Rom – Papst Franziskus hat Ehepaare und Familien aufgerufen, angesichts der Belastungen durch die Corona-Pandemie miteinander geduldig und nachsichtig umzugehen. Bei Problemen sollten sie nicht zögern, Hilfe zu suchen und anzunehmen, schrieb er in einem Brief an verheiratete Paare, der am Sonntag veröffentlicht wurde. Die Zauberworte in einer Ehe seien „darf ich?“, „danke“ sowie „entschuldige“.
Lockdowns und Quarantänen hätten für Familien mehr gemeinsam verbrachte Zeit gebracht, schrieb Franziskus. Doch solches erzwungenes Zusammensein könnte manchmal die Geduld von Eltern und Geschwistern gleichermaßen auf die Probe stellen und manchmal zu Problemen führen. „Bereits bestehende Probleme verschärften sich und führten zu Konflikten, die nahezu unerträglich wurden. Viele erlebten gar das Zerbrechen ihrer Beziehung“, schrieb der Papst.
In Frieden schlafen gehen
Das Scheitern einer Ehe bringe viel Leid mit sich, insbesondere für Kinder. Deshalb sollten Eltern versuchen, ihre Probleme zu lösen, auch durch Gebete. „Vergesst nicht, dass die Vergebung alle Wunden heilt“, erklärte der Papst. Der Tag sollte nicht beendet werden, ohne dass Frieden geschlossen worden sei.
Wenn sich Menschen nicht versöhnten, bevor sie ins Bett gingen, könne das am nächsten Morgen zu einem „kalten Krieg“ führen, sagte der Papst am Sonntag zu Menschen auf dem Petersplatz. Konflikte entstünden häufig aus langen Schweigephasen und aus Egoismus. „Manchmal endet das sogar in körperlicher und moralischer Gewalt“, sagte der Papst.
Papst: Handy weg beim Essen
Beim Essen sollten Familienmitglieder ihre Handys weglegen und eine Unterhaltung führen, sagte das katholische Kirchenoberhaupt. „Es ist traurig, eine Familie beim Mittagessen zu sehen, jeder mit seinem oder ihrem eigenen Mobiltelefon“, sagte der Papst.
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Mit dem Brief habe er Ehepaaren ein Weihnachtsgeschenk machen wollen, sagte der Papst. Er sprach sich dafür aus, dass Paare weiter Kinder bekommen. Damit solle dem „demografischen Winter“ entgegen gewirkt werden. Italien hat eine der niedrigsten Geburtenraten der Welt. (RND/ap)


