Köln – Der 1. FC Köln muss zunächst einmal gar nichts, nach Jahren des reinen Überlebensfußballs und ständiger Abstiegsnot gibt es für eine Mittelklassemannschaft wie die der Kölner keine Bundesligaspiele, die sicher gewonnen werden müssen – auch nicht daheim gegen einen Aufsteiger. Der FC ist extrem darauf angewiesen, dass das System funktioniert, jeder Spieler sein absolutes Maximum erreicht und der Gegner sich davon beeindrucken lässt. Das ist in dieser Saison mehrfach beeindruckend gut gelungen. Am Freitag jedoch verzögerte sich der Kölner Sturmlauf um 45 problematische Minuten.
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Zwar gab es vor der Partie berechtigte Hoffnungen auf einen Sieg. Doch klar war auch gegen Fürth nichts. Und tatsächlich musste der FC schwer leiden am Freitagabend. Eine Halbzeit lang waren die Kölner nicht nur in Rückstand. Sie trafen auch auf einen Gegner, der sich hervorragend auf ihren neuen Fußball eingestellt hatte.
Kölner Vertrauen schien erschüttert
Baumgarts Mannschaft zeigte angesichts der wehrhaften Gäste Momente, in denen sie ihren Plan aus den Augen zu verlieren schien. Das Vertrauen, das zuletzt so stark war bei den Kölnern – es schien erschüttert.
Allerdings bewies die Kölner Mannschaft in der zweiten Halbzeit einmal mehr ihre großartigen Qualitäten, wenn es darum geht, sich zu refokussieren und einen Weg zurück auf ihren Weg zu finden. Diese Fähigkeit deutete die Mannschaft etwa an, als sie in der Allianz-Arena von einem 0:2 gegen den FC Bayern zurückkam und zwischenzeitlich zum 2:2 ausglich. Und auch am Freitag stellte sie ihre Resilienz unter Beweis. Ein entscheidender Faktor dabei ist ihr Trainer, der auch bei einem 0:5-Zwischenstand in der zehnten Spielminute konstruktiv bleiben und seine Mannschaft nach vorn schreien würde.

Jubelnde FC-Profis nach dem Schlußpfiff vor der Südtribüne
Copyright: Herbert Bucco
Hinzu kommt eine bemerkenswerte Fitness, zehn von 13 Saisontoren erzielten die Kölner in dieser Saison im zweiten Durchgang, außerdem zieht die Mannschaft gewaltige Energie von der Bank: Louis Schaub bereitete am Freitag das 3:1 großartig vor, alle Einwechselspieler überzeugten mit Aggressivität und Entschlossenheit.
Der 1. FC Köln hat ein Tal durchschritten am Freitagabend, es war die wohl schwächste erste Halbzeit unter Baumgart. Doch was die Mannschaft in der zweiten Hälfte aufführte, lässt Müngersdorf von großen Zeiten träumen.


