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FC spielt noch 1:1 gegen UnionBrüderliche Erlösung in Köpenick

Malek El Mala beschert dem 1. FC Köln beim Bundesligadebüt den ersten Auswärtspunkt der Saison – unter Mitarbeit seines Bruders Said

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Said El Mala und Malek El Mala jubeln nach Tor zum 1:1.

Said El Mala und Malek El Mala jubeln nach Tor zum 1:1.

Die Gebrüder El Mala absolvierten auch den Medienmarathon nach dem Schlusspfiff gemeinsam. Im Duett gingen sie nach dem 1:1 (0:1) des 1. FC Köln bei Union Berlin von Kamera zu Kamera. In der 79. Minute hatte Malek El Mala für Köln zum Ausgleich getroffen, sieben Minuten war seine Bundesligakarriere in diesem Moment alt gewesen. Ein Tor zum Debüt, eingeleitet von seinem Bruder: Träume wurden wahr an einem fußballerisch eher trüben Abend in Köpenick. „Ich kann es gerade nicht so zuordnen, es fühlt sich unglaublich an. Mit meinem Bruder zusammen auf dem Platz zu stehen. Das bedeutet mir extrem viel“, sagte Malek El Mala, die Trophäe des „Man of The Match“ in der Hand.

Erstes Bruderduo seit 40 Jahren

Das Tor war schnell nacherzählt. „Flanke kam, abgefälscht, ich stand richtig. Fuß hingehalten – geht der rein“, beschrieb Malek El Mala. 40 Jahre nach der gemeinsamen FC-Saison der Brüder Klaus und Thomas Allofs hat Köln wieder ein Bruderduo im Angriff.

Said El Mala hatte nach dem 0:0 gegen Schalke noch angeboten, seinem Bruder den Platz in der Startelf zu überlassen. Tatsächlich aber hatte der Nationalspieler immer daran geglaubt, dass sein älterer Bruder es auch ohne sein Opfer schaffen würde. „Jeder sieht, was er kann. Er ist viel zu gut, um nicht in der Bundesliga spielen zu dürfen. Jetzt war es soweit – und er hat es direkt gezeigt“, sagte der 20-jährige Said über den 21-jährigen Debütanten: „Es fühlt sich an, als wäre es mein Tor.“

Auch die Eltern der Brüder waren im Stadion, „die warten schon auf uns“, sagte Malek El Mala, bevor Said das Ergebnis einordnete. „Man kann hier gewinnen, man kann auch verlieren. Man kann aber auch einfach zufrieden mit dem Punkt zufrieden sein. Ich glaube, wir sind gerade ganz okay mit dem Punkt.“

René Wagner war zumindest nicht unglücklich. Fünf Tage nach dem 5:0-Triumph im eigenen Stadion hatte Union wieder die starke Defensivform der jüngsten Heimspiele gezeigt und war nach einem Abwehrfehler 1:0 in Führung gegangen (Haberer/10.). Anschließend hatte sich ein zum Wochenende passendes, eher gruseliges Fußballspiel entwickelt. Gegen eine Mannschaft, die man am Dienstag noch aus dem Stadion geschossen hatte, glichen die Kölner elf Minuten vor Schluss mit ihrem ersten Torschuss aus.

Man kann hier gewinnen, man kann auch verlieren. Man kann aber auch einfach zufrieden mit dem Punkt zufrieden sein. Ich glaube, wir sind gerade ganz okay mit dem Punkt
Said El Mala über das 1:1 bei Union Berlin

Wagner hatte ein „leidenschaftlich geführtes Spiel“ gesehen und eine Berliner Mannschaft, die mit einer Fünferkette verteidigte; „verständlich nach so einem Spiel“, bemerkte der Trainer. Das Tor sei eine „schlecht verteidigte Situation“ gewesen. Seine zwei Veränderungen in der Startelf nahm der Trainer nach einer Stunde zurück. Das Spiel veränderte sich, doch mehr als das 1:1 gelang den Kölnern nicht mehr. Es war immerhin ihr erster Auswärtspunkt der Saison, auf einen Sieg in der Fremde warten sie allerdings weiterhin seit mehr als einem Jahr.

Die Geschichte des Tages hatten ohnehin die El-Mala-Brüder geschrieben. „Ich freue mich ungemein für Malek, das hat er sich verdient nach der harten Arbeit der letzten Wochen“, sagte der Trainer.

Wagner hatte seine Startelf auf zwei Positionen verändert. Für Mikey Moore begann Isak Johannesson im Zentrum, den rechten Flügel bespielte Sebastian Sebulonsen, der kampfstarke Norweger, der Alessio Castro-Montes ersetzte. Zuletzt hatten die Kölner in Frankfurt so begonnen, ebenfalls bei einem Gegner, der unter Druck stand. Das Spiel in Hessen war 0:1 geendet – nach einem Kölner Auftritt, der offensiv mittellos geblieben war.

René Wagner äußerte sich nach dem Spiel zufrieden – und lobte Malek El Mala.

René Wagner äußerte sich nach dem Spiel zufrieden – und lobte Malek El Mala.

Dass Wagner auf die vorsichtigere Variante zurückstellte, belegte, dass der Trainer auch nach einem 5:0 er selbst geblieben ist. Kritiker dürften beim Blick auf die Aufstellungen gesagt haben, dass der 1. FC Köln unter diesem Trainer nie dauerhaft unterhaltsamen Fußball spielen wird. Sich vor der Startoffensive eines Gegners zu fürchten, den man fünf Tage zuvor noch aus dem Stadion geschossen hatte, schien jedenfalls nicht ganz folgerichtig.

Der vorsichtige Ansatz, mit dem die Kölner sich der erwarteten Wut des Gegners hatten entgegenstellen wollen, bedeutete jedoch nicht, dass der FC die Anfangsphase kontrollierte. Im Gegenteil wurde aus Zurückhaltung bald Schläfrigkeit, als die Gastgeber nach zehn Minuten in Führung gingen, weil Okon-Engstler zu passiv verteidigte und Sosa im Zentrum seinen Gegenspieler aus den Augen verlor. Die Partie blieb lahm, nichts zu spüren von Berliner Wut, und auch Köln kam nicht in Schwung. Für Momente kam Bewegung ins Spiel, als van den Bosch Said El Mala von hinten ins Sprunggelenk stieg und dem Nationalspieler eine blutende Wunde zufügte. Van den Bosch sah Gelb, El Mala war empört, und das Spiel schien intensiver zu werden. Doch in die Nähe eines Treffers kamen nur die Berliner, als Schwäbe Burcus Linksschuss im kurzen Eck an die Latte lenkte.

Passive Berliner, Kölns Ausgleich zu spät

Im zweiten Durchgang wurde Union noch passiver, die Kölner Wechsel fruchteten, zumindest ein wenig. Denn Mikey Moore versuchte zwar, sich ins Spiel zu drängeln, fand aber keine Räume. So musste es Malek El Mala richten. Nach einer Ecke, die Said El Mala vor das Tor schlug, lenkte Castro-Montes den Ball an den zweiten Pfosten, wo Malek El Mala lauerte und den Ball ins Tor drosch. Als nächste Etappe auf dem Weg der Brüder gilt ein gemeinsamer Start in der Anfangsformation. „Hoffentlich“, sagte Said El Mala: „Ich freue mich auf die nächsten Wochen.“