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Neuer Anlauf im Sommer?Brighton bleibt bei El-Mala-Brüdern am Ball

Premier-League-Dritte hält an Said El Mala fest. Weitere FC-Einsätze könnten auch Maleks Chancen verbessern. Treffen mit Podolski

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Fußball, Herren, Saison 2026/2027, 1. Bundesliga 8. Spieltag, 1. FC Union Berlin - 1. FC Köln, v. l. Said El Mala 1. FC Köln, Malek El Mala 1. FC Koeln, Jubel nach dem Abpfiff,, 01.11.2026, *** Soccer, Men s, 20262027 Season, Bundesliga 1, Matchday 8, 1. FC Union Berlin vs. 1. FC Köln, from left: Said El Mala 1. FC Köln, Malek El Mala 1. FC Köln, celebration after the final whistle, November 1, 2026, Copyright: xMatthiasxKochx

Geschichte geschrieben: die Brüder Said (l.) und Malek El Mala beim FC-Spiel in Berlin

Am Montag trafen sich FC-Ikone Lukas Podolski (41) und die El-Mala-Brüder Said (20) und Malek (21) im Kwartier Latäng zu einem privaten Austausch. Beim lockeren Treffen im Kölner Studentenviertel dürfte es um Vergangenes und noch mehr um Aktuelles gegangen sein, vor allem um Maleks Profi-Debüt mit Tor für den FC am vergangenen Sonntag, bei dem er nach einer Hereingabe seines Bruders den Ausgleich gegen Union Berlin erzielte.

Möglicherweise stand aber auch ein unverbindlicher Austausch über die Zukunft auf dem Programm: Wie lebt und arbeitet es sich im englischen Fußballoberhaus? Schließlich lief Podolski von 2012 bis 2015 erfolgreich für den FC Arsenal in London auf. Ein Wechsel in die Premier League bleibt ein heißes Thema, insbesondere bei Said El Mala.

Nach Informationen von „Sky Sport“ bereitet der englische Erstligist Brighton & Hove Albion einen neuen Anlauf vor, um die beiden Kölner Talente an die englische Südküste zu holen. Recherchen dieser Redaktion decken sich mit diesen Berichten – denn das Interesse der „Seagulls“ unter dem deutschen Trainer Fabian Hürzeler ist nie erloschen. Brighton ist derzeit das Überraschungsteam der Premier League, steht auf Rang drei und könnte sich unter Hürzeler weiter zu einem Spitzenklub entwickeln.

Zwar steht ein Vorstoß im kommenden Winterfenster aktuell nicht auf der Agenda, doch im Sommer 2027 könnte der Poker neu beginnen. Für einen möglichen neuen Anlauf beobachtet Brighton die Entwicklung vor allem von Said El Mala weiterhin: Regelmäßig reisen Scouts des englischen Klubs zu Spielen des 1. FC Köln. Auch Malek El Mala wird für die Engländer immer interessanter – erst recht, wenn er weiter erfolgreich bei den FC-Profis mitmischt.

1. FC Köln: Lukas Podolski und Said El Mala hatten zuletzt mehrfach Kontakt

Podolski und die El-Mala-Brüder verstehen sich offenbar und hatten zuletzt vermehrt Kontakt. Bei Said El Malas Vertragsverlängerung Ende August in Köln standen der Weltmeister von 2014 und der neue Nationalspieler des 1. FC Köln in engem Austausch. Direkt nach der Unterschrift meldete sich Podolski – der nach seinem Karriereende mittlerweile als Klubbesitzer des polnischen Traditionsklubs Górnik Zabrze fungiert – per Videoanruf bei dem 20-Jährigen, der mit seiner Familie noch im Büro von Sportchef Thomas Kessler am Geißbockheim saß. Podolski gratulierte herzlich und scherzte, sein Klub habe leider nicht das nötige Geld gehabt, um ihn zu verpflichten. Gleichzeitig wünschte er dem Toptalent viel Erfolg mit der „Zehn“.

