Am Sonntag (1. November 2022) wurde es beim 1. FC Köln historisch. Erstmals traten die Brüder Said und Malek El Mala in einem Bundesligaspiel gemeinsam auf den Rasen. Und damit nicht genug: Malek kam in der 72. Minute ins Spiel und traf bei seinem Profi-Debüt wenige Momente später in der 79. zum 1:1 bei Union Berlin.
Nach einer zähen Partie sicherten sich die Kölner so noch einen wichtigen Punkt gegen einen direkten Konkurrenten im unteren Tabellendrittel.
Der Bruder-Moment von Köpenick: „Hinreißend, wie die Jungs da standen“
Ausgerechnet Bruder Said (20) hatte den Treffer eingeleitet. Castro-Montes verlängerte dessen Pass auf den zweiten Pfosten, wo Malek (21) nur noch den Fuß hinhalten musste. Anschließend freuten sich die beiden FC-Stürmer wie verrückt, sprangen sich in die Arme.
Für KStA-Sportchef Christian Löer war die Mixed Zone nach Abpfiff dann der eigentliche Höhepunkt des Abends. „Die kamen aus dem Kabinentrakt, Arm in Arm. Malek noch komplett in Montur, also noch mit Fußballschuhen, Trikot, komplett alles an. Und natürlich mit der ‚Man of the Match‘-Trophäe in der Hand“, beschrieb er im Podcast „Wir waren klar besser“ von EXPRESS und Kölner Stadt-Anzeiger.
Said hatte sich nach einem üblen Tritt eine Wunde am Achillesbereich zugezogen. „Er ist dann so ein bisschen dramatisch durch die Mixed Zone gehumpelt, aber hing so an seinem großen Bruder“, sagte Löer. Said übernahm dabei die Rolle des Erfahrenen: „Der hat das so bisschen gemanagt.“ Er stand „staatsmännisch an der Seite seines sozusagen kleinen großen Bruders“.
Die Brüder gaben alle Interviews gemeinsam, wie Löer amüsiert beschrieb. „Die gingen so von Kamera zu Kamera. Die haben keine Show abgezogen. Die waren einfach ganz sie selbst und haben einfach als zwei Brüder, die ihr Leben lang auf dem Bolzplatz zusammen verbracht haben, ein bisschen was erzählt. Und es war hinreißend, wie die Jungs da standen.“
Die ganze Folge gibt es im Player zum Hören.
Über ihren gemeinsamen Jubel scherzten die FC-Profis noch an den Mikrofonen. „Dann sagte der Said: ‚Boah ey, mir tut die Brust voll weh.‘ Und dann lachten die sich halt kaputt“, berichtete Löer.
Jürgen Kemper von EXPRESS.de fasste die beschriebenen Szenen als „wunderschön“ zusammen. Der FC-Reporter hatte das Spiel am Fernseher verfolgt: „Das ist für die beiden und für die Eltern, die wir ja auch kennen, der Moment des Lebens gewesen, oder?“, fragte er im Podcast.
Besonders beeindruckt zeigte sich Kemper von der Freude der Brüder untereinander. „Diese ehrliche Freude, die dann auch bei Said durchkommt, das finde ich so herzergreifend“, so Kemper. „Dieses gegenseitige Freuen und dieses gegenseitige Gönnen, das ist einfach schön. Das ist menschlich.“
Und wo waren die Eltern? „Ja, klar, klar waren die da, die warten draußen auf uns“, sagten die Brüder laut Löer. Kemper ordnete den Abend so ein: „Damit ist jetzt endlich der Kindheitstraum in Erfüllung gegangen.“ (oke)
