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FC gegen Bayern in der Analyse Überragender Kölner Kampf und ein Punkt, der glücklich macht

Ellyes Skhiri fliegt am langen Bayern-Pfosten heran und trifft zum 1:0.

Ellyes Skhiri fliegt am langen Bayern-Pfosten heran und trifft zum 1:0.

Der 1. FC Köln holt nach überragendem Kampf ein 1:1 beim FC Bayern – erst ein später Kimmich-Kunstschuss verhindert einen Kölner Sieg.

Die Uhr tickte. 89 Minuten waren in der Allianz Arena absolviert, und die FC-Profis und ihre mitgereisten 3000 Fans konnten nach einer wahren Abwehrschlacht in der zweiten Halbzeit von der Sensation träumen. Mehr als das – sie war greifbar, denn der krasse Außenseiter aus Köln führte beim FC Bayern München durch ein frühes Tor von Ellyes Skhiri mit 1:0.

Doch dann fiel er doch noch, der Ausgleich für den Bundesliga-Tabellenführer. Den Bayern war zuvor fast nichts mehr eingefallen, dann nahm Nationalspieler Joshua Kimmich aus rund 30 Metern Maß. Der wuchtig geschossene Ball drehte sich weg und schlug doch noch im Kölner Tor zum 1:1-Endstand ein. FC-Keeper Marvin Schwäbe, zuvor mit einer Serie exzellenter Paraden, hatte keine Abwehrmöglichkeit.

Kein Grund zur Trauer für den 1. FC Köln

Alles zum Thema Ellyes Skhiri

Der FC hatte die große Überraschung knapp verpasst, doch er muss sich überhaupt nicht grämen. „Der Ausgleich war natürlich verdient, aber wir können mit der Leistung sehr zufrieden sein“, sagte Florian Kainz, der den Treffer seiner Mannschaft mit einem Eckball eingeleitet hatte. Die Mannschaft von Trainer Steffen Baumgart bot eine leidenschaftliche und anfangs auch spielerisch starke Vorstellung. Zwar gelang dem FC auch im 17. Anlauf kein Erfolg gegen den Liga-Primus. Doch dieser eine Zähler, der 21. insgesamt, könnte noch Gold wert sein. Der erste Blick der Kölner Verantwortlichen geht schließlich immer noch nach unten, und im Keller baute der FC den Vorsprung weiter aus, da Hertha (0:5 gegen Wolfsburg) und der kommende Gegner Schalke (1:6) verheerende Niederlagen kassierten.

In der Verfassung des Spiels in München werden die Kölner allerdings ohnehin nichts mehr mit dem Abstiegskampf zu tun haben. Im Vergleich zum berauschenden 7:1-Sieg zum Jahresauftakt gegen Werder Bremen hatte Baumgart eine auf zwei Positionen veränderte Startelf auf den Platz geschickt. Innenverteidiger Timo Hübers hatte sich unmittelbar vor der Abreise krankheitsbedingt abgemeldet, für ihn rückte Nikola Soldo neben Jeff Chabot in die Innenverteidigung. Zudem kam Mathias Olesen für Eric Martel ins Team. Auch Ellyes Skhiri begann. Der Leistungsträger, der sich gegen Bremen noch am Sprunggelenk verletzt hatte, meldete sich doch noch einsatzbereit. Und Skhiri sollte gleich im Fokus stehen.

Kölns Spieler feiern das Tor zum 0:1 durch Ellyes Skhiri (r).

Kölns Spieler feiern das Tor zum 0:1 durch Ellyes Skhiri (r).

Der FC, der mit zwei Stürmern (Tigges, Maina) begann, zeigte von Beginn an, dass er sich nicht verstecken wollte. Die Kölner zeigten aggressives Pressing, drängten den großen Favoriten in den eigenen Strafraum zurück. Olesen holte früh den ersten Eckball heraus. Und was dann folgte, überraschte so ziemlich alle: Florian Kainz schlug die Ecke scharf herein, am ersten Pfosten gewann Chabot das Luftduell mit Upamecano und verlängerte auf Skhiri, der am zweiten Pfosten frei stand und das Leder aus kurzer Distanz über die Linie bugsierte. Die Kölner blieben auch nach der Führung couragiert, spielten druckvoll, verschoben gut und brachten die Bayern-Abwehr sogar manchmal zum Schwimmen.

Nach 15 Minuten hatte sich der Rekordmeister, der überrumpelt von der Kölner Spielweise schien, dann etwas besser auf die Gäste eingestellt und zog das Spiel an sich. Allerdings spielten die Bayern die Angriffe oft schlampig zu Ende. Der FC blieb aber gefährlich und wäre über einen Bilderbuch-Konter beinahe zum 2:0 gekommen. Nach einem Klasse-Dribbling hatte Kainz das Auge für den mitgelaufenen Skhiri, doch Bayerns Torhüter-Neuverpflichtung Yann Sommer warf sich gerade noch dazwischen (29.).

Baumgart macht Meter an der Seitenlinie

Derweil machte Baumgart in seiner Coaching-Zone Meter um Meter, donnerte bei null Grad und eiskalten Regentropfen seinen Hoodie weg und trieb seine Mannschaft im T-Shirt an – verrückt. Kurz vor der Pause vereitelte Schwäbe eine gute Chance von Pavard, und so ging der FC nicht einmal unverdient mit einer Führung in die Pause. Das Baumgart-Team hatte die Bayern zermürbt.

Kölns Trainer Steffen Baumgart gestikuliert an der Seitenlinie.

Kölns Trainer Steffen Baumgart gestikuliert an der Seitenlinie.

Die Gastgeber kamen mit Wut aus der Kabine, de Ligt prüfte Schwäbe mit einem satten Schuss. Auch die nächste Prüfung bestand der Kölner Keeper, einen Schuss von Coman kratzte er noch aus dem kurzen Eck (54.). Schwäbe lief zur Hochform auf. Ebenso wie Jeff Chabot und Nikola Soldo, die eine bärenstarkes Innenverteidiger-Duo bildeten. Es war keine Überraschung, dass die Bayern nun am Drücker waren, doch weiterhin enttäuschten sie spielerisch.

Der FC zog sich zurück und stemmte sich mit allem, was er hatte, gegen den Ausgleich. Der fiel dann doch noch durch Kimmichs Hammer, ganz kurz vor der Sensation. Dennoch war es ein Punkt, der die Kölner glücklich machte.