In der ersten Pokalrunde präsentierte sich der FC planlos, ungefährlich – ohne Struktur. Das liegt auch daran, dass am Kader noch kräftig gebaut wird.
FC startet unfertig in die PflichtspieleDer Kölner Kader ist eine Baustelle


Au Backe: René Wagner blickte mit dem 1. FC Köln am Montagabend in Würzburg tief in den Abgrund.
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Der 1. FC Köln ist eine Baustelle, das zeigte sich beim Pflichtspielauftakt in Würzburg überdeutlich. Die erste Pokalrunde hat ihre Tücken. Je nach Losglück treffen Bundesligisten im ersten Ernstkampf nach der Sommerpause auf Gegner, die längst im Wettbewerb stehen. Das ist nicht zu unterschätzen. Die Planung eines Bundesligisten zielt auf den Saisonstart – eine Niederlage im Pokal, zumal gegen einen unterklassigen Gegner, kann dennoch drastische Folgen haben: Ein Saisonziel – eine lange Pokalsaison – lässt sich schon mit einem schwachen Spiel verfehlen. Damit ist die Stimmung ruiniert, der Schwung gebrochen – der Bundesligastart hochgefährdet.
Vor der Partie stellte René Wagner einen „super Test“ in Würzburg in Aussicht – man darf davon ausgehen, dass er das Pokalduell beim Drittliga-Aufsteiger nicht als letzten Test des Sommers missverstand. Sondern die englische Bedeutung des Wortes meinte: Test im Sinne von Prüfung – es war eine schwere.
Das Resultat lässt den Schluss zu, dass die Kölner ihre Prüfung bestanden haben: Sie zeigten, dass sie ihre Nervenstärke in die neue Spielzeit überführt haben. In der ersten Pokalrunde hat die Erzählung vom Fußball als Ergebnissport weit mehr Berechtigung als in der Liga. Das erste Pflichtspiel gilt es zu überstehen – weitere Ziele gibt es nicht. Es hätte schlimmer kommen können.
Nun gilt es, die Partie in Würzburg rasch abzuhaken. Doch ein paar Eindrücke sind bedeutsam genug, gegen die TSG Hoffenheim am Samstag mit Skepsis in die Bundesliga zu starten. Das Spiel mit dem Ball war mäßig, die Offensive mit Jan Thielmann in verantwortungsvoller Position und dem in der vergangenen Saison selten überzeugenden Marius Bülter agierte ohne Plan. Lange Bälle von Marvin Schwäbe auf Ragnar Ache, dazu Alleingänge Said El Malas – das war ein primitives Konzept, zumal gegen einen Drittligisten. Das deutet entweder auf fehlende Automatismen hin oder auf einen Trainer, der noch keine spielerische Idee in die Mannschaft eingeschrieben hat. Beides wäre nach der Sommervorbereitung besorgniserregend. Womöglich wählte Wagner angesichts der Baustellen im Kader schlicht den pragmatischen Ansatz. Auch das würde zu ihm passen.

Gideon Mensah im Zweikampf mit Würzburgs Liam Omore
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Im Zentrum zeigte sich, wie sehr ein Spieler gefehlt hat, der leistet, was man von Rückkehrer Ellyes Skhiri erhofft. Die Innenverteidigung gilt als Prunkstück des Kaders. Dennoch kassierte Köln ein Gegentor nach einer schlichten Flanke. Außen blieb Gideon Mensah erneut den Nachweis seiner Klasse schuldig, im Idealfall hat der Ghanaer nach einem komplizierten Sommer Rückstand und braucht noch Zeit. Womöglich ist er einfach nicht viel besser. Einen Ersatz gibt es bislang nicht.
Rechts fehlt der Stammspieler verletzt; in Würzburg spielte Alessio Castro-Montes für Sebastian Sebulonsen – ohne zu überzeugen.
Mit einem derart unfertigen Kader ins erste Pflichtspiel zu gehen, war ein Risiko – und es hätte sich beinahe realisiert. Nach einer Stunde blickte Köln tief in den Abgrund. Dass es gut ausgegangen ist, bedeutet vor allem: Es ist kein Schaden entstanden. Mehr Positives gab es nicht zu berichten.
Köln ist seit jeher die Stadt der tragischen Baustellen. Dem 1. FC Köln und vor allem seinem Sportchef Thomas Kessler ist zu wünschen, dass die Arbeiten am Kader rasch abgeschlossen werden.

