Jahmai Simpson-Pusey (20) ist beim FC längst zum konstanten Stabilisierungsfaktor der Abwehr geworden. Die Frage vor einer Bundesliga-Partie lautet nicht, ob der junge Engländer auf dem Platz steht, sondern neben wem.
Im Podcast „Wir waren klar besser“ von EXPRESS und Kölner Stadt-Anzeiger ging es nach dem trüben 1:1 bei Union Berlin vor allem um seinen Umgang mit dem Ball.
Kölns Simpson-Pusey „ist Genie und Wahnsinn zugleich“
„Die beste Passquote hatte Simpson-Pusey mit 100 Prozent. Irgendwann in der 70. Minute. Und er hatte auch extrem viele Ballkontakte“, stellte Christian Löer, Sportchef des „Kölner Stadt-Anzeiger“, zunächst heraus.
FC-Reporter Jürgen Kemper von „Express“ störte sich allerdings an Facetten seiner Ballbehandlung. „Das macht mich unglaublich sauer, wenn er den Ball bei jeder Berührung mit der Sohle zurückzieht. Das hat er wieder 830 Mal gemacht.“
Zwar sei Kemper ein Fan vom Kölner Innenverteidiger, dessen Talent „unbestritten“ ist – und im Kölner Defensivverband „eindeutig der Stärkste“ sei. Aber: „Dieser Typ ist so Genie und Wahnsinn zugleich. Und ich behaupte, wenn man dem nicht ein bisschen Wahnsinn austreibt, dann wird er keine große Karriere machen.“
Christian Löer sah das ähnlich: „In der Innenverteidigung ist vielleicht auch nicht der Ort, wo man völlig verrückt sein sollte“, so der FC-Reporter.
Die ganze Podcast-Folge gibt es im Player zum Hören.
Löer erinnerte sich auch an Simpson-Puseys Debüt im Januar gegen Heidenheim im Schnee, nach drei Trainingseinheiten, als der Abwehrmann dennoch den Ball mit der Sohle behandelte. „Wir haben uns auf der Tribüne alle angeguckt und haben gesagt: ‚Okay, das ist jetzt nicht euer Ernst.‘“ Kemper erinnerte sich ebenfalls: „Komplett wahnsinnig, nach drei Trainingseinheiten. Das kann er nicht machen.“
Doch aufgrund seiner Stärken am Ball zeigte sich Löer vom FC-Profi grundsätzlich fasziniert: „Ich habe ihn total ins Herz geschlossen. Ich finde ihn auf seine Art großartig.“ Bei ihm sehe alles so einfach aus: „Er hat eben dieses Talent, so perfekt im Weg zu stehen, dass der Stürmer nicht an ihm vorbeikommt. Das mag ich zum Beispiel sehr.“ (oke)
