Abo

1. FC KölnFrank Aehlig landete beinahe bei RB Leipzig

4 min
Aehlig und Wehrle

Frank Aehlig (links) mit Geschäftsführer Alexander Wehrle

  1. Frank Aehlig ist derzeit Lizenzspielleiter beim 1. FC Köln.
  2. Erst vor Kurzem verlängerte er seinen Vertrag beim Bundesligisten bis 2022.
  3. Im Sommer hätte Aehlig allerdings auch zu RB Leipzig wechseln können.

Köln – Es hat nicht so viel gefehlt, und beide hätten in dieser Saison Seite an Seite zusammengearbeitet. Sie hatten sich schließlich schon getroffen und darüber ausgetauscht. Der eine hat bei RB Leipzig seit Sommer im sportlichen Bereich das Sagen, der andere hätte im Juli zu seinem Ex-Klub nach Sachsen zurückkehren können, tat es dann aber doch nicht.

Beim Spiel am Samstag (18.30 Uhr) in Leipzig treffen RB-Sportdirektor Markus Krösche (39) und Frank Aehlig (51), der Lizenzspielleiter des 1. FC Köln, wieder aufeinander.

Austausch zwischen Krösche und Aehlig

Leipzig wollte Aehlig zu dieser Saison als Kaderplaner zurückholen. „Markus Krösche und ich haben uns ausgetauscht, um zu schauen, ob eine Zusammenarbeit für beide Seiten Sinn machen könnte“, sagt Aehlig. Aber in diesen Gesprächen seien beide Seiten nicht weit genug gekommen.

Es sei zwar ein interessantes Treffen gewesen, „aber es hatte vor allem mit der spannenden Aufgabe in Köln zu tun, dass wir das nicht weitergeführt haben. Ich war ja nicht auf der Flucht. Aber ich habe mich über das Gesprächsangebot gefreut. Die Möglichkeit, zurückkommen zu können, hat ja auch etwas mit Wertschätzung zu tun.“

Krösche beerbt Ralf Rangnick

Als aus Aehligs Rückkehr nach Leipzig nichts wurde, verkündete RB, dass der neue Sportdirektor Krösche auch die Aufgabe des Sportlichen Leiters übernimmt. Eine Doppelrolle und ein Novum in der Leipziger Bundesliga-Jahren, schließlich ließ sich Ralf Rangnick erst von Aehlig, dann von Jochen Schneider unter die Arme greifen. Für Krösche, den langjährigen Profi und späteren Sport-Geschäftsführer des SC Paderborn, war bereits der Wechsel zum Champions-League-Teilnehmer ein Karriereschritt.

Erst recht als Nachfolger von Rangnick. „Das ist natürlich ein großes Erbe und eine große Herausforderung, Ralf Rangnick hat hier gewaltige Spuren hinterlassen. Aber für mich ist es der nächste Step, den ich mir auch absolut zutraue“, sagt der frühere Leverkusener Co-Trainer (2015 bis 2017) im Gespräch mit dieser Zeitung.

Krösche steht an vorderster Front

Krösche zählt zwar auch nicht zu den Lautsprechern im Geschäft, den direkten Kontakt zur Mannschaft überlässt er meistens Trainer Julian Nagelsmann. Doch im Gegensatz zu Aehlig steht er auch öffentlich an vorderster Front.

Obwohl Aehlig nach dem plötzlichen Weggang von Armin Veh interimsweise die sportliche Führung beim FC übernahm, die entscheidende Kraft bei der Trainersuche war und vom Vorstand gelobt wurde, hat der Dresdner kein Problem damit, wieder aus der vordersten Reihe und hinter den neuen Sportchef Horst Heldt zurückzutreten. Er macht daraus  keinen Hehl: „Für die Sache sage ich, dass der Horst da vorne besser ist als ich. Bei mir steht die Aufgabe über dem Persönlichen.“

Aehlig verlängerte bis 2022

Dass Aehlig die Arbeit in Köln trotz aller Querelen und Probleme Freude bereitet, lässt sich daran ableiten, dass er seinen Vertrag beim FC bis 2022 verlängert hat. Und zwar in aller Stille, was zu ihm passt. Denn heraus kam dies erst vor drei Wochen. Da war zwar auch noch sein langjähriger Weggefährte Armin Veh im Klub, doch dessen Weggang ändert nichts daran, dass sich Aehlig dem FC verpflichtet fühlt.

Das könnte Sie auch interessieren:

Die Möglichkeiten und Ziele der Kölner indes sind ganz andere als die, die Krösche in Leipzig mit RB anpeilt. „Unsere Ansprüche sind hoch. Wir versuchen, jede Saison in der Champions League zu spielen und auch mal ein Achtel- oder Viertelfinale zu erreichen. Man spürt hier Euphorie“, sagt Krösche. In Köln herrschte zuletzt dagegen Tristesse. Und Frank Aehlig würde  erst einmal der Klassenerhalt reichen.

Gisdols erste Dienstreise

Die erste FC-Dienstreise für Markus Gisdol begann am Freitag um 14 Uhr mit der Abreise zum Flughafen. In Leipzig fehlen dem Trainer Jorge Meré (Oberschenkel) und Vincent Koziello (Knöchel), dafür reisten Florian Kainz und Lasse Sobiech mit.

Leipzig: Gulacsi - Klostermann, Ilsanker, Upamecano, Halstenberg - Lainer, Demme - Sabitzer, Forsberg - Poulsen, Werner.- Köln: Horn - Schmitz, Bornauw, Czichos, Hector - Verstraete, Skhiri - Ehizibue, Drexler, Kainz - Modeste.- Schiedsrichter: Schröder (Hannover).