Denn Said El Mala trägt seit Beginn der neuen Saison die Nummer 10 statt der 13. Er ist damit der erste FC-Profi seit Podolskis Abschied im Jahr 2012, der diese Rückennummer trägt. Der Kölner Ex-Star gab sein Einverständnis. Von dem Kölner Toptalent hält Podolski viel: „Der Junge macht Spaß, ist unbekümmert“, schwärmte Poldi über die Spielweise des 20-Jährigen. Auch bei der groß angelegten Werbekampagne des FC direkt nach El Malas Unterschrift unter dem Slogan „Die 13 geht, die 10 bleibt“ im Kölner Stadtgebiet wirkte Podolski mit. Gemeinsam mit Said El Mala wurden Videos gedreht und Fotos aufgenommen. Man versteht sich offenbar bestens. Nicht wenige sehen in Said El Mala und seiner Art auf und neben dem Platz auch den jungen Podolski von einst.

Dass die Brüder im Sommer in Köln blieben, erwies sich für den 1. FC Köln sportlich als großer Gewinn. Mit dem Spiel bei Union schrieben die El Malas zudem Vereinsgeschichte: Zum ersten Mal seit Klaus und Thomas Allofs vor rund 40 Jahren standen wieder zwei Brüder für den FC in der Bundesliga auf dem Platz. Während Said El Mala mit vier Toren in neun Saisonspielen bereits als Leistungsträger gesetzt ist und im Oktober unter Bundestrainer Jürgen Klopp sein Debüt in der deutschen Nationalmannschaft gab, rückt nun auch Malek ins Rampenlicht.

Genau diese jüngsten Profi-Einsätze beim 1. FC Köln könnten für Malek im Hinblick auf eine spätere Auslandskarriere entscheidend werden. Weitere Einsätze in der Bundesliga können seine Chancen auf eine britische Arbeitserlaubnis verbessern. Ob und wie viele Punkte er dadurch sammelt, hängt von den geltenden Kriterien der Football Association ab. Sollten die „Seagulls“ im kommenden Sommer Ernst machen, könnten Maleks zunehmende Einsatzzeiten die Hürden in England senken.

Dass die bürokratischen Hürden überhaupt erst zum Thema wurden, liegt am Transferpoker des vergangenen Sommers. Damals rückten die El-Mala-Brüder schlagartig in den Fokus des internationalen Marktes. Vor allem der jüngere Bruder Said stand bei zahlreichen nationalen und internationalen Spitzenklubs auf dem Wunschzettel; unter anderem Borussia Dortmund, RB Leipzig und der FC Brentford intensivierten ihr Interesse.

Brighton um Trainer Hürzeler bleibt weiter an den El-Mala-Brüder dran

Brighton & Hove Albion verfolgte von Beginn an die Strategie, beide Brüder gemeinsam zu verpflichten. Die Engländer boten zunächst eine Ablösesumme von 35 Millionen Euro, die heute allerdings längst nicht mehr dem aktuellen Marktwert von Said entspricht. Für Malek sah die sportliche Leitung der Engländer vor, ihn zunächst bei der U21 zu registrieren, damit er Spielpraxis sammelt, während er gleichzeitig dauerhaft mit dem Premier-League-Kader trainieren sollte. Der 1. FC Köln lehnte Brightons Vorstoß jedoch ab.

In der Folge schaltete sich der FC Brentford ein, dem in Medienberichten ein späteres Angebot von bis zu 50 Millionen Euro zugeschrieben wurde. Zu einer Einigung kam es dennoch nicht. Neben den finanziellen Forderungen des FC scheiterte der Wechsel letztlich am Veto der Familie.

Neben den Ablösesummen erwies sich vor allem auch die britische Arbeitserlaubnis als weitere Hürde. Nach dem Brexit benötigen ausländische Profis in England grundsätzlich ein „International Sportsperson Visa“. Für das reguläre Punktesystem sind mindestens 15 Punkte erforderlich; daneben gibt es die Möglichkeit eines sogenannten ESC-Ausnahmeplatzes. Da Malek bis zum Sommer ausschließlich für die Kölner Reserve in der viertklassigen Regionalliga West aufgelaufen war, soll er im System der Football Association rechnerisch keine Punkte erreicht haben. Brighton konnte die sofortige Spielberechtigung für Malek nicht garantieren; auch die Zuteilung eines ESC-Ausnahmeplatzes für die geplante U21-Rolle blieb rechtlich ungewiss.

Nachdem auch ein Wechsel zu Borussia Dortmund geplatzt war, setzten die Brüder im August ein Zeichen und verlängerten ihre Verträge beim FC bis zum 30. Juni 2031, erneut ohne Ausstiegsklausel. Der 1. FC Köln hat seine Verhandlungsposition damit weiter gestärkt. Machen die El Malas so weiter, hätte der FC in einem möglichen neuen Transferpoker noch bessere Karten.