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Unproduktive Kölner AußenverteidigerEnge Duelle, doch der Ertrag bleibt gering

Borna Sosa und der Ghanaer Gideon Mensah sollen dem 1. FC Köln internationale Erfahrung geben – und kämpfen links um denselben Platz. Auch von rechts kommt bislang zu wenig

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Borna Sosa ist bekannt für seinen starken linken Fuß, doch beim 1. FC Köln hat der Kroate bislang Schwierigkeiten, produktiv zu werden.

Borna Sosa ist bekannt für seinen starken linken Fuß, doch beim 1. FC Köln hat der Kroate bislang Schwierigkeiten, produktiv zu werden.

René Wagner hatte nach dem 5:0 im Pokal gegen Union Berlin womöglich einmal zu oft angekündigt, dass im Ligaduell fünf Tage später ein „ganz anderes Spiel“ drohe. Tatsächlich hatten sich die Köpenicker nach schwachem Saisonstart zuletzt gerade im eigenen Stadion stabilisiert. Malek El Malas Tor zum 1:1-Endstand in der 79. Minute war das erste Gegentor der Hauptstädter nach zwei weißen Westen. Vor zwei Wochen noch war Borussia Dortmund beim 0:0 am Berliner Bollwerk verzweifelt. Nun taten sich die Kölner schwer, ihr Trainer hatte eine eher vorsichtige Elf aufgeboten. So nahm er etwa Alessio Castro-Montes aus der Startelf, Kölns einzigen Außenverteidiger, dem in dieser Bundesligasaison bereits eine Torvorlage gelungen ist.

„Wir wussten, dass dieses Spiel komplett anders sein würde als im Pokal. Speziell, wenn man vorher 5:0 gewonnen hat. Die Berliner waren sehr motiviert, es heute besser zu machen“, sagte Borna Sosa nach der Partie in der Alten Försterei. Er sei nicht zufrieden, aber auch nicht wirklich enttäuscht, befand der Linksverteidiger. Am Ende überwog der Eindruck, dass vor den schweren Duellen mit Leverkusen und dem FC Bayern mehr als ein Punkt möglich gewesen wäre – bei einem Gegner, der unter großem Druck stand.

Wir wussten, dass dieses Spiel komplett anders sein würde als im Pokal. Speziell, wenn man vorher 5:0 gewonnen hat. Die Berliner waren sehr motiviert, es heute besser zu machen
Borna Sosa nach dem 1:1 in Köpenick

„Wir wissen, was für eine Qualität wir in der Mannschaft haben. Aber es ist schwer, hier zu spielen. Natürlich wollen wir mehr Auswärtsspiele gewinnen“, sagte der Kroate. Seit mehr als einem Jahr hat Köln auswärts nicht gewonnen.

Sosa kam im Sommer von Crystal Palace zum FC. Erst am letzten Tag der Transferperiode schlossen die Kölner das Leihgeschäft ab. Den Auftakt gegen die TSG Hoffenheim (3:2) verpasste Sosa noch, vom zweiten Spieltag an stand er im Kölner Kader. Seinen ersten Einsatz für den FC hatte der WM-Dritte von 2022 beim 1:2 in Hamburg. In den vier folgenden Partien spielte er jeweils 90 Minuten durch. Im Pokal nahm René Wagner den 27-maligen Nationalspieler, erst nach 81 Minuten vom Platz, um Gideon Mensah Spielzeit zu geben.

Anders als sein kroatischer Kollege nahm Mensah an der WM in Nordamerika teil. Mit Ghana spielte er viermal 90 Minuten, bis nach dem 0:1 gegen Kolumbien im Sechzehntelfinale Schluss war. Mensah ist es gewohnt, Stammspieler zu sein: Bevor er aus Auxerre nach Köln wechselte, hatte er dort vier Jahre lang fast jede Partie bestritten. Nun wollte der 28-Jährige Teil des ambitionierten Kölner Projekts werden und der talentierten Mannschaft internationale Erfahrung geben. Das tut jedoch derzeit Borna Sosa, wie Mensah 28 Jahre alt.

