Köln – Zehn Pflichtspiele am Stück hatte Rafael Czichos in der Startelf des 1. FC Köln gestanden. Mit dem 31-Jährigen gelangen große Spiele und gute Ergebnisse – allerdings keine Partie ohne Gegentor. In der zweiten Runde des DFB-Pokals in Stuttgart fehlte Czichos, nicht aus Leistungsgründen, sondern wegen eines Infekts. Timo Hübers und Jorge Meré bildeten das Kölner Abwehrzentrum, sie harmonierten gut. Wieder gab es einen starken Auftritt samt Sieg, sowie das erste Zu-Null-Spiel unter Steffen Baumgart. „Beide waren sehr gut. Timo hat gefühlt keinen Zweikampf verloren“, lobte der Coach.
Rafael Czichos vor Rückkehr in die Startelf des 1. FC Köln
Doch bedeuteten diese 90 Minuten am Mittwochabend in der Mercedes-Benz-Arena keine Wachablösung in der Kölner Viererkette, das machte der FC-Trainer am Freitag klar. Vor dem Bundesliga-Duell am Samstag in Dortmund (15.30 Uhr/Sky) hat Czichos seinen Infekt überwunden und wird ins Team zurückkehren, wenn zu 100 Prozent fit ist. „Wenn alles normal läuft, wird es einen Wechsel geben. Die Entscheidung treffen wir aber in aller Ruhe“, sagte Baumgart, schränkte dabei ein: „Es geht ja nicht nur darum, dass es Rafael besser geht, sondern er muss auch leistungsfähig sein. Deswegen warten wir noch ab.“
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Während es bei der Aufstellung noch einige Unwägbarkeiten gibt, auch Flügelstürmer Florian Kainz ist wieder einsatzbereit, gibt es für Baumgart bei der Herangehensweise in Dortmund keine zwei Optionen. „Es geht für uns darum, das Spiel zu gewinnen und eine gute Leistung zu zeigen. Da bin ich guter Dinge“, sagte der 49-Jährige, der den BVB zu Saisonbeginn als seinen Meisterschaftsfavoriten auserkoren hatte – als einziger aller 18 Bundesliga-Trainer.
Wildes Spiel in Dortmund ist wahrscheinlich
Baumgarts Taktik fällt hingegen weniger überraschend aus als sein Titel-Tipp. „Wir werden schon versuchen, sie vorne zu attackieren und unter Druck zu setzen.“ Schon mit dem SC Paderborn hatte Baumgart diesen Weg gegen Dortmund gewählt. Das brachte dem krassen Außenseiter zwar nie einen Sieg ein, dem neutralen Betrachter aber immer viel Unterhaltung. Wie im November 2019, als Paderborn zur Pause im Signal-Iduna-Park 3:0 geführt hatte, der BVB spät aufdrehte und noch zu einem 3:3 kam. Ein ähnlicher Spielverlauf ist auch am Samstag denkbar – egal, welche Verteidiger Baumgart in die Startelf stellt.
Steffen Baumgart und der Zaubertrank
Sein Gegenüber Marco Rose spricht mit einer Portion Ehrfurcht über den FC-Trainer. „Ich hab manchmal das Gefühl, er ist in einen Zaubertrank gefallen“, sagte der BVB-Coach über das Auftreten und die Methoden Baumgarts. „Wir machen uns keine Sorgen, aber wir bereiten uns auf einen guten Gegner vor“, sagte Rose. „Auf einen Gegner, der sehr aggressiv und intensiv verteidigt, der gut umschaltet. Der sehr mutig spielt insgesamt, der im Moment das spielt, was der Trainer vorlebt.“
Während der FC weiter auf Ellyes Skhiri und Jannes Horn verzichten muss, fehlen den Dortmundern Erling Haaland und Defensiv-Allrounder Emre Can. Zurück in den Kader kommen die Angreifer Youssoufa Moukoko und Donyell Malen.



