafen Köln/Bonn festgenommen worden. Diesen Fehler korrigierte die Bundesanwaltschaft am Donnerstagmorgen.
Der Zugriff erfolgte am Mittwoch bei der Einreise am Flughafen aufgrund eines Haftbefehls des Ermittlungsrichters des Bundesgerichtshofs (BGH) vom Montag, wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mitteilte.
Frau soll Ende 2014 dem IS beigetreten sein
Der Deutschen wird vorgeworfen, sich am IS beteiligt und sich ein Haus im Irak angeeignet zu haben. Die Frau soll spätestens Ende des Jahres 2014 den Entschluss gefasst haben, sich dem IS im Kampf gegen das syrische Regime anzuschließen und am Aufbau eines islamischen Staates nach dem Vorbild der Scharia zu beteiligen.
Sie habe im Januar 2015 nach islamischem Recht von Deutschland aus per Videotelefonie ein Mitglied des IS geheiratet. Die Beschuldigte sei zu ihrem Ehemann erst in die Türkei und dann nach Syrien gereist.
Ihr Ehemann wurde bei Kämpfen getötet
Im Juni 2015 sollen beide nach Tal Afar im Irak umgezogen sein, wo sie ein Haus bewohnten, aus dem die rechtmäßigen Bewohner durch den IS vertrieben worden oder vor ihm geflohen waren. Nachdem ihr Ehemann wenig später bei Kämpfen getötet worden war, sei sie mehrmals in der Region umgezogen und dann schließlich nach Deutschland gereist, wo sie festgenommen wurde. (dpa)