Wir wissen, was für eine Qualität wir in der Mannschaft haben, aber es ist schwer, hier zu spielen. Am Ende ist es 1:1 ausgegangen, natürlich wollen wir mehr Auswärtsspiele gewinnen. Für mich ist wichtig, dass wir gewinnen wollen und es die ganzen 90 Minuten probieren, bis zur letzten Sekunde
FC-Außenverteidiger Borna Sosa

Nach 115 Pflichtspielen, fünf Toren und 35 Vorlagen für den VfB Stuttgart war er im Sommer 2023 zu Ajax Amsterdam gewechselt. Dort wurde er nicht glücklich und verabschiedete sich nach einer Spielzeit auf Leihbasis zum FC Turin. Dort stabilisierte er sich, weckte das Interesse von Crystal Palace und ging in den Londoner Süden. Durchsetzen konnte er sich dort nicht. Nach 18 Pflichtspielen, nur sieben davon in der Premier League, schloss er sich den Kölnern an, um an seine Form aus der Stuttgarter Zeit anzuknüpfen.

Der Freistoß- und Flankenkünstler von einst hat allerdings seit seinem Abschied aus Schwaben kein Tor mehr erzielt, die letzte Vorlage liegt zweieinhalb Jahre zurück. Bei Gideon Mensah ist die Lage noch auffälliger: Der Linksverteidiger hat in seiner gesamten Profikarriere noch kein Tor erzielt, auch in 46 Länderspielen mit Ghana blieb er torlos.

Im Pokal gab FC-Trainer René Wagner Linksverteidiger Gideon Mensah neun Spielminuten.

Im Pokal gab FC-Trainer René Wagner Linksverteidiger Gideon Mensah neun Spielminuten.

Die sportliche Leitung der Kölner hatte damit auf zwei profilähnliche Akteure gesetzt. Kein Generationenplan, um einen Spieler hinter dem anderen aufzubauen, sondern ein Duell zweier Profis auf Augenhöhe. Ein enger Kampf, den Mensah zunächst für sich entschieden hatte. Das änderte sich im Derby gegen Mönchengladbach. Beim 2:1-Sieg stand Sosa in der Startformation. Die Länderspielreise seines Konkurrenten hatte dem Kroaten die Gelegenheit geboten, sich im Training zu empfehlen. Sosa sollte die Kölner Probleme am Ball reduzieren.

Allerdings fielen zuletzt vor allem die Schwächen in der Defensive auf. In Berlin hatte er beim Gegentor gegen Haberer das Nachsehen. Und auch am Ball glückte Sosa zuletzt wenig. 42 Flanken hat er in seinen bisherigen Liga-Einsätzen geschlagen, 9,7 pro 90 Minuten – damit liegt er weit vor Alessio Castro-Montes mit insgesamt 26 (6,5 pro 90 Minuten) und Mensah mit 13 (3,5 pro 90 Minuten).

Am Sonntag in Berlin ersetzte Sebastian Sebulonsen Castro-Montes. Der Norweger hatte nach einer Saison ohne Tor und Vorlage im Pokal zum 5:0 getroffen, steht in der Bundesliga allerdings weiter bei null Treffern und null Vorlagen und hat in 339 Spielminuten erst drei Flanken geschlagen. Dennoch  rotierte Castro-Montes aus der Startelf – und veränderte nach seiner Einwechslung für Sebulonsen die Partie deutlich zugunsten der Kölner. Köln sucht nach wie vor die Idealbesetzung auf den Außenbahnen.

Wenig Offensivqualität der Außenverteidiger

Laut Statistik wäre der wahrscheinlichste nächste Kölner Abwehrspieler mit einer Vorlage Borna Sosa. Zuletzt schien er seinen Rhythmus zu finden. Die Hoffnungen sind intakt – auch beim Profi selbst: „Ich bin sehr zufrieden mit den letzten Spielen“, sagt er, „ich hoffe, dass es so weitergeht.“